Einwohner protestieren gegen Funkturm
Besorgte Funksignale aus Ueckermünde

Im Ueckermünder Backofenweg entsteht ein Funkmast. Die Anwohner wollen sich dagegen wehren.
Im Ueckermünder Backofenweg entsteht ein Funkmast. Die Anwohner wollen sich dagegen wehren.
Simone Weirauch

Ueckermünder Häuslebauer fühlen sich überrumpelt: Gleich neben ihren neuen Eigenheimen wird ein stählerner Sendemast montiert. Sie befürchten eine gefährliche Strahlenbelastung und wollen sich jetzt wehren.

Als der Kran in diesen Tagen am Ueckermünder Bauhof mit dem Aufstellen eines 40 Meter hohen Stahlgittermastes begann, haben einige Anwohner einen Schreck bekommen. Niemand von den Häuslebauern im Backofenweg oder den Anwohnern in der Ueckerstraße und im Grünen Weg ist zuvor über diese Baupläne informiert worden. Jetzt ist die Aufregung groß. Auch wenn das Bundesamt für Strahlenschutz die gängige Mobilfunkstrahlung als gesundheitlich unbedenklich einstuft, sind viele Menschen in Sorge. Denn die Auswirkungen von Frequenzen, wie sie für die neue 5G-Technik genutzt werden, sind noch nicht untersucht.

Ein Sprecher: Der Mobikfustmast ist unbedenklich

Schon am 24. April schrieb der Nordkurier über den Fundamentbau auf dem Bauhofgelände und dass die Deutsche Funkturm dort im Auftrag der Telekom einen Mobilfunkmast baut. Auf die Frage nach den Auswirkungen auf die Anwohner, hatte ein Sprecher des Unternehmens erklärt: „Der Mobilfunkmast ist wie alle anderen unserer 29 000 Standorte in Deutschland von der Bundesnetzagentur freigegeben und wird durch die unabhängige Behörde auf dessen Unbedenklichkeit für die Bevölkerung kontrolliert.“

Mehr als 30 Anwohner kündigen Protest an

Keine 50 Meter neben dem Turmfundament stehen die ersten von 14 neuen Häuschen, die in der Eigenheimsiedlung am Backofenweg gebaut wurden. Viele junge Familien mit Kindern haben sich dort ein Zuhause geschaffen. „Wir hatten erst angenommen, auf dem Bauhof entsteht eine neue Lagerhalle“, sagte ein Anwohner. Doch dann wurde der Turm errichtet. Mehr als 30 Anwohner wollen sich nun dagegen wehren. Sie bezweifeln, dass das Genehmigungsverfahren rechtens gelaufen ist, und haben sich deshalb bereits an den Bürgerbeauftragten des Landes gewendet.

Kommentare (4)

Sich gegen Strahlenbelastung wehren, aber zu Hause schön WLAN nutzen und am besten noch mit Smartphone auf dem Nachttisch einschlafen - genau mein Humor. Mietern wird von Wohnungsgenossenschaften einfach eine Antenne aufs Mehrfamilienhaus gesetzt, da kräht kein Hahn nach (warum auch?). Es ist oft die gleiche Leier: Der "böse" Turm wirkt bedrohlich, der wirft doch Schatten, sowas will ich auf meinem teuer bezahlten Grundstück nicht ständig im Sehfeld haben, das ist der Wertentwicklung nicht zuträglich... alles verständlich - aber bitte doch nicht Angst vor Strahlung auf die Fahne schreiben, um gar wohltätiges Ansinnen vorzutäuschen.

Ich möchte gern kurz auf Ihren Kommentar eingehen. 1. Mein WLAN kommt aus einem Erdkabel und nicht von einem Funkmast und kann zudem jederzeit abgeschaltet werden. 2. Haben Sie sich schon einmal mit Studien zu dem Thema Strahlung durch Funkmasten beschäftigt? Entgegen den Behauptungen von Mobilfunkanbietern gibt es sehr Wohl Langzeitstudien bzgl. der Strahlung solcher Masten. 3. Ich möchte wetten Sie selbst haben keinen dieser Masten in Ihrem Garten stehen haben.

1. kommt Wlan nicht aus dem Erdkabel, sondern es handelt sich um die drahtlose Datenverbindung zwischen Router und Mobiltelefon, 2. ist elektromagnetische Strahlung lt. Studien wirklich gesundheitsgefährdent, aber mittlerweile gibt es so viele drahtlose Geräte im Haushalt (Telefon, Handy, Fernbedienungen, Smarthome-lösungen usw.), daß ein Funkmast mehr oder weniger nicht isns gewichrt fällt, da die im Haus erzeugte Strahlung deutlich stärker ausfällt. 3. Ich möchte natürlich auch nicht ständig auf einen Mast und Windrad sehen müssen.

Überall wird WLAN und (eigentlich viel "schlimmer") DECT genutzt wird. Richtigerweise müssten Sie daher nur per Kabel ins Internet gehen und auch kein schnurloses Festnetztelefon benutzen. Sie setzen Ihren Körper durch direkte Nähe der Strahlung unmittelbar aus. Und wie "gefährlich" WLAN und DECT sind, kann man auch in "Studien" nachlesen. Selbst über Bluetooth kann ich solche "Studien" finden, wenn ich will. Dank Internet kann sich jeder passende "Studien" suchen. Dazu kommt noch die Einstrahlung von Nachbarn und die Bestrahlung am Arbeitsplatz. Also wenn schon Angst vor Strahlenbelastung, dann bitte auch in allen Lebensbereich konsequent handeln.