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125 Jahre alt und noch immer gibt‘s Freundschaftsanfragen

Klaus „Bostel“ Wustmann ist der Chronik-Beauftragte der Eggesiner Wehr. Er hat so manchen Schatz bewahrt.

VonKatja MüllerWenn es brenzlig wird, rücken sie aus. Und das nun schon seit 125 Jahren.Die Eggesiner Wehr hat in diesen Jahren jede Menge Eigentum und vor ...

VonKatja Müller

Wenn es brenzlig wird, rücken sie aus. Und das nun schon seit 125 Jahren.
Die Eggesiner Wehr hat in diesen Jahren jede Menge Eigentum und vor allem auch Leben gerettet.
Das gehörte schon
immer zum guten Ton.

Eggesin.Wenn es brennt, kennen sie keine Tageszeit, keinen Schlaf und auch keine Angst. Die Feuerwehrmänner aus Eggesin sind immer zur Stelle. Immer da, wenn Hilfe nötig ist. Früher gehörte es zum guten Ton, in der Feuerwehr zu sein. So steht es in der Chronik. Die gut betuchten Geschäftsmänner hatten sich vor 125 Jahren zusammengeschlossen, um eine Feuerwehr in Eggesin ins Leben zu rufen. Es gab viele Höhen und Tiefen während dieser langen Zeit. Doch eines lassen sich die Brandschützer nicht nehmen: ihren unerschütterlichen Optimismus. Aber der muss auch genährt werden.
Und am besten klappt das mit der Jugendarbeit, sagt Matthias Röber. Der Eggesiner Wehrleiter ist zufrieden mit der Mannschaftsstärke. „Wir haben jetzt 37 Mitglieder und 19 Aktive. Doch wir sind auch froh über jeden, der Feuerwehrwehrmann werde möchte“, sagt Röber. Bevor er aber die Mitgliedsanträge aus der Schublade holen konnte, mussten erst einmal unzählige Hände geschüttelt werden. Denn nicht alle Tage wird eine Feuerwehr 125 Jahre. Und so waren schon am Sonnabendvormittag die umliegenden Jugendwehren zum Marsch angereist und kämpften um beste Zeiten und viele Punkte. Auf dem ersten Platz landeten die Eggesiner. Sie ließen Ahlbeck auf den zweiten Rang rutschen. Liepgarten sicherte sich den dritten Platz. Diesmal war nicht nur sportliches Geschick, sondern auch Wissen und eine gute Nase gefragt. „Man muss die Jugend schon bei der Stange halten. Nur mit trockener Theorie locken wir keinen mehr vorm Ofen vor“, sagt der Wehrleiter.
Angelockt haben er und seine Brandschützer auch eine Feuerwehrtruppe aus Germendorf bei Berlin. Ganz spontan hatten sie sich für das Jubiläum und den Jugendmarsch angemeldet. Als Geschenk zum großen Jubiläum der Eggesiner hat die 48 Mitglieder starke Brandschützer-Truppe eine Patenschaft angeboten. „Einige Feuerwehrmänner haben hier in Eggesin ihre Bundeswehrzeit absolviert, so kam der erste Kontakt zustande. Und jetzt ist es eine Freundschaft geworden“, freut sich Röber.