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14-Jähriger: Das Praktikum bei der Polizei war ein Knaller

"Das Praktikum war ein Knaller", sagt Maximilian und kann nach dem Vorfall mit einer Pistole schon wieder lächeln. Das Knalltrauma ist überstanden. Der 14-Jährige schaut sich das Loch an, das die Kugel beim Durchschlagen der Tür hinterlassen hat.
"Das Praktikum war ein Knaller", sagt Maximilian und kann nach dem Vorfall mit einer Pistole schon wieder lächeln. Das Knalltrauma ist überstanden. Der 14-Jährige schaut sich das Loch an, das die Kugel beim Durchschlagen der Tür hinterlassen hat.
Lutz Storbeck

Das waren aufregende Tage für Maximilian. Der 14-Jährige hat im Ueckermünder Polizei-Revier ein Praktikum absolviert. Als ihm eine Beamtin zeigen wollte, wie eine Pistole funktioniert, hat es unerwartet geknallt.

Das muss man auch erst einmal verkraften: nach der Aufregung wegen eines unabsichtlich abgefeuerten Schusses im Ueckermünder Polizeirevier gab es viele Fragen. Wie konnte das passieren? - das war wohl die am meisten gestellte. Dazu liegt aber zurzeit noch kein endgültiges Ergebnis vor. Noch wird geprüft, gesichtet, gefragt.

Wie der Vorfall nun untersucht wird, das hat auch Maximilian zum Teil miterlebt. Der junge Mann war Zeuge und hatte nach dem Unglücksschuss ein leichtes Knalltrauma erlitten.  "Wir gehen, so wie das üblich ist, von der Unschuldsvermutung aus", betont Polizeidirektor Gunnar Mächler, Leiter der Anklamer Polizeiinspektion. Es komme alles auf den Tisch, was zu dem Vorfall gehört - Belastendes und Entlastendes. Alles werde genau geprüft. Zurzeit ist die Waffe eingezogen. "Eine Untersuchung bei Spezialisten in Schwerin soll Auskunft geben, ob möglicherweise ein technischer Defekt vorgelegen hat", erklärte der Polizeidirektor. Was Medienberichte angeht, in denen es um einen Sicherungshebel an der Waffe geht, so sei das unkorrekt. "Die Pistole vom Typ P 6 hat gar keinen solchen Sicherungshebel", sagte Mächler. Nun werden die Untersuchungsergebnisse abgewartet. Wenn die vorliegen, dann fällt die Entscheidung, ob es möglicherweise disziplinarrechtliche Untersuchungen gibt. "Es kann also sein, dass Maximilian noch einmal gehört werden muss, schließlich war er Zeuge", sagte der Anklamer Inspektionsleiter.

Zuvor aber gab es für den 14-Jährigen noch etwas Erfreuliches. Nach der überstandenen Aufregung hat er am Montag ein Paar Kopfhörer bekommen. Gewissermaßen als kleinen Trost für das böse Schusserlebnis. Dass es nun gerade Kopfhörer sind, passte aus mehreren Gründen gut. Einmal kann Maximilian die Hörer gut gebrauchen, weil er seine alten im Ferienlager vergessen hat. Zum anderen aber ist das Geschenk auch ein Zeichen, dass trotz der Ernsthaftigkeit, mit der die Polizei den Vorfall untersucht, auch der Humor nicht ganz aus dem Ueckermünder Revier verschwunden ist. Das alles wurde noch ergänzt von guten Wünschen, die Innenminister Caffier (CDU) dem Jungen ausrichten ließ.

Dem 14-Jährigen geht es nach eigenem Bekunden gut. Und er will noch immer Polizist werden, so wie er es sich seit der Kinderzeit ausgemalt hat. Vielleicht sogar beim Bundeskriminalamt (BKA) - aber bis dahin dürfte es noch ein weiter Weg sein. Auf jeden Fall hat der Schüler die Angelegenheit ganz gut weg gesteckt - denn wie sonst könnte er mit einem Augenzwinkern sagen: "Dieses Praktikum war der Knaller." Und so konnte er auch relativ entspannt jenes Loch ansehen, das die Kugel in der Dienstzimmertür hinterlassen hat.