ÜBERSCHNEIDUNG MIT POLNISCHEM NETZ

Altwarp und Bellin kämpfen gegen Mobilfunk-Chaos

Altwarps Bürgermeisterin Inge Bocklage will, dass sich ihre Gemeinde an der Telekom-Aktion „Wir jagen Funklöcher“ beteiligt. In Altwarp ist die Lage beim Thema Funknetze kompliziert.
Holger Schacht Holger Schacht
Wer am Altwarper Hafen mobil telefonieren will, hat ein Problem: Die Smartphones wählen sich automatisch ins polnische Ne
Wer am Altwarper Hafen mobil telefonieren will, hat ein Problem: Die Smartphones wählen sich automatisch ins polnische Netz ein, von wo aus es unmöglich ist, Notrufe abzusetzen. Friso Gentsch
Ueckermünde.

In der Gemeinde Altwarp erhöht sich die Chance, das Funknetz der Telekom endlich in zeitgemäßer Qualität nutzen zu können. Bürgermeisterin Inge Bocklage spricht im Zusammenhang mit der neuen Telekom-Aktion „Wir jagen Funklöcher“ von einer „guten Nachricht“. in der vergangenen Woche hatte Walter Goldenits, der Telekom-Geschäftsführer Technik, versprochen, bundesweit 50 neue Funkmasten in Orten aufzustellen, die sich mit Beschluss der Gemeindevertretungen offiziell darum bewerben. Bürgermeisterin Bocklage verschickte die Mitteilung sofort an die Gemeindevertreter. „Ich bin voller Zuversicht, dass es nur positive Meinungen über die Aktion gibt und wir uns beteiligen werden“, sagt sie.

Wie schwer es ist, sich bei der Telekom Gehör zu verschaffen, weiß Altwarps Ex-Bürgermeister Rolf Bauer. Jahrelang kämpfte er gegen das Funk-Chaos. Denn am Hafen in Altwarp wählen sich Smartphones automatisch ins polnische Netz ein, das in diesem Teil des Dorfes stärker ist als das der Deutschen Telekom. Ex-Bürgermeister Bauer: „Dabei gibt es ein großes Problem. Ins polnische Netz können von Altwarp aus keine Notrufe abgesetzt werden. Die entsprechenden Stellen bei der Polizei und dem Notarzt sind nur über die öffentlichen Rufnummern zu erreichen. Nur wer kennt die alle?“

Schlechte Verbindung mit Vodafone und Telekom

Wie kompliziert die Lage in Altwarp ist, zeigen zwei weitere Details. Das Vodafone-Netz endet abrupt am Ortseingang der 450-Einwohner-Gemeinde, nur die Einwohner von Altwarp Siedlung können es noch nutzen. Zudem funkt das Telekom-Netz in Altwarp im leistungsschwachen E-Netz, das 1994 eingeführt worden ist. Touristin Annette Bruns aus Berlin schüttelt den Kopf: „Im E-Netz kann ich nur telefonieren und Nachrichten verschicken. Der Aufbau des Internets dauert ja ewig.“

Unterdessen ist der Ueckermünder Bürgermeister Jürgen Kliewe weiter mit der von Vodafone versprochenen Aufstellung eines Funkmastes im Ortsteil Bellin beschäftigt. Weil sich das Genehmigungsverfahren für den Funkmast mehrere Monate hinzieht, sollte ein mobiler Mast zum Empfang des D2-Netzes für Soforthilfe sorgen. Als Standort dafür war ein kleiner Teil des jetzigen Sportplatzes zwischen Friedhof und Wald vorgesehen. „Inzwischen ist festgestellt worden, dass der Mast mit seiner Höhe von 30 Metern zu kurz ist. Leider verfügt die Stadt Ueckermünde über keinen weiteren geeigneten Standort in Bellin“, sagt Kliewe. Bisher ist dort der Mobilfunkempfang schlecht bis sehr schlecht. Teilweise gibt es überhaupt kein Netz. Anfang September will sich Kliewe mit Vodafone-Technikern treffen und über das Problem sprechen.

 

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Kommentare (3)

Noch mehr Strahlung, ist was wir brauchen. Reichen die jetzigen Zahlen über Krebserkrankungen nicht aus? Eine Studie die die Ungefährlichkeit der Stahlung belegt, wurde bis heut nicht vorgelegt.

Wen interessiert, was 3 min. Handytelefonie mit den Blutbild macht, sollte sich mal das anschauen.

https://www.youtube.com/watch?v=figVfJYZI8Y

Mal ganz abgesehen davon, dass weder die Schädlichkeit noch die Unschädlichkeit durch wissenschaftliche Methoden belegt ist, wird in dem genannten Video für den (fragwürdigen) Test ein Mobilgerät von 2001 benutzt. Das ist nach heutigem Entwicklungsstand der Mobilfunktechnologie einfach nur Steinzeit. Ich hoffe, Sie nutzen zu Hause kein schnurloses Festnetz-Telefon, kein WLAN und schalten Ihr Stromnetz in Haus oder Wohnung zumindest für die Nacht netzfrei, denn das verursacht wesentlich mehr elektromagnetische Strahlung als ein aktuelles Smartphone.
Wenn dieses einst technologisch fortschrittliche Europa auf der Welt irgendwie als zivilisierte Region weiterhin bestehen soll, wird auch das nicht zu umgehen sein.
Aber, nach dem zu erwartenden größten möglichen technologischem Desaster der Menschheit, folgt ohnehin irgendwann die technologische Steinzeit. ...in diesem Sinne, lasst sie bei uns schon heute beginnen, oder?

Die Touristin moniert den Edge-Standard (den es erst seit ca. 2006 gibt). Das ist nicht gleichzusetzen mit E-Netz (was man früher gern als Synonym für O2/E-Plus verwendete). Der Edge-Standard (betrifft alle Netzbetreiber) setzt auf das alte GSM Netz, ermöglicht theoretisch bis zu ~200 kBit/s Datenübertragung (praktisch rauft man sich aber die Haare, weil oft gar keine Daten durchgehen). Das ist bequem für die Netzbetreiber, weil sie die alten GSM Netze nicht aufrüsten müssen und trotzdem mit ihrer Netzabdeckung prahlen können. Für schnelle Datenversorgung (früher UMTS, heute LTE) müssten sie nämlich investieren.