FINANZNOT

CDU-Vorschlag empört Speicher-Chefin

Der Ueckermünder Kulturspeicher ist auf schnelle Finanzhilfe der Stadt angewiesen, um bestehen zu können. Doch die von der CDU-FDP-FW-Fraktion ins Spiel gebrachten 5000 Euro pro Jahr bezeichnet Speicherchefin Katrin Starke als realitätsfern.
Der Ueckermünder Kulturspeicher braucht Finanzhilfe von der Stadt. Ansonsten sei das Weiterbestehen der Einrichtung ab En
Der Ueckermünder Kulturspeicher braucht Finanzhilfe von der Stadt. Ansonsten sei das Weiterbestehen der Einrichtung ab Ende März gefährdet, sagt der Speicherverein. NK-Archiv
Katrin Starke ist Vorsitzende des Ueckermünder Kulturspeichervereins.
Katrin Starke ist Vorsitzende des Ueckermünder Kulturspeichervereins. NK-Archiv
Ueckermünde.

Wenn der Ueckermünder Sozialausschuss am Donnerstag zusammenkommt, dann geht es auch um die Zukunft des Kulturspeichers: Die CDU-FDP-FW-Fraktion hat angekündigt, einen Antrag einzubringen, wonach die Stadt den finanziell angeschlagenen Verein mit jährlich 5000 Euro bezuschusst. Angesichts dieser Summe schüttelt Katrin Starke, die Vorsitzende des Speichervereins, verständnislos den Kopf: „Diese Fraktion hat wider besseres Wissen eine Vorlage entworfen, die auf eine unglaubliche Weise an der Realität vorbeigeht und niemandem nützt“. In dem Antrag werde zwar anerkannt, dass der Speicher mit seinem vielfältigem Kulturangebot nicht mehr wegzudenken ist. „Wir ergänzen dazu, dass es selbstverständlich sein müsste. Will man eine Kurabgabe erheben, kann man nicht nur Strandpartys und Volksfeste anbieten, sondern auch Konzerte, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen, wie wir das seit 13 Jahren im Kulturspeicher organisieren“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Die bisherige Unterstützung findet der Verein „beschämend”

Seit der Eröffnung des Speichers im Jahr 2007 hat der Verein als Träger von der Stadt Ueckermünde durchschnittlich 269 Euro pro Jahr für die ehrenamtliche Arbeit erhalten. „Das finden wir beschämend, und das sagt doch alles aus über die Wertschätzung unserer bisherigen Arbeit. Im Herbst 2018 haben wir die Reißleine gezogen und öffentlich deutlich gemacht, dass wir weder gewillt noch in der Lage sind, weiterhin ehrenamtlich das Kulturhaus zu betreiben. Wir erwirtschaften zwar alle Betriebskosten für das Haus aus eigener Kraft, aber für Personalkosten reicht es eben nicht“, argumentiert Katrin Starke.

Alle Fraktionen hatten die Einladung angenommen – nur die CDU nicht

Seit November 2019 habe der Speicherverein das Glück, für ein Jahr aus ESF-Mitteln einen Personalkostenzuschuss in Höhe von 80 Prozent der Gesamtpersonalkosten zu erhalten. Dennoch ergebe sich ein Fehlbedarf von 15.000 Euro. „Der Bürgermeister der Stadt hatte sich im Vorfeld klar positioniert, dass ihm der Erhalt des Kulturspeichers im Interesse der Bürgerinnen und Bürger und der Gäste der Stadt sehr am Herzen liegt“, sagt Katrin Starke. Im September 2019 hatte sie alle Fraktionen zu Gesprächen eingeladen. Die CDU-Fraktion habe aber bis heute kein Interesse daran gezeigt – im Gegensatz zu den anderen Fraktionen, die das Angebot des Speichervereins, sich zu informieren, angenommen hatten, sagt die Vereinschefin.

„Realitätsferne ist das Gegenteil von Hilfe!”

Aus Sicht des Vereins sind nun schnelle, solide Entscheidungen in Sachen Speicherfinanzierung wichtig. „Ein reichliches halbes Jahr Zeit für die Stadtvertretung, um zu einer Entscheidung zu kommen, ob der Kulturspeicher weiter für die Stadt tätig sein soll, hielten wir für ausreichend. Ende März sind unsere finanziellen Mittel aufgebraucht“, erklärt die Vereinschefin. Deshalb sei es für den Verein „völlig uninteressant, ob uns im nächsten Jahr ein Drittel der jetzt benötigten Summe in Aussicht gestellt wird. Wer jetzt ein Produkt haben will, kann nicht erst ein Jahr später ein Drittel des Wertes bezahlen und noch dazu Bedingungen stellen. Das meinen wir mit Realitätsferne, und das ist das Gegenteil von Hilfe“, so Katrin Starke.

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