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Staatssekretär plant Neujahrsempfang

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Braucht Patrick Dahlemann sein eigenes Hoffest?

Patrick Dahlemann will am 26. Januar einen eigenen Neujahrsempfang abhalten.
Patrick Dahlemann will am 26. Januar einen eigenen Neujahrsempfang abhalten.
Jens Büttner

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte gerade erst zum eigenen Jahresempfang nach Pasewalk geladen. Nun macht es ihr Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann nach. Er empfängt mit seiner Haff-SPD am 26. Januar Gäste im Torgelower Ueckersaal. Unsere Redakteure Thomas Krause und Christoph Schoenwiese haben unterschiedliche Ansichten zur Frage, ob das unbedingt sein muss.

Warum denn nicht?

Thomas Krause meint:

Wer nicht wirbt, der stirbt! SPD-Mann Patrick Dahlemann dürfte zu den Menschen gehören, die diesen alten Spruch tief verinnerlicht haben. Ganz tief. Werbung in eigener Sache betreibt Vorpommerns Staatssekretär durch seine Aktivitäten jede Menge, es gibt sozusagen kein Themenfeld, das Dahlemann nicht besetzt hat in den vergangenen Monaten. Der Mann ist omnipräsent. Und jetzt auch noch ein eigener Neujahrsempfang – ein wenig getarnt als Veranstaltung der SPD-Ortsvereine Torgelow und Ueckermünde.

Natürlich darf man fragen: Muss das jetzt auch noch sein? Man kann aber gleichwohl die Gegenfrage stellen: Warum denn nicht? Jeder Landtagsabgeordnete hat schließlich die Möglichkeit, sich bei einem Empfang den Wählern zu präsentieren. Patrick Dahlemann nutzt diese Chance jetzt einfach, andere eben nicht. Und das ist völlig legitim.

Hinzu kommt bei Dahlemann der Fakt, dass er als Staatssekretär mittlerweile Vorpommerns wichtigster Politiker ist, und der darf durchaus zu einem Jahresempfang laden. Dass der SPD-Politiker dabei künftig auch verdienstvolle Menschen aus Vorpommern ehren möchte, spricht zudem dafür, dass er sich Gedanken gemacht hat über seine Veranstaltung.

Der König hält Hof

Christoph Schoenwiese sieht das ganz anders:

Nun kommt also doch noch ein Vorpommer zu einer verdienstvollen Auszeichnung für sein Wirken in der Region. Wenn es schon nicht beim Neujahrsempfang der Ministerpräsidentin klappt – es sei erinnert, dass am Montag in Pasewalk zum dritten Mal in Folge ausschließlich Mecklenburger geehrt worden waren –, dann wenigstens bei einem eigenen Neujahrsempfang. Der steht immerhin unter Federführung vom Vorpommern-Staatssekretär. Man könnte applaudieren. Immerhin sorgt Dahlemann mit seiner hiesigen SPD dafür, dass Vorpommern nicht schon wieder über die rutschige Ostseeklippe fällt.

Es darf aber trotzdem die Frage erlaubt sein, warum Dahlemann nicht stärker für seine Vorpommern geworben hat, als es darum ging, wer den Landesverdienstorden von Manuela Schwesig überreicht bekommt. Sein Einfluss auf Schwerin ist wohl doch nicht so groß.

Ein eigener Neujahrsempfang, Pardon, natürlich der der Haff-SPD, ist natürlich einfacher als eine zehrende Diskussion mit der Chefin. Man muss ernsthaft die Frage stellen, ob Dahlemann sich nicht längst als Ministerpräsident von Vorpommern fühlt. Diese neue Stufe der eigenen Selbstinszenierung lässt das jedenfalls vermuten.

Und dass Manuela Schwesig ihren Segen gibt, täuscht nicht darüber hinweg, dass es ab sofort zwei Neujahrsempfänge gibt: einen von der Ministerpräsidentin für Mecklenburg und einen für die Vorpommern – vom Vorpommern-König höchst selbst geplant und veranstaltet.

 

Zum Hintergrund:

Die SPD-Ortsvereine Torgelow und Ueckermünde sowie der Landtagsabgeordnete und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann laden am 26. Januar erstmals zu einem Neujahrsempfang ein. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im Ueckersaal.

Die Entscheidung dafür fiel laut Dahlemann, weil es nicht mehr all zu viele politische Empfänge in der Region gebe, so Dahlemann, der Hauptinitiator dieser Veranstaltung ist. Es soll zudem der „Rote Greif” an Vorpommern verliehen werden, die sich für die Regoin starkgemacht haben.

Die Veranstaltung sei laut Dahlemann auch mit der Landesregierung abgestimmt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sei involviert; sie begrüße den Empfang sehr.

Kommentare (3)

Das Pro und Kontra ist nun ein eingeführtes NK-Spiel. Das will ich nicht kommentieren. Im vorliegenden Fall lädt ein SPD-Ortsverein zu einem Neujahrsempfang ein. Das tun nun wirklich alle OVs in MV. Mit ihren Repräsentanten auf allem Ebenen. Zufällig entstand Herr Dallmann noch aus der Region, und hier wird gefrozelt, dass er Hof hält. Vor einem Jahr hat der NK gefrozelt, u. a. das Vorpommern in Schwerin vergessen wird. Was denn nun? Tatsächlich ist es hier eine SPD-Veranstaltung und kein Staatsakt. Empört Euch lieber über den Umgang des NK mit seinen Zustellern. Ok, ist ja auch kein Wohlfahrtsverband. (Ironie off).

glaubt, er könne in seiner Heimat einen auf "Herzog von Restpommern" machen, so hat er sich getäuscht. Für einen Sozialdemokraten geziemt sich solches Gehabe schon mal gar nicht. Und bei den Wählern kommen Extrawürste wie die Hochzeit am Heiligen Abend auch nicht gut an. Weniger Eitelkeit und mehr Bürgersinn stünde ihm gut zu Gesicht.

Ich kann mich Herrn Oppermann nur anschließen. Pro und Kontra abzuwegen, ob ein Neujahrsempfang gerechtfertigt ist oder nicht, interessiert niemanden. Ausser diejenigen die über ihr eigenes Unvermögen nicht hinweg kommen und keinen Sinn für Veränderungen haben. Empfänge solcher Art sind Foren, um Bürger, Politik und Wirtschaft noch enger zu verknüpfen, wovon Vorpommern sehr wohl partizipieren könnte. Dem NK stünde es gut seine Berichterstattung in den Lokalausgaben zu überdenken und zu hinterfragen. So viel einfallslose Artikel, gerade in der Samstag Ausgabe, suchen ihres Gleichen und verdienen den Titel "Journalistische Arbeit" in keinster Weise.