VERSORGUNG

Darum ist das Trinkwasser am Haff knapp

Die Versorgung der Einwohner am Haff mit Trinkwasser ist in Gefahr. Jetzt drosselt sogar ein Industriebetrieb seine Produktion, um Wasser zu sparen.
In Ueckermünde, Eggesin, Liepgarten, Hoppenwalde und Torgelow-Holländerei werden die Wasserreserven knapp.
In Ueckermünde, Eggesin, Liepgarten, Hoppenwalde und Torgelow-Holländerei werden die Wasserreserven knapp. Oliver Berg
Ueckermünde.

Das Trinkwasser in den Ortsnetzen Ueckermünde, Eggesin, Liepgarten, Hoppenwalde und Torgelow-Holländerei ist knapp. Das sehr sommerliche und heiße Wetter führe zu einem stark angestiegenen Verbrauch an Trinkwasser in den Privathaushalten und besonders im Tourismus, hatte der Wasser- und Abwasserverband Ueckermünde mitgeteilt, dessen kommunales Dienstleistungsunternehmen die Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GkU) ist. „Wir haben einen gestiegenen Tourismus in der Haff-Region. Zwar verbraucht der Einheimische weniger Wasser als der Durchschnitt in Deutschland. Im Tourismus wird aber das Eineinhalbfache des Durchschnitts verbraucht“, sagte der Geschäftsführer der GkU mit Sitz in Altentreptow, Frank Strobel. Auch wegen der Corona-Pandemie sei der Wasserverbrauch gestiegen: „Zum einen waschen sich die Leute häufiger die Hände. Zum anderen kommen zurzeit viele Urlauber in die Haff-Region, die Einheimischen fahren dafür kaum in den Urlaub.“ Derzeit liege der Wasserverbrauch der Bevölkerung in Ueckermünde und Umgebung bei 80 Prozent über dem normalen Wert. „Ausgenommen sind da die Industrie oder auch die Krankenhäuser“, so Strobel.

Die Gießerei drosselt nun die Produktion

Weil das Wasser knapp ist, hatte der Wasser- und Abwasserverband zum Sparen aufgefordert. In den genannten Ortsnetzen sei mit Druckschwankungen und vermindertem Versorgungsdruck zu rechnen. Eine Entspannung der Lage sei aufgrund der Witterung und der weiterhin starken touristischen Auslastung in der Region nicht zu erwarten.

Die GkU hofft, dass der Appell sowohl von den Einheimischen als auch von den Touristen ernst genommen wird: „Das Wasser sollte für Ernährungs- und Hygienezwecke genutzt werden“, sagte Frank Strobel. Damit mehr Wasser für die Bevölkerung da ist, habe sich die Ueckermünder Gießerei MAT bereit erklärt, die Produktion zu drosseln. „Dazu wäre die Gießerei nicht verpflichtet gewesen.“

Eine parallele Leitung kostet sechs Millionen Euro

Dass das Wasser in der Haff-Region mal knapp werden würde, hätte sich erst in den vergangenen Jahren abgezeichnet, sagte Frank Strobel. Grund dafür seien Engpässe mit der Hauptwasserleitung. „Die Hauptwasserleitung wurde vor 20 Jahren gebaut. Der Tourismus hat sich aber anders entwickelt als damals vorhergesagt. Selbst bis vor vier oder fünf Jahren war der Wasserverbrauch noch kein Thema.“ Um das Problem zu beheben, will die GkU eine parallele Leitung zur Hauptwasserleitung bauen. „Die Kosten dafür liegen bei rund sechs Millionen Euro. Das überfordert die finanziellen Mittel des Zweckverbandes Ueckermünde. Es würde zu so drastischen Preissteigerungen führen, dass es kein Verständnis seitens der Bevölkerung geben würde“, sagte Strobel, der nun auf Fördermittel hofft.

 

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Kommentare (8)

Hallo!
Bei Ihrem Artikel fehlt, warum MAT Trinkwasser zur Kühlung nutzt und nicht aus den Tiefbrunnen wie früher.
Weil????? Es fehlen absolte Zahlen. Welche konkreten Mengen Trinkwasser verbraucht die Bevölkerung und welche konkrete Menge die Gießerei, aufgeschlüsselt auf die letzten Jahre? Das wäre interessant.

mein völliges Unverständnis warum eine Gießerei/ technische Industrie zum kühlen Wasser in Trinkwasserqualität benötigt. Warum wird da nicht auf Brauchwasser oder aufbereitetes Oberflächenwasser welches reichlichst vorhanden ist zurückgegriffen. Natürlich muss das Versorgungsnetz D weit aufgerüstet und modernisiert werden. Hier ist die Politik massiv gefordert. Tiefbrunnen sollten der Trinkwasserversorgung vorbehalten sein, wir leben im 21Jh. was für ein Rückschritt, ebenso könnte Trinkwasser aus der Oder, dem Haff oder Ost- und Nordsee ohne Probleme gewonnen werden! Warum so kompliziert - ändert das System und verbessert die Infrastruktur.

Hier läuft einiges schief.
Einerseits wirft der Staat den großen Unternehmen Milliarden in den Rachen, andererseits wird die Bevölkerung aufgerufen, Wasser zu sparen, weil Millionen EURO fehlen, um Investitionen zu tätigen. Indirekt wird schon mal mit Preiserhöhungen gedroht, die allein die ansässige Bevölkerung tragen müßten, den Touristen kann man ja nichts zusätzlich abknöpfen.
Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung gehören nicht in die private Wirtschaft - es sind Aufgaben des Staates, die Sicherung der Lebensgrundlagen seiner Bevölkerung zu gewährleisten.
Merkt denn immer noch niemand, dass dieser Staat seine Einrichtungen nur deswegen geschaffen hat, um den Bürgern in die Tasche greifen zu können ? Der Industrie wird die Elektroenergie verbilligt bereit gestellt, der Bürger bezahlt in ständig steigendem Maße. Die Kilowattstunde hat mal 8 Pfennig gekostet, weiß das noch jemand ? Wieviel EURO pro Kubikmeter Wasser hat die MAT zu zahlen ? Wieviel bezahlt sie für die Abwasserbehandlung ? Warum forscht der NK nicht zu den mafiösen Strukturen zwischen Politikern und Industrie ? Der Kommentar von ote-erwerth · 14. August 2020 - 6:26 ist absolut richtig, nur: Mit diesem Staat und diesen Politikern werden Änderungen nicht möglich sein, dieser Staat ist nicht reformierbar, das System ist krank. "„Dass der Imperialismus parasitärer oder faulender Kapitalismus ist, zeigt sich vor allem in der Tendenz zur Fäulnis, die jedes Monopol auszeichnet, wenn Privateigentum an den Produktionsmitteln besteht ... Zweitens zeigt sich der Fäulnisprozess des Kapitalismus in der Entstehung einer gewaltigen Schicht von Rentiers, Kapitalisten, die vom ,Kuponschneiden’ leben ... Drittens ist Kapitalexport Parasitismus ins Quadrat erhoben. Viertens ,will das Finanzkapital nicht Freiheit, sondern Herrschaft’. Politische Reaktion auf der ganzen Linie ist eine Eigenschaft des Imperialismus. Korruption, Bestechung im Riesenausmaß ... Fünftens verwandelt die Ausbeutung der unterdrückten Nationen, die untrennbar mit Annexionen verbunden ist, ... die ,zivilisierte’ Welt immer mehr in einen Schmarotzer am Körper der nichtzivilisierten Völker ...“

Man beachte: Das wurde vor 100 Jahren geschrieben.

Und nun wird mir nichts dir nichts einfach Abends das Wasser abgestellt !
Ganz tolle sache wenn es kein Wassergibt nach schichtende am Abend zum duschen vorm schlafen.
Ganz nette misswirtschaft der GWW, Preise steigen leistung fällt.
Wenigstens eine info über den Nordkurier durch die GWW wäre ja mal nötig gewesen, das aus Mangelgründen Nachts das Wasser abgestellt wird.
Wobei mich die Abstellung in der Nacht schon sehr wundert, was wird denn in der nacht verbraucht?
Denke mal nicht wirklich sehr viel.
Angenehm wenn die Toilette voll bleibt weil man nix wusste und keinen Eimer wasser hat.

Eh einer es schreibt, ja GKU muss dort stehen, soory is spät, lach.

.....ach ja....die Nachrichten diese Woche, über die Wasserknappheit, explizit in Ueckermünde.....sollten wohl die Ankündigung sein, für das Abstellen des Wassers heute Abend. Selbst zu DDR Zeiten war man in solchen Fällen informierter. Und das alles ohne Handy und PC......

Dieser Vergleich hinkt auch, die Tourismuszahlen sind immernoch 20% niedriger als ohne Corona.
Weniger übernachtungen, keine Tagsgäste.
Dann noch solche Sachen das MAT mit Trinkwasser arbeitet wie einige andere Firmen auch.
Hallo Leute hier gibt es Wasser ohne ende, auch in der unmittelbaren Nähe von MAT, da muss nicht Trinkwasser verbraucht werden ohne ende.
warum werden wohl Kraftwerke in Gewässer nähe errichtet, klar Kühlwasser für lau in unbegrenzter menge und bei gut eingestellten Anlagen leiden auch die Gewässer nicht da maximal 2 Grad temperaturunterschied.
Aber nein wir verballern Trinkwasser.
Selbst die meisten kleingärten hier haben eine Grundwasser Pumpe, dann gibt es noch so schöne Vorschriften wie ein Wasser entnahme Verbot aus Flüssen und Gewässern hier.
Warum? Um den Wasserlieferanten das geschäfft zu sichern?
Das meiste Wertvolle Trinkwasser in Deutschland, wird als Brauchwasser verschwendet, für Toilettenspülungen, Waschmaschinen und zum Duschen, fast nichts dieser Menge wird wirklich zum Trinken verwendet.
Nun werden einige sagen Duschen ohne Trinkwasser, oh Gott, hallo Leute worin Badet ihr den im See, am Strand im Meer?
Nun Trinkwasser ist es nicht.
Wenn es hier wirklich darum ginge wertvolles Trinkwasser zu erhalten, gehören in jedes Haus zwei Wasseranschlüsse, 1x Trinkwasser, 1x Brauchwasser und es gäbe Trinkwasser im Überfluß.
80 % der Weltbevölkerung wären froh wenn sie einmal die Woche zugang zu Trinkwasser hätten.
Aber mit billigem Brauchwasser lässt sich wohl weniger Geschäfft machen.
Sicher wäre ein zweikreisiges Wassersystem eine gewaltige Investition, aber wenn es hier wirklich um die Natur und unsere Zukunft geht, wäre dies mal ein Beitrag dazu.
Im meiner Ehemaligen Firma, Kunststoffherstellung läuft das schon seit fast 30 jahren so, hoher Wasserbedarf zur Kühlung, wird nicht aus dem Trinkwassernetz entnommen sondern direkt aus dem Hauseigenem Brunnen, wird recycelt und in einem geschlossenem Kreislauf wieder verwendet.
Trinkwasser nur zum Trinken.
Mal ein kleiner Anstoß hierzu.
Allen Kritikern sei gesagt, dies ist meine persönliche Meinung aus über 40 jahren Berufserfahrung in der Industrie und soll nur zum Nachdenken anregen.

Viele Fragen, welche beantwortet werden sollten!
1.WARUM wird Trinkwasser für Autowaschanlagen und als Kühlwasser in der Gieserei benutzt?
2.WARUM funktioniert es in Torgelow und in den ländlichen Uecker-Randow Bereichen?
3.Sind die Brunnen in der Kirchenheide und in Altwarp versiegt und wenn ja warum wurden keine neuen gebohrt?
4.gibt es keine Wasserspeicher, welche sich immer automatisch füllen?
5.Was passiert, wenn um 0:00 ein Brand ausbricht und die Hauptleitungen abgestellt sind?.....Meiner Meinung nach sind die Hydranten dann auch leer, ist die Wasserversorgung da gewährleitstet?
6.Bezahlen die Großabnehmer die selben TW/ AW Preise die wir haben, oder haben sie einen Mengenrabatt?

Vor 1994 war der Einzugsbereich der GKU im ganzen Uecker-Randow Kreis zuständig und da hat es auch funktioniert.....Wenn das Wasser abgestellt wird, ruht der Wasserfluss in den Hauptleitungen, bei der nächsten Anschaltung (am nächsten Morgen) lösen sich Eisen und sonstige Ablagerungen und diese gelangen dann in unsere Hausleitungen. Nicht jeder Haushalt hat eine super Filderanlage vor der ersten Abnahmestelle und so gelangen die Ablagerung vor unseren Mischbatterien/ Durchlauferhitzern und verstopfen diese. Wer übernimmt die Kosten, wenn dadurch ein Schaden entsteht? Wer ersetzt dann die ehemalige weiße Wäsche, welche jetzt braun ist?

Es gibt überall die Möglichkeit einen oder mehrere Saugbrunnen zu bauen, das wäre auch für die Industrie ne kostengünstige und vertretbare Lösung (geothermische Grundwassernutzung), und ich denke mal die wasserrechtliche Erlaubnis bekommen Großabnehmer / die Gieserei oder die Waschanlagenbetreiber bestimmt.