Unsere Themenseiten

Reaktion auf Facebook

:

Böhmermann kanzelt Kritik des Nordkurier ab

Jan Böhmermann hat in einem Video auf Facebook die Kritik an seiner Sendung zurückgewiesen.
Jan Böhmermann hat in einem Video auf Facebook die Kritik an seiner Sendung zurückgewiesen.
Screenshot von facebook.com/jboehmermann

Der Komiker Jan Böhmermann hat sich zu einem kritischen Nordkurier-Artikel über seine Sendung geäußert – und kein gutes Haar daran gelassen. Der Nordkurier-Autor hatte sich mit einem Beitrag über den CDU-Politiker Philipp Amthor auseinandergesetzt.

Nein, es war kein freundlicher Kommentar, den Nordkurier-Autor Jürgen Mladek in der vorigen Woche über einen Beitrag des TV-Unterhalters Jan Böhmermann (Neo Magazin Royale, ZDF) veröffentlichte. Aber der Beitrag des Satirikers, der vergangenes Jahr mit seinem Schmähgedicht über Recep Tayyip Erdogan bekannt wurde, war auch nicht ganz ohne. Böhmermann hatte sich zuvor über den 25-jährigen CDU-Abgeordneten Philipp Amthor aus der Uecker-Randow-Region lustig gemacht.

Der Vorwurf unseres Autors: Böhmermann habe einfach nur draufgehauen und ohne jeden Anspruch auf den jungen Politiker eingedroschen. So ganz konnte das der Komiker offenbar nicht auf sich sitzen lassen. In seiner wöchentlichen Kolumne „Urteil”, die sich mit Reaktionen auf seine Sendung auseinandersetzt, spöttelte er deswegen auf Facebook jetzt in ähnlicher Weise über den Beitrag im Nordkurier.

Böhmermann: Weder Politikerverachtung, noch Mobbing

Er habe, so Böhmermann „einen tollen Artikel gelesen in der berühmten Zeitung Nordkurier”. Der Autor sei sich nicht zu schade gewesen, „nochmal zu sagen: Meinungsfreiheit 'Ja', Satire 'Ja', aber wenn es an Politiker rangeht und wie die sich in der Öffentlichkeit verhalten, dann muss irgendwann mal Schluss sein mit Satire!” Dass der Nordkurier-Kommentar sich eigentlich mit einem anderen Aspekt, nämlich der Unflätigkeit des Böhmermann-Beitrags auseinandersetzt, verschweigt der Komiker.

Das Urteil zu Episode 96:

Später in seinem Video äußert er sich allerdings noch einmal zur generellen Kritik an dem Amthor-Beitrag. Der sei aus seiner Sicht, weder Politikerverachtung, noch Mobbing. „Es läuft intern unter: Der Macht auf die Finger schauen. Und da kannst du 25 sein, da kannst du Segelohren haben und ein bisschen lustig aussehen. Du bist halt Bundestagsabgeordneter. Liebe Freunde, ganz ehrlich: Wenn nicht über Politiker, über Bundestagsabgeordnete – über wen denn dann?”

Gehässigkeiten dürften Amthors Bekanntheit steigern

Auch andere Medien hatten sich in den vergangenen Tagen kritisch mit der Böhmermann-Sendung auseinandergesetzt, beispielsweise die Online-Ausgaben von Cicero und die Süddeutsche Zeitung. In letzterer hieß es über die aktuelle Sendung, Böhmermann habe da „mit dem eher gröberen Besteck hantiert”. Und später: „Das war nicht die feine Art.”

Gleichwohl hatten sich auch viele Nordkurier-Leser kritisch mit dem Kommentar auseinandergesetzt. Nur einer blieb ganz stumm: Philipp Amthor. Ihm dürfte klar sein, dass auch die Gehässigkeiten eines Jan Böhmermann letztlich in erster Linie seine Bekanntheit steigern.

Kommentare (3)

Wer sich ins öffentliche Leben bewegt, muss mit Reaktionen rechnen. Und wer dabei einen eigenen Weg geht und damit aus der breiten Masse des Konformismus herausragt, muss ebenso mit Satire rechnen. Das bezieht sich übrigens nicht nur auf den oben beschriebenen aktuellen Fall, dass gab es schon immer. Jan Böhmermann steht da in einer langen Tradition einer Art von Polit-Comedy selbst aus zeiten, als es das Wort Comedy noch gar nicht gab, als sogenannte Parodisten in ihren Sketchen eher persönliche Eigenheiten aufgriffen als politische Inhalte. Da waren die Darstellungen eines Willy Brandt durch Thomas Freitag noch witzig, die Kohl- und Strauß-Parodien zahlloser Künstler zwischen originell und schrecklich und selbst aktuelle Arbeiten beispielsweise eines Matthias Richling, der in seinen Parodien schon immer Eigenheiten der Parodierten einbaute, die dese nicht mal haben, verdienen eher einer sachlichen Kritik als das Aufmerksamkeit erheischende Mimimi der hiesigen Autoren. Der unterstellte Grund für das Schweigen von Herrn Amthor im letzten Satz bezieht sich vermutlich auch auf sie, nur, dass sie es dem Vorbild bietenden CDU-Politker nicht gleichtun.

Das hat weder mit Satire noch mit Parodie zu tun! Wenn er der Meinung das Schüler welche bessere Leistungen erbringen wie andere zusammengeschlagen werden sollen und sich so darstellt wie dieser Traumtänzer der in seinem Leben noch nicht einen Handschlag gearbeitet hat! Ich hoffe dass er dies bald nachholen kann den das ZDF dürfte an einer weiteren Beschäftigung kaum noch interessiert sein wenn der Aufsichtstrat sich mit den Menschenverachtenden Gewaltphantasien dieses sogenannten Komikers sich auseinandersetzt kann sie gar nicht anders als die Zusammenarbeit zu beenden und da wird ihm diesmal kein Preis verleihen und auch kein Gesetz für ihn geändert. Willkommen im Leben manchmal werden auch die Fressen poliert von Klassen Clowns man in seinem Jargon zu sagen pflegt.

Die Formulierung der SZ, Böhmermann habe „mit dem eher gröberen Besteck hantiert”, gefällt mir gut. Damit könnte man den Kommentar im Nordkurier, auf den sich Böhmermann und der obige Artikel beziehen, ebenso gut klassifizieren. Ich weiß nicht, warum Sie aus dieser relativ harmlosen Geschichte einen derartigen Staatsakt machen. Oder schwingt da die Sehnsucht des Provinzredakteurs nach dem Ausbruch aus der relativen Bedeutungslosigkeit mit?