ANKLAMER ROCKERCHEF BEERDIGT

Bandidos in trauriger Mission

Ihren Schwur, dass sie einander die Treue halten, erfüllen sie. Über 400 Bandidos begleiteten jetzt in Vorpommern einen Freund, einen „Bruder“ sogar, wie sie sagen, auf seinem letzten Weg.
Jürgen Mladek Jürgen Mladek
Sie nennen sich Brüder, und sie schwören sich ewige Treue: Vier enge Weggefährten des Verstorbenen hielten das Versprechen und waren beim letzten Weg dabei.
Sie nennen sich Brüder, und sie schwören sich ewige Treue: Vier enge Weggefährten des Verstorbenen hielten das Versprechen und waren beim letzten Weg dabei. Lutz Storbeck
Bewegende Momente, als der Trauerzug sich in Bewegung setzt.
Bewegende Momente, als der Trauerzug sich in Bewegung setzt.
Es war eine ungewöhnlich große Trauergemeinde, die von dem Anklamer Bandido auf dem Ueckermünder Friedhof Abschied genommen hat.
Es war eine ungewöhnlich große Trauergemeinde, die von dem Anklamer Bandido auf dem Ueckermünder Friedhof Abschied genommen hat. Lutz Storbeck
Ehrendes Gedenken vor dem Porträt des Verstorbenen.
Ehrendes Gedenken vor dem Porträt des Verstorbenen. Lutz Storbeck
Einige Trauergäste reisten mit dem Motorrad an.
Einige Trauergäste reisten mit dem Motorrad an. Lutz Storbeck
Viele Blumen und letzte Grüße für den Verstorbenen.
Viele Blumen und letzte Grüße für den Verstorbenen. Lutz Storbeck
Ueckermünde.

Sie kamen von überall, sogar aus Frankreich, den Niederlanden – mehr als 400 verwegen aussehende Männer, und wer sie kommen sah, der hatte zunächst ein mulmiges Gefühl. Doch es war eine stille, friedliche, traurige Invasion. Die Bandidos waren gekommen, um in Ueckermünde einen aus ihren Reihen zu begraben und dann im Anklamer Clubheim seiner zu gedenken.

„Krawallo“ ließ sich der Tote von seinen „Brüdern“ nennen, und es ist nicht viel, was man über ihn erfährt. 43 Jahre war er alt, als er sterben musste, eine lange, schwere Krankheit, er soll gekämpft haben wie ein Mann. Früher war er Präsident der Anklamer Bandidos, sein Weg in die Welt der Biker begann in Osnabrück.Dass er sich jetzt hier begraben ließ, zeigt, dass er hier offensichtlich nicht nur eine Bruderschaft gefunden hat, sondern auch eine Heimat, die er auch im Tod nicht mehr verlassen wollte.

„Brothers in Arms“ der Dire Straits lief, als seine Kameraden ihn zur letzten Ruhe betteten, vier Männer trugen seinen Sarg, einer trug dem Toten seine geliebte Club-Jacke nach.

Auffällig zurückhaltend die Polizei. Sie wollte sich zwar nicht ganz darauf verlassen, dass der Rocker-Codex, der an einem solchen Tag Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen verbietet (aus Rücksicht auf die Familienangehörigen, Familie gilt den Männern als heilig), halten würde, aber die Erleichterung war spürbar, dass alles ruhig blieb.

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