MORD IN TORGELOW

Belastet der dringend tatverdächtige Stiefvater Leonies Mutter?

Was wusste die Mutter der ermordeten Leonie und welchen Anteil hat sie am Tod des Mädchens? Fragen, die auch im Prozess gegen David H. beantwortet werden sollen.
Bei einem Ortstermin huschte Leonies Mutter (Mitte, rote Haare) in die Wohnung, in der Leonie zu Tode kam.
Bei einem Ortstermin huschte Leonies Mutter (Mitte, rote Haare) in die Wohnung, in der Leonie zu Tode kam. Christopher Niemann
Torgelow.

Das öffentliche Interesse ist riesig, der grausame Mord an der kleinen Leonie bewegt die Menschen über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus. Doch wenn am 24. September vor dem Landgericht Neubrandenburg der Prozess gegen David H., den 28-jährigen Stiefvater Leonies eröffnet wird, fehlt ein wichtiges Puzzleteil. Auf der einen Seite der unter Mordanklage stehende Stiefvater, auf der anderen Seite die unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung stehende leibliche Mutter Janine Z. – noch ist nicht abschließend geklärt, wer das sechsjährige Mädchen wann und wie bis in seinem Tod über Monate gequält hat.

Angeklagt ist bisher nur der Stiefvater – David H. muss sich wegen Mordes durch Unterlassen sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen in sieben Fällen verantworten. David H. soll neben Leonie auch den zweijährigen Sohn seiner Lebensgefährtin, Janine Z., seit Herbst vorigen Jahres wiederholt misshandelt haben.

Aussagen des Stiefvaters sollen in Ermittlungen einfließen

Zwar wird seit Monaten auch gegen Janine Z. ermittelt, zu einer Anklage hat sich die Staatsanwaltschaft aber noch nicht durchgerungen. „Wir werden die Verhandlungen gegen den Stiefvater und dessen möglichen Aussagen natürlich intensiv verfolgen und diese in unsere Ermittlungen einfließen lassen“, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Erst nach Auswertung der Stiefvater-Aussagen vor Gericht soll entschieden werden, ob auch gegen die Mutter Anklage erhoben wird – und das fehlende Puzzleteil bei der Aufklärung des Falls hinzugefügt werden kann.

+++ Alle Artikel zum Todesfall Leonie finden Sie hier. +++

Leonie war am Abend des 12. Januars in der heimischen Wohnung in Torgelow gestorben. An ihrem Todestag hatte David H. nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft mit „stumpfer Gewalteinwirkung“ gegen den Kopf des Mädchens geschlagen. Diese Schläge hätten zu einer Gehirnblutung bei Leonie geführt. Nachdem sich der Gesundheitszustand des Mädchens deutlich verschlechtert habe und auch Orientierungslosigkeit und Verhaltensauffälligkeiten eingetreten seien, soll es David H. laut Staatsanwaltschaft bewusst unterlassen haben, rechtzeitig den Rettungsdienst zu alarmieren – wohl, weil er nicht wollte, dass seine Gewalttätigkeit auffliegt.

David H. sitzt seit seiner Festnahme im Januar in Untersuchungshaft – und wird dort nach Prüfung des Oberlandesgerichts Rostock aufgrund des dringenden Tatverdachts auch bis auf weiteres bleiben müssen. Grundsätzlich gilt, dass die maximale Dauer für eine Untersuchungshaft auf sechs Monate beschränkt ist. Nur bei besonderen Schwierigkeiten oder einem anderen wichtigen Grund darf eine Fortdauer angeordnet werden. Das Oberlandesgericht kann in solchen Fällen die Fortdauer der Untersuchungshaft auch über die Sechsmonatsfrist hinaus verlängern.

 

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