Uta Kolata, Inhaberin der Haff-Apotheke in der Ueckermünder Oststadt
Uta Kolata, Inhaberin der Haff-Apotheke in der Ueckermünder Oststadt NK/Archiv
Auf einem Info-Blatt werden die Kunden über die Schließung der Apotheke informiert und auch darüber, wie sie d
Auf einem Info-Blatt werden die Kunden über die Schließung der Apotheke informiert und auch darüber, wie sie dennoch an ihre Medikamente kommen. Katja Richter
Seit dem 20. Dezember 2021 ist die Haff-Apotheke in der Belliner Straße in Ueckermünde wegen Personalmangels geschl
Seit dem 20. Dezember 2021 ist die Haff-Apotheke in der Belliner Straße in Ueckermünde wegen Personalmangels geschlossen. Katja Richter
Fachkräftemangel

Apotheke muss wegen Personalnot schließen

Der Fachkräftemangel hat die Ueckermünder Haff-Apotheke mit voller Wucht erwischt. Inhaberin Uta Kolata musste die Einrichtung schließen. Sie kritisiert die Apothekerkammer.
Ueckermünde

Vor verschlossener Tür stehen derzeit alle Kunden, die in der Ueckermünder Oststadt in die Haff-Apotheke beim Ärztehaus wollen. Die Einrichtung ist dicht, und zwar bereits seit dem 20. Dezember, wie Apothekerin Uta Kolata auf Nordkurier-Nachfrage am Montag bestätigte. Der Grund: Es fehlt an Personal, um diese Apotheke zu öffnen. „Genauer gesagt: Wir brauchen dringend einen Apotheker oder eine Apothekerin“, sagte Uta Kolata. Der letzte Kollege habe gekündigt, und seitdem sei das Geschäft dicht. Auf einem Infoblatt werden Kundinnen und Kunden über den aktuellen Stand informiert. Die Apotheke ist zwar zu, allerdings werden die Kunden trotz der Schließung nicht im Regen stehen gelassen, versichert Apothekerin Kolata. „Natürlich gibt es Anrufe bei uns, die Anrufweiterleitung der Haff-Apothekle ist geschaltet, so dass die Kunden uns erreichen. Und wir fahren die Medikamente bei Bedarf aus“, sagt die Apothekerin. Was zwar zusätzliche Arbeit bedeute, aber recht reibungslos und unkompliziert funktioniere.

Nicht absehbar, wann die Apotheke wieder öffnet

Wann die Haff-Apotheke in der Belliner Straße wieder geöffnet werden kann, sei derzeit nicht abzusehen. „Wir wünschen uns das natürlich sehr. Aber das ist nicht so einfach“, sagte die Apothekerin. Es fehle einfach an qualifiziertem Personal. „Das ist in unserer Branche auch nicht anders als in anderen Bereichen.“ Überall würden Fachkräfte gesucht, und nach ihren Erfahrungen sind Abwerbungsversuche an der Tagesordnung. „Dabei tun wir hier in unserer Apotheke alles, um die Leute zu halten, wir zahlen sogar über Tarif“, betonte Uta Kolata.

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Apothekerkammer widerspricht Vorwürfen

Eine Ursache für den Fachkräftemangel, sagte die Apothekerin, sei dabei durchaus hausgemacht. Die Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern habe sich „nie um Nachwuchs bemüht“.

Etwas, das Dr. Bernd Stahlhacke von der Apothekerkammer, so nicht stehen lassen will. Denn Bemühungen habe es über Jahre gegeben. „Wir hatten eine Fachkraft, die über mehrere Jahre hinweg unter anderem den Apothekerberuf auf Berufsmessen vorgestellt und zudem eng mit der Agentur für Arbeit zusammengearbeitet hat“, erklärte der Pressesprecher der Apothekerkammer. Leider habe dies aber nicht die gewünschten Erfolge gebracht. Dazu komme, dass von den Studierenden des Bereiches Pharmazie an der Uni Greifswald nach erfolgreichem Abschluss nur ein Drittel im Bundesland bleibe – und mehr Studienplätze nicht angeboten werden.

Dass Apothekerinnen und Apotheker im Nordosten sehr gefragt sind, wird bei einem Blick auf die Internetseite der Apothekerkammer MV deutlich. Aktuell (Stand Montag) werden 74 solcher Fachleute gesucht – und sieben suchen ihrerseits eine Anstellung. Für die Haff-Apotheke ist bislang noch kein geeigneter Bewerber unter den Stellensuchenden gewesen, bedauerte Uta Kolata.

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