Verkehrskontrollen in Vorpommern

:

Autofahrer kämpfen am Steuer mit Zombies

Viele Autofahrer konzentrieren sich unterwegs eher auf Spiele auf ihrem Smartphone, anstatt auf den laufenden Verkehr. Das kann auch für andere Verkehrsteilnehmer dramatische Folgen haben.
Viele Autofahrer konzentrieren sich unterwegs eher auf Spiele auf ihrem Smartphone, anstatt auf den laufenden Verkehr. Das kann auch für andere Verkehrsteilnehmer dramatische Folgen haben.
Monika Skolimowska

Die Polizei warnt Autofahrer davor, während der Fahrt auf dem Smartphone mit Apps zu spielen. Bei Verkehrskontrollen im Juli stellten Beamte in der Region 77 Mobiltelefon-Verstöße im laufenden Verkehr fest.

Es ist ein unheimlicher Gedanke, aber das, was sich Tag für Tag auf unseren Straßen abspielt, ist hochgefährlich und unverantwortlich. Stellen Sie sich vor, ein Autofahrer kommt Ihnen mit Tempo 100 entgegen, hat sein Smartphone im Blick und bekämpft darin Zombies oder fängt virtuelle Fabelwesen. Polizeisprecherin Sabrina Kulz warnt: „Das Benutzen des Mobiltelefons, auch während der Fahrt, ist mittlerweile zum Alltag geworden und es werden nicht nur Telefonate geführt oder Sprachnachrichten versendet, sondern auch Spiele gespielt.“

Die basieren zumeist auf der geografischen Position des Spielers, die anhand der GPS-Daten lokalisiert werden. Zahlreiche solcher Apps sind in diversen Play-Stores zu finden. Eine von ihnen ist „Zombies, Run“. In der Beschreibung der App steht: „Mit Kopfhörern im Ohr merken Sie schnell, wenn die virtuellen Untoten langsam zu Ihnen aufschließen und Sie besser noch einmal einen Zahn zulegen sollten.“

Autofahrt im Blindflug

In der Juli-Statistik der Polizeiinspektion Anklam, die zuständig ist für das Gebiet von Krackow im Süden über Ducherow zur Insel Usedom bis nach Neuenkirchen bei Greifswald, sind 77  Autofahrer und 65  Fahrradfahrer bei Handy-Verstößen erwischt worden. Polizeisprecherin Kulz: „Im Bereich Ueckermünde waren es 24, in Pasewalk 23 und in Anklam 17. Bei einer Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern legt man in etwa drei Sekunden eine Strecke von rund 60  Metern zurück, das sind 60  Meter fast im Blindflug. So kommt es häufig vor, dass Verkehrszeichen oder sich nähernde Hindernisse übersehen oder die Mittellinie überfahren und somit auf die falsche Fahrbahnseite abgekommen wird.“

Bei den zahlreichen Kontrollen achteten die Beamten besonders aufs Überfahren einer Ampel bei Rotlicht, das Befahren von Einbahnstraßen, auf die Gewährung der Vorfahrt oder das Benutzen der falschen Fahrbahnseite durch Radfahrer. Sabrina Kulz: „Verstöße, die statistisch Unfall-Schwerpunkte darstellen.“ 389 Mal stellten Polizisten dieses Fehlverhalten inspektionsweit fest.

Besonders schnell auf Usedom unterwegs

Mit 77 Fällen liegt Ueckermünde vor Anklam (68) und dem Bereich Pasewalk (42). Der hat allerdings bei den Rasern mit 187 Fällen die Nase vorn. Es folgt Ueckermünde (37) vor Anklam (24). Sabrina Kulz: „Durch Standkontrollen mit der Laser-Pistole und der Messanlage der Besonderen Verkehrsüberwachung wurden insgesamt 1425  Geschwindigkeits-Verstöße festgestellt.“ Allein 800 davon auf der Insel Usedom. Zwei drückten besonders aufs Gas. Einer raste mit Tempo  95 innerhalb einer geschlossenen Ortschaft, ein anderer mit 156 Stundenkilometern außerorts. Beide hätten höchstens Tempo  70 drauf haben dürfen.

Zu tief ins Glas geschaut hatten vor den Kontrollen 31  Autofahrer. Acht in Anklam, fünf in Ueckermünde, vier in Pasewalk. Ab einem Wert von 1,1 Promille gilt das Fahren unter Alkoholeinfluss übrigens nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Es drohen drei Punkte in Flensburg, eine Freiheits- bzw. Geldstrafe sowie ein mindestens sechsmonatiger Führerscheinentzug.