Eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden liegt Major Markus Ludwig (links), Truppenübungsplatzkommandant, am Herzen. Hi
Eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden liegt Major Markus Ludwig (links), Truppenübungsplatzkommandant, am Herzen. Hier ist er im Gespräch mit Ahlbecks Bürgermeister Josef Schnellhammer und Hauptmann Rupp nach der Besichtigung der neuen Beschilderung. Katja Richter
Eine neue Beschilderung weist auf die Grenzen hin. Dieser militärische Bereich darf auf eigene Gefahr betreten werden.
Eine neue Beschilderung weist auf die Grenzen hin. Dieser militärische Bereich darf auf eigene Gefahr betreten werden. Katja Richter
Hier können nun wieder Blaubeeren gepflückt werden.
Hier können nun wieder Blaubeeren gepflückt werden. Katja Richter
Ein Teilstück des Truppenübungsplatzes (hier blau gekennzeichnet) wurde umgewandelt und darf nun außerhalb der
Ein Teilstück des Truppenübungsplatzes (hier blau gekennzeichnet) wurde umgewandelt und darf nun außerhalb der Übungszeiten auf eigene Gefahr betreten werden. Hier wird nicht scharf geschossen. Bundewehr
Kompromiss mit Bundeswehr

Anwohner dürfen wieder in den Wald am Truppenübungsplatz

Viele Jahre durften die Ahlbecker ihren Wald nicht betreten – er gehörte zum militärischen Sicherheitsbereich. Doch jetzt hat sich die Bundeswehr auf einen Kompromiss eingelassen.
Ahlbeck

Es waren wahrlich keine großen Wünsche, die die Ahlbecker Bürger viele Jahre lang hatten: Blaubeeren pflücken, Pilze sammeln, Fahrrad fahren oder einfach nur durch den Wald spazieren und die Natur genießen. In einer waldreichen Gegend eigentlich keine unerfüllbaren Wünsche – es sei denn, die Wälder gehören zum militärischen Sicherheitsbereich des Truppenübungsplatzes Jägerbrück und dürfen nicht betreten werden.

„Die Bürger sind oft auf mich zugekommen und haben gefragt, ob man da nicht etwas machen könnte“, erinnert sich Ahlbecks Bürgermeister Josef Schnellhammer. Das betroffene Waldstück, das man vom Dorf gut zu Fuß erreichen kann, habe zwar schon immer zum Truppenübungsplatz gehört. Doch es habe bis 2014 ohne Gefahr betreten werden können und dürfen. Als die Bundeswehr dann 2014 die Warnschilder für den militärischen Sicherheitsbereich aufgestellt hatte, war es für die Ahlbecker vorbei mit dem Waldbesuch. Unverständnis und Unmut wuchsen.

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„Das war immer wieder ein Kritikpunkt“, bestätigt auch der Kommandant des Truppenübungsplatzes, Major Markus Ludwig. Ihm liege an einer guten Zusammenarbeit mit den Platzrandgemeinden am Herzen. Deshalb habe man gemeinsam mit der Gemeinde an einer Lösung gearbeitet. „Weil hier nicht scharf geschossen, sondern mehr geübt wird, und von diesem Teilstück eine geringere Gefahr ausgeht, haben wir diesen Bereich jetzt umgewandelt“, so Ludwig.

Betreten auf eigene Gefahr!

Von nun an ist das von den Ahlbeckern so geliebte Teilstück des Truppenübungsplatzes ganz offiziell kein militärischer Sicherheitsbereich mehr. Es bleibt jedoch ein militärischer Bereich, der außerhalb der Übungszeiten ganz offiziell, allerdings auf eigene Gefahr betreten werden kann.

„Waldbesucher sollten unbedingt auf die Beschilderung achten“, mahnt Major Ludwig. Die Grenze zwischen dem militärischen Bereich, der außerhalb der Übungszeiten betreten werden kann, und dem militärischen Sicherheitsbereich, der für Bewohner tabu ist, verlaufe entlang der Schneise der ehemaligen Hochspannungsleitung und sei jetzt ausgeschildert.

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Bürgermeister: Bitte nur erlaubten Bereich betreten!

„Es gab dafür schon reichlich positives Feedback“, freut sich Bürgermeister Schnellhammer, der jedoch weiterhin für Verständnis wirbt und die Bürger bittet, wirklich nur den erlaubten Bereich zu betreten. „Man darf nicht vergessen, dass der Truppenübungsplatz auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber für die Region ist“, so Schnellhammer.

„Auch im Zuge des Ukraine-Krieges sehen wir, wie wichtig es ist, dass die Bundeswehr die Möglichkeit hat, schießen und üben zu können“, betont indes der Kommandant und hofft, dass die Umwandlung des Teilstückes eine gute Lösung für alle Beteiligten ist.“

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