TOD DER SECHSJÄHRIGEN LEONIE

Caffier kündigt Konsequenzen im Torgelower Todesfall an

Jetzt steht fest: Dem Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow liegt eine Straftat zugrunde. Ihr Stiefvater David H. ist weiterhin flüchtig. Das Innenministerium will Schwachstellen in der Polizei aufdecken.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Innenminister Lorenz Caffier das Polizeipräsidium in Neubrandenburg beauftragt, seinem Ministerium einen "umfassenden Bericht vorzulegen, in dem die Situation, wie es zur Flucht kommen konnte, genauestens dargelegt und aufgeklärt wird".
Innenminister Lorenz Caffier das Polizeipräsidium in Neubrandenburg beauftragt, seinem Ministerium einen „umfassenden Bericht vorzulegen, in dem die Situation, wie es zur Flucht kommen konnte, genauestens dargelegt und aufgeklärt wird”. NK-Archiv / Klaus-Dietmar Gabbert
Torgelow.

Das Schweriner Innenministerium will im Fall des toten Mädchens aus Torgelow prüfen, wie es zu der Flucht des tatverdächtigen David H. habe kommen können. „Neben der Ergreifung des Täters steht für mich die Schwachstellenanalyse klar im Vordergrund, um zukünftig ähnliche Situationen vermeiden zu können”, sagte Innenminister Lorenz Caffier am Dienstag.

Er sei außerordentlich entsetzt darüber, dass der Beschuldigte aus den Verhörräumen der Polizei habe fliehen können. Deshalb habe Caffier das Polizeipräsidium in Neubrandenburg beauftragt, seinem Ministerium einen „umfassenden Bericht vorzulegen, in dem die Situation, wie es zur Flucht kommen konnte, genauestens dargelegt und aufgeklärt wird”.

Indirekt bestätigte der Innenminister am Dienstag auch die Vermutung der ermittelnden Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, dass das sechsjährige Mädchen durch eine Straftat ums Leben kam. Die Tat, so Caffier, sei „verabscheuenswürdig”. „Ich bin zutiefst erschüttert darüber, dass ein Mensch einem so jungen und unschuldigen Lebewesen etwas so Schreckliches antun kann.”

Staatsanwaltschaft hat konkrete Hinweise auf Gewalteinwirkungen festgestellt

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits festgestellt, dass es „konkrete Hinweise auf Gewalteinwirkungen gegen das Kind” gebe, „welche nicht mit einem von dem Beschuldigten behaupteten Sturzgeschehen in Einklang zu bringen sind”. Würden diese konkreten Hinweise die Möglichkeit eines Unfalls immer noch offen lassen, dann hätte die Staatsanwaltschaft nicht von einem „Beschuldigten”, sondern von einem „Betroffenen” gesprochen, heißt es aus informierten Kreisen.

Der dringend tatverdächtige Stiefvater der Sechsjährigen, der 27-jährige David H., ist am Montag festgenommen und im Polizeirevier in Pasewalk in Gewahrsam genommen worden. Nach kurzer Zeit gelang ihm die Flucht. Er konnte bisher nicht gestellt werden.

Nach Angaben des Landkreises Vorpommern-Greifswald hatte der leibliche Vater von Leonie bereits vor knapp einem Jahr eine Anzeige gegen den Flüchtigen wegen Kindeswohlgefährdung gestellt.

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