Stephan Schmidt und Inken Arndt zeigen als Ueckermünder Anwohner Fotos von Staubablagerungen und Flugrost, die für s
Stephan Schmidt und Inken Arndt zeigen als Ueckermünder Anwohner Fotos von Staubablagerungen und Flugrost, die für sie nur von der Gießerei kommen können. Eckhard Kruse
Obwohl die Gießerei
Obwohl die Gießerei Eckhard Kruse
Lärm, Staub, Gestank

Anwohnern stinkt die Gießerei am Haff noch immer

Die Nachbarn der MAT-Gießerei in Ueckermünde leiden weiterhin unter Staub, Geruch und Lärm – obwohl die Grenzwerte eingehalten werden.
Ueckermünde

Die Grenzwerte für Staub, Lärm und Gerüche werden von der Gießerei MAT Foundries in Ueckermünde eingehalten. Das bekräftigte Kerstin Elberskirch, Abteilungsleiterin für Immissionsschutz im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Neubrandenburg. Viele Dinge aus den StALU-Anordnungen habe das Werk auch schon umgesetzt. Trotzdem stellte sich bei einem Gespräch zwischen der Behörde, der Werkleitung und der Bürgerinitiative am Mittwochnachmittag heraus, dass Anwohner und BI-Mitglieder lange nicht zufrieden sind.

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Wäsche aufhängen nicht möglich

Es sei lange nicht so schlimm gewesen wie in diesem Jahr, sagte Toralf Brock, direkter Nachbar in der Eggesiner Straße. Es liege alles voll mit Staub. Das könne nicht der Regelbetrieb sein. Er denke darüber nach, sich juristisch zu wehren. Detlef Scholz vom gut einen Kilometer entfernten Klockenberg berichtete, dass seine Frau jede Woche eine Handschaufel mit schwarzem Dreck zusammenfegt. „Wir können unsere Wäsche nicht aufhängen, wir können nicht atmen, und die Autos sind voller Flugrost.“ Im Sommer habe es drei bis vier Wochen gestunken, sagte Anwohner Stephan Schmidt.

„Das kann doch kein Normalzustand sein!”

Für Scholz lag es auf der Hand: Die vom StALU erlaubten Immissionswerte müssen falsch sein! Stephan Alletsee meinte, dass die Messungen durch die externen Gutachter nicht stimmen können. Denn was dort rund um das Werk riecht, staubt und lärmt, könne nicht der Normalzustand sein. Der Ingenieur Stephan Mettler, der MAT unterstützt, betonte aber, dass Gutachter es sich nicht erlauben könnten, mit falschen Werten zu arbeiten. Dann würden sie schnell ihre staatliche Zulassung verlieren. Kerstin Elberskirch betonte erneut, dass die Werte eingehalten werden und das StALU keinen Grund zum Eingreifen sieht.

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Bürgermeister: Nicht auf den Gutachten ausruhen!

Gießerei-Geschäftsführer David Hrazdira erläuterte, dass im Werk schon vieles getan wurde, um Lärm und Staub zu minimieren. Viele Produktionsprozesse seien umgestellt worden. Er bat auch darum, dass die Anwohner diese Anstrengungen anerkennen.

Stadtpräsident Robert Kriewitz (CDU) fragte, was MAT trotz allem für die Bürger tun könne. Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos) wünschte sich, dass das Werk sich nicht nur auf den Gutachten ausruhe. Staub sei das Hauptproblem. Auch das Austreten von Metallpartikeln solle erneut untersucht werden. Zunächst werden die Anwohner nach der Bitte des Bürgermeisters nun die lange versprochene E-Mail-Adresse bekommen, damit sie Vorfälle melden können. Es soll auch weitere Treffen geben.

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