LUFTVERSCHMUTZUNG

Bürgerinitiative holt sich Rückendeckung gegen Gießerei

Noch immer kämpft die Bürgerinitiative „Unser Ueckermünde“ gegen Umweltbelastungen durch die MAT Gießerei. Und will die Stadt an ihrer Seite – und braucht das Ja der Stadtvertretung.
Seit mehr als zwei Jahren kämpft eine Bürgerinitiative in Ueckermünde gegen die Umweltbelastungen durch die MAT
Seit mehr als zwei Jahren kämpft eine Bürgerinitiative in Ueckermünde gegen die Umweltbelastungen durch die MAT Gießerei. NK-Archiv/Weirauch
Ueckermünde ·

Wieder standen die Tore der Produktionshalle weit auf. Jan Maczewski von den Freien Wählern Ueckermünde beschreibt mit Nachdruck, wie sich der MAT Gießereibetrieb in Ueckermünde offenbar über Festlegungen hinwegsetzt, die die Luft- und Lärmbelästigung für Anwohner verringern sollen. „Natürlich verstehen wir, dass die Mitarbeiter das Bedürfnis haben, die Tore zu öffnen, es war ja einige Tage sehr warm“, sagt Jan Maczewski. Aber dies sei doch ein weiterer Beleg für die untragbaren Produktionsbedingungen in der Gießerei. „Und wie wird es erst sein, wenn es im Sommer über eine lange Zeit heiß ist?“

Stadtvertretung will ebenfalls Veränderungen

Jan Maczewski unterstreicht mit diesen Worten im Ueckermünder Bauausschuss den Antrag, den er als Stadtvertreter (Freie Wähler UEM) gemeinsam mit der CDU und der FDP eingebracht hat. Sie wollen erreichen, dass die Stadtvertretung den Bürgermeister und seine Stellvertreter beauftragt, sich gemeinsam mit den zuständigen Fachämtern und staatlichen Behörden dafür einzusetzen, dass die Umweltbelastungen durch die Gießerei eingestellt und die Bürger geschützt werden.

Druck gegen ein großes Unternehmen?

Die Unterstützung der Stadtvertreter scheint ihm sicher – auch wenn nicht jeder daran glaubt, gegen das Management eines großen Unternehmens etwas ausrichten zu können. Klaus Laade (CDU) fragt: „Wie wollen wir als Kommune Druck auf ein großes Unternehmen ausüben?“ Andre Klink (Bürgerbund Ueckermünde) ist da optimistischer: „Ich glaube, die Gießerei hat den Schuss gehört, aber sie spielen auf Zeit.“ Da knüpft Jan Maczewski an: „Um so mehr brauchen wir als Bürgerinitiative jetzt die Unterstützung der Stadt und der Behörden“, sagt er.

Bürgermeister Jürgen Kliewe stimmt ihm zu. „Als die Bürgerinitiative 2019 begann, gegen die jahrelangen Missstände beim Umweltschutz durch die Gießerei vorzugehen, wurde sie kaum ernst genommen, aber sie hat inzwischen durch Beharrlichkeit viel Aufmerksamkeit erreicht“, schätzt Kliewe ein. Auch die Stadt dürfe nicht tatenlos zusehen, wie ein Produktionsbetrieb sich über Umweltauflagen hinweg setze und weiterhin die Luft verschmutze. „Da müssen auch die zuständigen Behörden in die Pflicht genommen werden“, sagt Jürgen Kliewe.

Ueckermünde hat immerhin große Pläne beim Ausbau des Tourismus, ein Hotel und eine Reha-Klinik sollen gebaut werden.

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Kommentare (1)

Das ist Trinkwasser - - Die Gießerei möge als Kühlwasser aufbereitetes Haffwasser oder anderwertiges Oberflächenwasser /Brauchwasser benützen!