Detlef Pohl betreibt die „Fischoase“ am Alten Bollwerk nunmehr seit 20 Jahren. Seine Frau Ines wirbelt gemeinsam m
Detlef Pohl betreibt die „Fischoase“ am Alten Bollwerk nunmehr seit 20 Jahren. Seine Frau Ines wirbelt gemeinsam mit Birgit Bauer (nicht im Bild) in der Küche. Tochter Charlott kommt manchmal nach der Schule vorbei. Eckhard Kruse
Diese Stammgäste kommen morgens immer auf einen Kaffee vorbei: Jürgen Schwebmeyer (von links), Jürgen Runge, Ma
Diese Stammgäste kommen morgens immer auf einen Kaffee vorbei. Von links: Jürgen Schwebmeyer, Jürgen Runge, Manfred Uterhardt (Mecki), Norbert Leischow und Roland Sauck. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Bei dem Imbiss kann man innen und außen Platz nehmen.
Bei dem Imbiss kann man innen und außen Platz nehmen. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Wenn Detlef Klinger hineinkommt, dann steht sein Kaffee schon am Platz.
Wenn Detlef Klinger hineinkommt, dann steht sein Kaffee schon am Platz. Eckhard Kruse
Man hat sich auch auf polnische Gäste eingestellt.
Man hat sich auch auf polnische Gäste eingestellt. Eckhard Kruse
Kult-Imbiss

Das Backfisch-Rezept in der Ueckermünder Fischoase stammt noch von Rosi

Der Backfisch in der Ueckermünder „Fischoase“ ist legendär. Aber auch der Kaffee dort hat seine Fans. Jeden Morgen versammeln sich hier Stammgäste. Mit ihnen und allen anderen Gästen will der Betreiber Detlef Pohl ein Jubiläum feiern.
Ueckermünde

Der holländische Imbisswagen tut auch nach 30 Jahren gute Dienste. Einst wurde er von Rosi Neumann ans Haff geholt und am Alten Bollwerk in Ueckermünde aufgestellt. Die Uecker hatte sie mit ihrem Mann Peter immer direkt vor der Nase, wenn sie die Gerichte zubereiteten. „Sie war eine gute Geschäftsfrau“, erzählt Detlef Pohl, der die „Fischoase“ heute betreibt. Mit ihrer Art und Weise, aber auch mit ihren Imbisswaren habe sie den Standort entwickelt. Sie machte sich schnell einen Namen. Vor allem ihr Backfisch habe es den Kunden angetan. Als die „Butterschiffe“ mit zollfreiem Einkauf noch vom Hafen in Richtung Polen starteten, standen mitunter mehrere Reisebusse am Kai. Etliche Passagiere hätten sich dann noch mit einem Fischbrötchen versorgt. Das Geschäft brummte.

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Der neue Besitzer erlebte auch noch die Butterfahrten

Im Jahr 2002 wechselte die Fischoase dann den Besitzer. Detlef Pohl bekam den Zuschlag und erlebte bis 2003 auch noch die Butterfahren und die dazugehörigen Passagiere. Pohl leitete früher den Jugendklub in Torgelow, hatte bei den Veranstaltungen auch immer mit Gastronomie zu tun. Über Jahre betrieb er die Diskotheken in Wilhelmsburg und Strasburg, war auch als Diskotheker unterwegs. „Die Anlage habe ich noch zu stehen“, sagt der 61-Jährige. 2002 veränderte er dann sein Leben. Seitdem betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Ines den Imbiss. 2018 baute er den Wagen innerlich und äußerlich noch aus. Ein festes Dach kam hinzu. Das Backfisch-Rezept sei aber ein all den Jahren gleich geblieben, versichert er. Im vergangenen Jahr kam auch noch der Imbiss in Mönkebude dazu.

Obwohl der Imbiss-Name viele Fischgerichte verspricht, kommen Gäste nicht nur zum Fischessen hierher. Insbesondere in den Morgenstunden versammelt sich eine Schar von Stammkunden. Mit dabei sind immer Jürgen Runge, Jürgen Schwebmeyer, Manfred Uterhardt, den alle nur „Mecki“ nennen und der schon weit vor sechs Uhr beim Angeln anzutreffen ist. Auch Norbert Leischow und Roland Sauck sind mit von der Partie. „In der Regel treffen wir uns hier um 9.30 oder 10 Uhr“, berichtet Sauck. Man trinke einen Kaffee, rauche eine Zigarette dazu. „Wir tauschen die neuesten Fangergebnisse aus“, ergänzt Leischow. Und gemeinsam genießt man den Blick auf das Ueckerwasser.

Ein anderer Stammgast am Nebentisch ist beinahe jeden Morgen hier. „Wenn ich hereinkomme, dann steht mein Kaffee schon“, erzählt Peter Klinger. Man kennt sich eben über Jahre. Das möchte er nicht missen.

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Am Sonntag wird mit Live-Musik gefeiert

Detlef Pohl ist froh, dass er die Corona-Zeit mit einer langen Durststrecke von ausschließlichem Außer-Haus-Verkauf hinter sich lassen kann. Am 1. April öffnete er den Imbiss mit seinen Festangestellten und Aushilfskräften nun das 20. Jahr und wird ihn bis Ende Oktober offen halten. „Wir leben mehr von den Urlaubern“, sagt er. Noch fehle es auch an Touristen. Doch es sei ja auch erst Mai, räumt er selbst ein und ist guter Dinge für die Hauptsaison. Im Sommer hätten seine Frau und die anderen Angestellten ab Mittag durchweg zu tun. Da gehöre in Stoßzeiten auch mal eine Schlange dazu.

Weil der Imbiss nun 30 Jahre am Alten Bollwerk steht und Pohl ihn vor 20 Jahren übernommen hat, soll am Sonntag das Jubiläum gefeiert werden. Dazu hat der Betreiber die Band Collec Tiv ab 14 Uhr eingeladen. Sie spiele Musik zum Schmunzeln. Bekannte Titel hätte sie mit eigenen Texten versehen.

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