Idyllisch gelegen, ist Altwarp bei Urlaubern schon seit 100 Jahren beliebt.
Idyllisch gelegen, ist Altwarp bei Urlaubern schon seit 100 Jahren beliebt. Simone Weirauch
Urlaub

Altwarp am Stettiner Haff setzt noch stärker auf Tourismus

Schon jetzt ist Altwarp ein beliebter Urlaubsort am nordöstlichsten Punkt Deutschlands. Aber das Dorf will mehr.
Altwarp

Die 450-Einwohner-Gemeinde Altwarp am Stettiner Haff hat schon vor 100 Jahren Badegäste angelockt. „Wenn die Gäste damals einen Kartengruß nach Hause geschickt haben, dann war es ein Gruß aus dem Luftkurort und Badeort Altwarp“, weiß Bürgermeister Jan Herzfeld zu erzählen. In der Heimatstube lassen sich dafür auch noch Belege finden. Und auch heute ist Altwarp ein beliebter Urlaubsort. Zwei gewerbliche Vermieter bieten Unterkünfte an, der Wohnmobilstellplatz am Hafen ist eine beliebte Adresse für Caravanfreunde, Badespaß im Haff ist an mehreren Stellen möglich, 26 Liegeplätze für Sportboote bietet der beschauliche Hafen, und noch recht neu ist auch die Anlegestelle für Traditionsschiffe. Viele Altwarper vermieten auch privat an Feriengäste. „Zumindest im Sommer fühlt es sich hier an, als hätte sich unsere Einwohnerzahl mehr als verdoppelt“, sagt Bürgermeister Jan Herzfeld.

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Tourismusorte können Kurabgabe erheben

Die Urlauber fühlen sich wohl in der kleinen Gemeinde am Haff, aber das allein reicht nicht aus, um den Namenszusatz Kurort zu führen. „Die Gemeinde hat sich schon vor Jahren darum bemüht, ohne Erfolg“, weiß der Bürgermeister. Für einen Kurbetrieb fehlen einfach viele Voraussetzungen. Doch mit seiner besonderen landschaftlichen Lage kann der beliebte Urlaubsort durchaus ein „Tourismus-Ort“ werden. Jan Herzfeld erklärt es: „Seit der Änderung des Kurortgesetzes und des Kommunal­abgaben­gesetzes im Juni 2021 können sich touristisch bedeutsame Orte, die nicht als Kur- oder Erholungsort anerkannt sind, um die neuen Prädikate ‚Tourismusort‘ und ‚Tourismusregion‘ bewerben.“ Die jeweils notwendigen Voraussetzungen und Anerkennungs­verfahren sind im Kurortgesetz festgeschrieben. Anerkannte Tourismusorte und Tourismus­regionen wiederum dürfen eine gästebasierte Kurabgabe erheben.

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Anklam ist seit Dezember Tourismusort

Die Altwarper Gemeindevertreter haben deshalb am 1. Februar den Grundsatzbeschluss gefasst, dieses Prädikat für Altwarp zu beantragen. „Wir haben dem Amt Am Stettiner Haff den Auftrag erteilt, alle notwendigen Unterlagen zu erarbeiten, und hoffen sehr, dass unserem Antrag dann auch schnell stattgegeben wird“, sagt Jan Herzfeld.

Im Dezember wurden bereits mehrere dieser Prädikate vergeben, so können sich jetzt Anklam, Kargow, Ivenack und Stavenhagen Tourismus-Ort nennen und eine Tourismus-Abgabe kassieren. „Auch wir hoffen auf diese Einnahmequelle, um touristische Angebote auszubauen und das Dorfleben auch für die Einheimischen attraktiver gestalten zu können“, sagt Jan Herzfeld.

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