Das Restaurant im „Haus an der Schleuse“ in Torgelow bleibt wie einige andere Gaststätten am Haff aufgrund de
Das Restaurant im „Haus an der Schleuse“ in Torgelow bleibt wie einige andere Gaststätten am Haff aufgrund der 2G-plus-Regelung vorerst geschlossen. Christian Johner
Corona

2G-plus-Regel frustriert Gastronomen am Haff

Seit die 2G-plus-Regelung in Kraft ist, sind die Gästezahlen in den Restaurants am Haff eingebrochen. Einige Gastronomen haben vorerst die Reißleine gezogen.
Uecker-Randow

Die Gastronomie ist eine der Branchen, die am meisten unter den verschärften Corona-Regeln leidet. Weil nur noch Geimpfte oder Genesene mit einem tagesaktuellen Test in den Restaurants Platz nehmen dürfen, bleiben die Gaststätten weitgehend leer. Das sorgt für Frust bei den Gastronomen am Haff. „Viele wollen sich einfach nicht testen lassen“, sagt Michael Brückner vom „Hotel am Markt & Brauhaus Stadtkrug“ in Ueckermünde. Statt sich mit den Wahlen und den Ministerposten zu beschäftigen, hätte die Politik nach Ansicht Brückners viel eher reagieren müssen: „Dass die Zahlen in die Höhe schnellen, daran ist die Politik schuld, weil sich die Politiker alle nur mit sich selbst beschäftigt haben.“ Noch dazu würde jedes Bundesland in Deutschland sein eigenes Süppchen kochen. „Das halte ich für vollkommen falsch.“ Als Gastronom hänge man zurzeit komplett in der Luft. „Ich kann das alles nicht mehr nachvollziehen. Man hätte im November einen kompletten Lockdown machen können, dann hätte man das wichtige Weihnachts- und Silvestergeschäft retten können. Aktuell weiß man überhaupt nicht, was mit Weihnachten ist“, schimpft Brückner.

Regeln gewünscht, die zur Wirklichkeit passen

Der Liepgartener Lindenhof-Wirtin Christin Zeh geht es da nicht anders. Auch sie wünscht sich Regeln, die auch zur wirklichen Lebenswelt passen. „Im Sommer haben wir händeringend Personal gesucht und zum Glück gefunden, doch nun schicke ich es wieder in Kurzarbeit und riskiere, dass ich nächste Saison wieder von vorn anfange?“ Auch einen Gastbetrieb schließe man nicht einfach mal auf und zu und wieder auf. Die Gastwirtin fordert auch für die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage endlich verbindliche Regeln. „Ich habe 120 Reservierungen für Weihnachten, und ich kann meinen Gästen noch nichts Verbindliches sagen.“

Als „versteckten Lockdown“ bezeichnet Ulf Schnell vom „Haus an der Schleuse“ in Torgelow die 2G-plus-Regelung für Gaststätten. „Als die 3G-Regel in Kraft war, lief es richtig gut. Es war alles in Ordnung. Wir hatten einen Umsatz wie vor der Pandemie im Jahr 2019“, sagt der Geschäftsführer. Für die aktuelle 2G-plus-Regelung in Gaststätten habe er überhaupt kein Verständnis, so Schnell.

In Gaststätte ist nichts mehr los

Allein gelassen von der Politik fühlt sich Heike Böck vom „Usedomer Blick“ in Bellin: „Es ist in der Gaststätte nichts mehr los. Ein Lockdown wäre besser gewesen als diese 2G-plus-Regelung.“ Die ungewisse Zukunft macht Heike Böck besonders zu schaffen: „Ich weiß nicht, was ich mit den Weihnachtsbestellungen und unserer Silvesterfeier mache, weil man nicht weiß, wie sich alles entwickelt. Auch die Zulieferer und Großmärkte wissen nicht, was sie machen sollen.“ Die Inhaberin vom „Usedomer Blick“ bietet neben dem normalen Gaststättenbetrieb Außer-Haus-Verkauf, beispielsweise für Feierlichkeiten, an.

Michael Brückner vom „Stadtkrug“ hat zu Beginn der Woche auf dem Ueckermünder Marktplatz wie schon im vergangenen Jahr einen Stand mit Gerichten vom Grill und aus der Pfanne zum Mitnehmen eröffnet. Während Heike Böck und Michael Brückner darüber hinaus auch noch am regulären Gaststättenbetrieb festhalten, bleibt das Restaurant im „Haus an der Schleuse“ wie auch einige andere Lokale am Haff vorerst geschlossen. „Nachdem die 2G-plus-Regelung in Kraft getreten ist, haben die Gäste reihenweise abgesagt. Es rentiert sich einfach nicht, das Restaurant zu öffnen. Auch die Warenvorhaltung gestaltet sich schwierig“, erklärt Ulf Schnell die vorübergehende Schließung. Erst, wenn es sich wieder lohnt, will er das Restaurant wieder öffnen: „Ich weiß aber nicht, ob wir so lange durchhalten.“

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