Krawatten-Verzicht

Befehl von der Chefin: Sei doch mal locker!

Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor wirkt, als habe sich jemand einen Konservativen ausgedacht – auch in der Wahl seiner Kleidung. Jetzt hat ihn die CDU-Generalsekretärin zum Krawattenverzicht genötigt.
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Philipp Amthor (CDU)
Philipp Amthor (CDU) Claudia Malangre
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Berlin.

25 Jahre ist Philipp-Amthor erst alt – und damit der zweitjüngste Abgeordente im deutschen Bundestag. Der in Vorpommern und dem östlichen Mecklenburg direkt ins Parlament gewählte Abgeordnete mit Heimat in der Uecker-Randow-Region sorgte in den vergangenen Monaten bundesweit für Aufmerksamkeit. Das lag wohl auch an seinem Alter, aber auch daran, dass er sich als konservativer Hardliner in der Union profiliert. Das hatte ihm viel Spott, aber auch Anerkennung eingebracht.

Seinen äußerlichen Auftritt hat der CDU-Politiker jedenfalls auf sein Image abgestimmt: Man sieht ihn so gut wie immer im feinen Anzug mit breiter Krawatte – das gilt natürlich ganz besonders in Berlin. Wie Amthor nun allerdings selbst auf seiner Facebook-Seite mitteilte, hat er kürzlich auf einem Empfang einen Befehl von allerhöchster Stelle erhalten, seine Krawatte abzulegen. Amthor postete ein Foto, dass ihn mit CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer zeigt – und mit Krawatte in der Hand.

„Auf Wunsch” Kramp-Karrenbauers sei dieses krawattenlose Foto entstanden, schreibt Amthor. Ob die einmalige Maßnahme nachhaltig etwas an der Wirkung Amthors ändert, sei dahingestellt. Amthor hatte jedenfalls kürzlich betont, er sehe kein Risiko, sich im „Raumschiff Berlin” von seinem Wahlvolk zu entfernen – mit folgendem Satz: „Wenn ich mir am Wochenende dann den dicken Hasen auf den Schoß setze bei der Rassekaninchenschau oder zum Schützenfest gehe, dann lebe ich ganz sicher nicht in einer Blase.”

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