Ueckermündes Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) geht in die Offensive. Die Forderung nach einem Drogentest vergleicht er mit Vorgängen im Reich.
Ueckermündes Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) geht in die Offensive. Die Forderung nach einem Drogentest vergleicht er mit Vorgängen im Reich. Archiv
Nach Drogenbeichte

Bürgermeister Walther sieht sich als Opfer einer Kampagne

Ueckermündes Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) geht nach seiner Drogenbeichte nun in die Offensive. Laut seinem Anwalt Peter Michael Diestel sei er nie abhängig gewesen.
Ueckermünde

Der wegen seiner Drogenbeichte schwer unter Druck stehende Ueckermünder Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) geht in die Offensive. Über Prominenten-Anwalt Dr. Peter Michael Diestel ließ Walther mitteilen, dass er in „Wahrnehmung seiner verfassungsrechtlichen Rechte” einen „von verschiedenen Seiten geforderten Drogentest” ablehne. Im Auftrag Walthers schreibt Diestel: „Damit stellt er sich einer Diffamierungskampagne entgegen und verweist darauf, dass zwangsweise medizinische Untersuchungen letztmalig im Dritten Reich zu irreparablen Menschenrechtsverletzungen geführt haben.”

Bürgermeister tritt nicht zurück

Dienstagabend tagt der Hauptausschuss, bei dem Ueckermündes Stadtvertreter besprechen wollen, wie sie als Dienstherr Walthers weiter gegen ihn vorgehen wollen. Im Raum steht die Forderung nach einem Drogentest. Sollte Walther den verweigern, könnten die Stadtvertreter eine Suspendierung erwägen.

Von Rücktritt will Walther nichts wissen. Diestel: „Mein Mandant wird, wie bisher, mit großem Engagement seine von den Wählern und Wählerinnen übertragenen Dienstgeschäfte weiter wahrnehmen.” Eine Drogensucht streitet Walther ab. Diestel: „Seine in der Vergangenheit getätigten Schilderungen zu eigenen Erfahrungen im Umgang mit Drogen erfolgten ausschließlich in der Absicht, auf das Gefährdungspotenzial solcher Substanzen hinzuweisen. Mein Mandant erklärt ausdrücklich, dass er selbst in keinerlei Abhängigkeit zu irgendwelchen Drogen steht oder gestanden hat.”

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