Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe (Mitte) und sein Stellvertreter Joachim Trikojat (rechts) enthüll
Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe (Mitte) und sein Stellvertreter Joachim Trikojat (rechts) enthüllten die Gedenkstele. Auch der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (CDU) war bei der Veranstaltung. Fabian Beyer
Stele enthüllt

▶ Auch Ueckermünde hat jetzt ein Wende-Denkmal

Auf dem Kirchplatz in Ueckermünde wurde am Dienstagabend eine Stele enthüllt. Auch ein damaliger Aktivist erinnerte an die Wendezeit in der Stadt.
Ueckermünde

Lange wurde es unter Verschluss gehalten, gestern Abend konnte das Denkmal in Ueckermünde endlich enthüllt werden. Die zwei Meter große Gedenkstele auf dem Kirchplatz erinnert ab jetzt an die Friedliche Revolution im Herbst 1989. Während auf der Vorderseite zur Straße hin das Datum und der Flugblatt-Text eines unbekannten Verfassers stehen, sind an den Seitenflächen Zeichnungen zu sehen; auf der Rückseite erinnern sich Zeitzeugen an die damalige Zeit.

Bürgermeister Jürgen Kliewe sprach vor mehr als 100 Zuschauern von einer wilden und aufregenden Zeit im Jahr 1989. Für ihn sei die Stadt Ueckermünde heute das beste Beispiel für die Erfolge der Friedlichen Revolution. Er dankte den damaligen Menschen, die den Wandel vorangetrieben hätten.

 

 

 

 

Oberstes Gebot: Keine Gewalt

Einer davon war Jürgen Jehsert, Superintendent in Ruhestand, der mit seiner Frau extra für die gestrige Veranstaltung in die Haffstadt gereist war. Obwohl es auch viele Gegner der Aktivisten gegeben hätte, hätte die Gruppe Verantwortung übernommen. Oberstes Gebot sei keine Gewalt gegen Menschen und keine Zerstörung der Stadt gewesen, erinnerte sich Jehsert. „Heute sehe ich eine freundliche Entwicklung in meiner Heimatstadt“, sagte der Superintendent. Gleichzeitig mahnte er aber, dass sich die Form der damaligen Ausgrenzung von Menschen nicht wiederholen dürfe. Trotz persönlicher Enttäuschung dürfe man sein Vertrauen nicht in Populisten setzen, spielte er auf die AfD an.

Auch der Bundestagsabgeordnete und gebürtige Ueckermünder Philipp Amthor (CDU) war vor Ort. Er zeigte sich stolz, erinnere die Stele doch an die mutigen Menschen, die vor 30 Jahren maßgeblichen Anteil an der Wende hatten. „Die Mauer ist von innen nach außen gefallen, das lag auch an Ueckermünde“, sagte Amthor. Ein dauerhafter Punkt der Erinnerung sei die Stele auch für weitere Generationen, durch sie werde die Zuversicht in den Vordergrund gestellt.

Wie in zahlreichen ostdeutschen Städten versammelten sich auch in Ueckermünde am 29. Oktober 1989 Tausende Menschen friedlich auf den Straßen, um sich gegen das DDR-Regime aufzulehnen.

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