Funkturm in der Siedlung

Anwohner reichen Klage ein

Sie haben viel Geld für ein schönes Eigenheim investiert und nun stellt ihnen die Stadt einen Funkmast vor die Siedlung. 18 Familien fühlen sich verraten.
Simone Weirauch Simone Weirauch
Mit dem ungewollten Funkturm vor der Nase wollen sich Anwohner aus dem Backofenweg, dem Grünen Weg und der Ueckerstraße nicht abfinden.
Mit dem ungewollten Funkturm vor der Nase wollen sich Anwohner aus dem Backofenweg, dem Grünen Weg und der Ueckerstraße nicht abfinden. Simone Weirauch
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Ueckermünde.

Anwohner des Ueckermünder Backofenwegs haben eine Sammelklage gegen einen Funkturm unmittelbar neben ihrer Eigenheimsiedlung eingereicht. Vor wenigen Tagen ist dort ein 40 Meter hoher Stahlgittermast errichtet worden. Die Deutsche Funkturm hat auf dem Gelände des Bauhofes im Auftrag der Telekom einen Mobilfunkmast errichtet. Der Turm steht gerade einmal 30 bis 50 Meter entfernt von den Grundstückszäunen.

„Wir haben 2014 unser Grundstück gekauft, so wie die meisten der 14 Familien, die hier gebaut haben“, sagt Tobias Brickmann. Das letzte neue Häuschen am Backofenweg ist 2018 fertig geworden. Jeder hier hat in seine und die Zukunft seiner Familie investiert, insgesamt zahlen die Häuslebauer wohl mehr als fünf Millionen Euro für die Grundstücke und die neuen Häuser.

Anwohner fühlen sich verraten und verkauft

Tobias Brickmann und seine Familie haben den Funkturm immer im Blick, wenn sie aus dem Fenster sehen. „Der Turm sitzt bei uns praktisch mit am Abendbrotstisch”, sagt der junge Familienvater. Außerdem befürchte er eine Gefahr durch die Strahlung, die gerade für die neuen Hochfrequenzanlagen noch gar nicht untersucht worden sei, sagt er. „Ich habe eine Wut im Bauch, das können Sie mir glauben.“

Beim Bürgermeister-Wahlforum in der Ueckermünder Volksbühne hat Tobias Brickmann am Dienstag seinem Ärger Luft gemacht. Sein Vorwurf: Die Stadt habe ohne jegliche Information oder Beteiligung der Anwohner Tatsachen geschaffen und nicht nach Alternativen gesucht. „Man hat uns verraten und verkauft für 183 Euro Pacht“, sagte er und brachte damit den Unmut von anderen betroffenen Familien aus dem Backofenweg, dem Grünen Weg und der Ueckerstraße auf den Punkt. Die Stadt erhält für die Bereitstellung des Baugrundstücks für den Funkturm eine monatliche Pacht von 183 Euro.

Stadt war zum Handeln aufgefordert

Bauamtsleiter und Bürgermeisterkandidat Jürgen Kliewe erklärte, dass wegen des schlechten Funknetzes die Kommune aufgefordert gewesen sei, in einem bestimmten Radius ein Grundstück für einen Funkturm anzubieten. Der Standort stand demnach 2017 fest, da „es in diesem Radius kein anderes öffentliches Grundstück gab“.

Warum die Anwohner weder informiert noch einbezogen worden sind, konnte Jürgen Kliewe nicht beantworten. 18 Familien wehren sich jetzt gegen die Vorgehensweise der Stadt und gegen den Turm. Sie haben eine Sammelklage eingereicht. „Der Turm muss weg, das ist unser Ziel“, sagt Tobias Brickmann.

Kommentare (4)

Wer sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt, wird rausfinden, dass es für keine der Handystrahlungen eine auseichende Folgeabschätzung gibt. Ausserdem wurden in den 90er Jahren zahlreiche Studien gefälscht bzw. deren Ergebnisse unterschlagen.

wer sich ein wenig mit dem Thema "Handystrahlung" beschäftigt, wird herausfinden, dass diese total harmlos ist. Wirklich gefährlich wird Strahlung im hochfrequenten Spektrum. Das sind Röntgen- und Gammastrahlen aus radioaktiven Quellen. Sie haben so viel Energie, dass sie nicht einfach nur Wärme produzieren, sondern Moleküle in unserem Körper zerstören. Die Folge sind Strahlenkrankheit, Schäden am Erbgut und Krebs. Die Strahlung von Handys gehört zum harmlosen, niedrigen Spektrum, genauso wie die Strahlung von WLAN-Routern. Sie können allenfalls Haut bei nahezu direkter Berührung geringfügig erwärmen. Gemessen wird elektromagnetische Strahlung mit dem sogenannten SAR-Wert, das steht für Spezifische Absorptionsrate. Unter anderem das Bundesamt für Strahlenschutz benennt einen Grenzwert von 2,0. Handelsübliche Smartphones haben SAR-Werte zwischen 0,14 und 1,75. Die Stärke der Handystrahlung im Alltag ist aber nochmal deutlich geringer als diese Werte. Bei Messungen wird das Handy nämlich direkt ans Ohr und an den Körper gehalten, während es mit voller Leistung sendet. Aber elektromagnetische Felder werden immer schwächer, je weiter man vom Sender entfernt ist. Aber all dies ist für Verschwörungstheoritiker natürlich nicht überzeugend. So und jetzt Sie:-)

Wenn aber kein Handynetz da ist, wird auch wieder gemeckert. Sollen doch froh sein, dass nicht 20 Windräder in unmittelbarer Nähe aufgestellt werden. Kann man nur mit dem Kopf schütteln, mit welchem Mist sich die Gerichte befassen müssen.

Die Kommune war aufgefordert ein Grundstück anzubieten?! Das kann ich mir schwerlich vorstellen, da es sich bei "Deutsche Funkturm" um ein privates Unternehmen handelt - die fragen entweder an oder der Bauhof hat sein Grundstück aktiv angeboten. Die Äußerung des Herrn Kliewe könnte fälschlicherweise so verstanden werden, als käme so eine "Auflage" von "oben" und er hat sich lediglich dem Schicksal gefügt. Im übrigen gibt es keine "Sammelklage". Wie lautet die Anklage konkret, wo wurde sie eingereicht?