Aus für Vereinshaus

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Biker-Räumung: Der ganze Schrott muss raus

Alle packen mit an. Hier werden die Reste eine Autos von Mitgliedern des „Bikertreff und Car-Racing e.V.“ mit dem Radlader und Muskelkraft zum Schrottcontainer gebracht.  
Alle packen mit an. Hier werden die Reste eine Autos von Mitgliedern des „Bikertreff und Car-Racing e.V.“ mit dem Radlader und Muskelkraft zum Schrottcontainer gebracht.
Holger Schacht

Biker und Stockcar-Fahrer müssen in Ueckermünde ihr Vereinshaus räumen und sind auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Beim Verschrotten der alten Autos half ihnen die freiwillige Feuerwehr, die damit üben konnte.

Peter Späth, Spitzname „Teufel“und seine Truppe vom „Bikertreff und Car-Racing e.V.“ müssen ordentlich ranklotzen. Bis Ende September muss das etwa ein Hektar große Gelände samt Vereinshaus im Ueckermünder Kanalweg geräumt werden. Späth: „Wir haben eine letzte Gnadenfrist bekommen, sind Ueckermündes Vize-Bürgermeister Jürgen Kliewe dafür sehr dankbar.“

Eigentlich hätten die Schrauber schon im Juli raus sein sollen. Bisher fehlen ihnen jedoch neue Räumlichkeiten, in denen Motoren und Ersatzteile gelagert werden können. Gesucht werden eine alte Scheune oder fünf zusammenhängende Garagen, meint Späth. Bis die gefunden sind, muss der ganze Schrott in Containern weg. Sonnabend machten sich „Teufel“ und seine 18 Männer und Frauen an die Autos ran, zerlegten sie. Dabei unterstütze sie die freiwilligen Feuerwehr mit besonderer Hilfe.

„Wir nutzen die Möglichkeit, um an den Wagen Notfall-Situationen zu üben, haben mehrere Kameraden mitgebracht, die noch nicht so lange dabei sind,“ sagt Gruppenführer und Ausbilder Kevin Krause. Trainiert wurde unter anderem an einem alten Opel Omega, in dem nach einem Unfall am Steuer eine fiktive Frau saß – verletzt und eingeklemmt.

Der Ausbilder zeigte den anderen Rettern, wie sie ans Unfallopfer herankommen. Zufrieden blicken Krause und seine Kameraden am Ende auf ihr Werk der Zerstörung: „Hat gut geklappt.“ Zeitgleich zertrümmern „Teufel“ und seine Truppe Autos an anderen Stellen des Geländes und bringen Teile mit dem Radlader zum Abtransport.

Keine Ersatz-Unterbringung in Sicht

Vize-Bürgermeister Kliewe hat kein Objekt, das er dem Verein zur Verfügung stellen kann: „Den Bikern war klar, dass sie sich eines Tages was Neues suchen müssen.“ Das Grundstück mit Haff-Blick steht seit Jahren zum Verkauf, jetzt soll das Gebäude bis Frühjahr 2019 abgerissen sein. Kliewe: „Mit Gebäude finden wir keinen Käufer.“ Wohnungen können dort laut Bebauungsplan nicht entstehen, wohl aber eine Pension oder ein Fahrradhotel. Kliewe: „Auch einen Campingplatz könnte ich mir vorstellen.“ Unter 80 Euro pro Quadratmeter will die Stadt das Grundstück allerdings nicht hergeben.

Im Jahr 2014, als der Verein noch „Bikertreff Eggesin“ hieß, wurde ihnen vom Vermieter des Vereinshauses wegen Eigenbedarfs gekündigt. Danach zogen sie in einen Pferdestall nach Ueckermünde, stellten Ofen und Bänke rein. Der Stall ist damals durch einen Anschlag zerstört worden. Späth über die aktuelle Situation: „Wir brauchen erneut Hilfe.“