ZOFF BEI WOHNUNGSGENOSSENSCHAFT

250 Ueckermünder Mieter stürmen chaotische Versammlung

Der anhaltende Streit in der Wohnungsgenossenschaft sorgt in Ueckermünde Ost für Unruhe unter den Mietern. Eine Mitgliederversammlung verlief chaotisch und ist abgebrochen worden.
Vor dem Familienzentrum in Ueckermünde Ost bildeten sich wegen des Ansturms auf die Mitgliederversammlung der Wohnungsgen
Vor dem Familienzentrum in Ueckermünde Ost bildeten sich wegen des Ansturms auf die Mitgliederversammlung der Wohnungsgenossenschaft längere Schlangen. „Ich würde im Moment keine Genossenschaftsanteile zeichnen“, sagte ein Mitglied. Holger Schacht
Ueckermünde.

Die Stimmung war schon mal besser in Ueckermünde Ost. Viele Mieter der Ueckermünder Wohnungsgenossenschaft sind verunsichert wegen des anhaltenden Zoffs zwischen deren Vorstandsmitgliedern und ihrem Aufsichtsrat. „Irgendjemand von denen muss ja Dreck am Stecken haben. Jetzt muss nur noch klar werden, wer das ist“, sagte ein Rentner, der in einer der Genossenschaftswohnungen am Haff-Ring wohnt.

Mächtig Kredit verspielt haben dürfte der Vorstand durch die von ihm einberufene Mitgliederversammlung, die am Freitag im Familienzentrum am Haffring stattfand und völlig chaotisch ablief. Mehr als 250 Mieter stürmten hin, doch im prall gefüllten Raum gab es nur etwa 80 Sitzplätze. Vor dem Familienzentrum bildete sich eine längere Schlange, einige warfen sofort das Handtuch, gingen, andere hielten durch. „Das ist ja wie im Osten hier“, wurde gerufen.

Ein Rentner erlitt einen Schwächeanfall

Viele drängelten sich zu Beginn der Veranstaltung in den Gängen der Einrichtung oder hörten draußen vor den angelehnten Fenstern zu. Genervt sind viele Bewohner inzwischen von der Anzahl der Mitteilungen, die ihnen Aufsichtsrat und Vorstand in die Briefkästen warfen. „Ich hatte heute den vierten Zettel drin, blicke bei den ganzen gegenseitigen Vorwürfen nicht mehr durch“, sagte eine Frau bei der Versammlung. „Wir wollen endlich wissen, was los ist. Wir haben Angst um unsere Wohnungen“, warf ein Rentner ein. „Die Luft in dem Saal ist extrem stickig. Es ist eine Schande, dass die Versammlung unter diesen Umständen durchgezogen werden soll“, schimpfte ein anderer Rentner. Ein weiterer Senior erlitt sogar einen Schwächeanfall, musste sich in einem Nebenraum erholen. „Ich hatte vor vier Wochen eine Herz-OP, bekam im Raum Probleme mit dem Atmen“, sagte der 76-Jährige später.

Es läuft sogar schon eine Strafanzeige

Nach etwa 30 Minuten ließ Vorstandsmitglied Mandy Falk die Versammlung gegen 16.05 darüber abstimmen, ob die Veranstaltung abgebrochen und zeitlich verlegt werden soll. Die große Mehrheit stimmte bei zwei Gegenstimmen dafür. „Was für ein Kindergarten“, wetterten viele Mitglieder beim Gehen.

Aufsichtsrat Erik Manthey hielt die Versammlung ohnehin für juristisch anfechtbar: „Die Mitglieder auf den Gängen konnten kaum oder gar nicht hören, was gesagt wurde. Vor einer Abstimmung hätten sie sich gar keine Meinung bilden können.“

Der gute Ruf der Genossenschaft dürfte durch den öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bereits jetzt in Gefahr sein. Denn neben der vorläufigen Amtsenthebung eines Vorstandsmitgliedes durch den Aufsichtsrat läuft bereits eine Strafanzeige wegen Verleumdung, übler Nachrede und Rufmordes durch die Betroffene gegen das Gremium. Beide Parteien werfen sich zudem „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ vor und werden anwaltlich vertreten.

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Kommentare (2)

Ich lese hier leider schon eine ziemlich klare Positionierung gegen die Wohnungsgenossenschaft. Was ich für meinen Teil für nicht richtig halte, da doch noch überhaupt keine detaillierten Ergebnisse vorliegen.

...für solch Vorstand und Aufsichtsrat. Beide sind mit den Aufgaben überfordert.