In Torgelow entsteht eine neue Biogasanlage.
In Torgelow entsteht eine neue Biogasanlage. Katja Richter
Hans Bünder von der Projektgesellschaft BMV Energie Torgelow und Dennis Gutgesell von den Stadtwerken Torgelow sind stolz
Hans Bünder von der Projektgesellschaft BMV Energie Torgelow und Dennis Gutgesell von den Stadtwerken Torgelow sind stolz auf das innovative Projekt. NK-Archiv
Energie

Das macht die neue Torgelower Biogasanlage so besonders

In Torgelow entsteht eine weitere Biogasanlage. Sie wird später aber nicht mit nachwachsenden Rohstoffen wie Mais bestückt, sondern mit etwas, das einen die Nase rümpfen lässt.
Torgelow

Bereits während eines Informationsaustausches zum Tag der erneuerbaren Energien Ende April dieses Jahres hatte es Hans Bünder auf den Punkt gebracht. „Hier wird dann aus Scheiße zwar kein Gold, dafür aber Biogas gemacht“, erzählte er schmunzelnd den interessierten Gästen. Viel zu sehen war damals von der sich in Planung befindenden zweiten Torgelower Biogasanlage noch nicht, und natürlich kam die Frage auf, warum Torgelow eine zweite Biogasanlage benötigt und was diese so besonders macht.

Mittlerweile konnte die Bauherrin, die BMV Energie Torgelow GmbH & Co. KG, zu deren Gesellschafter die BMV Energie GmbH, die Stadtwerke Torgelow und die Mele-Unternehmensgruppe gehören und deren technischer Geschäftsführer Hans Bünder ist, im Beisein zahlreicher Gäste das Richtfest feiern.

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Bis zur Inbetriebnahme dauert es noch ein Jahr

„Das Richtfest war auch für uns ein echter Meilenstein“, betont Dennis Gutgesell. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens hätten sie auch viel bangen müssen, berichtet der Geschäftsführer der Torgelower Stadtwerke.

„Jetzt geht es voran“, sagt Hans Bünder. Nun seien bereits Dämm- und Verkleidungsarbeiten der Behälter vorgenommen sowie die ersten Sickerschächte für Regenwasser angelegt worden.

Bis zur geplanten Inbetriebnahme werde es zwar noch gut ein Jahr dauern, aber dann solle hier Zukunftsgeschichte geschrieben und aus der besagten „Sch...“ Biogas gemacht werden, welches zum großen Teil direkt in das Netz der Gasversorgung Torgelow GmbH eingespeist wird.

Aus Mist und Gülle wird Energie

„Die meisten Biogasanlagen arbeiten mit nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, wo man sich zwischen Tank oder Teller entscheiden muss“, erklärt Gutgesell. Die neue Torgelower Biogasanlage arbeite dagegen zu einem großen Teil mit Inputstoffen, die nicht so üblich seien, und das mache sie so besonders. Zu ihnen zählen Gutsgesell zufolge hauptsächlich feste tierische Nebenprodukte wie Pferde- oder Rindermist und Hühnertrockenkot, feste industrielle Nebenprodukte wie Zuckerrübenpressschnitzel oder Kartoffelpülpe sowie flüssige tierische Nebenprodukte wie Rinder- oder Schweinegülle. Zudem könne die so produzierte Energie in das Vier-Bar-Netz (Mitteldrucknetz) eingespeist werden, was die Versorgungssicherheit in einer Gasmangellage erhöhe.

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