SENDEMASTEN

Bürgermeister fordert bei Funklöchern mehr Tempo von Politik

Eigentlich sollte der Mobilfunkmast in Meiersberg in diesem Jahr stehen. Doch offenbar müssen die Einwohner doch noch länger mit Funklöchern leben. Denn zweieinhalb Jahre dauert das Genehmigungsverfahren.
„Wie sollen die Funklöcher gestopft werden, wenn das Genehmigungsverfahren einige Jahre in Anspruch nimmt?“,
„Wie sollen die Funklöcher gestopft werden, wenn das Genehmigungsverfahren einige Jahre in Anspruch nimmt?“, fragt der Meiersberger Bürgermeister Gerhard Seike. Nordkurier-Archiv
Hier arbeitet von einer Drehleiter aus ein Techniker an einem neuen Sendemast. Die Telekom hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl
Hier arbeitet von einer Drehleiter aus ein Techniker an einem neuen Sendemast. Die Telekom hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Mobilfunk-Standorte in Deutschland von jetzt 29.000 auf 36.000 im Jahr 2021 zu erhöhen. Matthias Balk
Meiersberg.

Eine böse Überraschung erlebt gerade Meiersbergs Bürgermeister Gerhard Seike beim Thema Funkloch. „Wir haben mit der Telekom einen Vertrag abgeschlossen. Ich bin optimistisch, dass bei Meiersberg noch in diesem Jahr ein Mobilfunkmast steht“, hatte er im August gesagt. Doch der Zeitplan lässt sich nicht halten. Zwar sind bei einem Vor-Ort-Termin von Telekom-Leuten bereits Bodenproben genommen worden, doch vor dem Frühjahr 2021 wird das nichts mit dem Funkmast. „Die Telekom bräuchte für die Aufstellung lediglich drei Wochen“, sagt Seike. Im Notfall, wie bei den verheerenden Waldbränden in Brandenburg, benötigt sie sogar nur wenige Stunden, um an den abgelegensten Orten Funktelefonie zu ermöglichen.

Gefahr ist groß, dass die Prozedur wiederholt werden muss

In Meiersberg sei das allerdings nicht möglich, erläuterten Telekom-Mitarbeiter dem Bürgermeister. „Die sagten mir, dass das Genehmigungsverfahren zweieinhalb Jahre dauere“, schüttelt Seike den Kopf. „Wenn wir Funklöcher schneller stopfen sollen, müssen Antragsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden“, fordert auch Telekom-Technik-Chef Walter Goldenits. Bisher müssen beispielsweise die von der Telekom geprüften Sendedaten der neuen Antennen der Bundesnetzagentur vorgelegt werden. Ziel ist, dass es innerhalb des Netzes zu keinen Störungen kommt. Die Bundesnetzagentur berechnet dann die Daten noch einmal neu. „Sollte auch nur die kleinste Gefahr einer Störung bestehen, müsse die Telekom diese Verfahren noch einmal wiederholen“, sagt Walter Goldenits.

Seike irritiert die Aussage des Schweriner Ministers

Bürgermeister Seike fordert von Politik und Verwaltung mehr Tempo. Er machte sich bei einer Veranstaltung mit Landesminister Christian Pegel (SPD) Luft. „Wir reden, reden und reden. Ich verstehe nicht, warum das mit dem Sendemast so lange dauert.“ Pegel bestätigte die durchschnittliche Dauer des Verfahrens von „900 Tagen“. „Wo ein Sendemast errichtet wird, gibt es immer mindestens einen, der was dagegen hat. So ist das in einer Demokratie, wir müssen die Bürger mitnehmen.“

Bürgermeister Gerhard Seike zuckt mit den Schultern. „Wenn sich ein Minister mit diesem Tempo einverstanden erklärt, also, dazu fällt mir nichts mehr ein“, sagt er.

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