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Den Pittiplatsch haut keiner um

Bürgermeister Werner Hackbarth (Mitte) lässt sich zeigen, wie das Riesenkatapult bedient wird.
Bürgermeister Werner Hackbarth (Mitte) lässt sich zeigen, wie das Riesenkatapult bedient wird.
Lutz Storbeck

Fernsehkobold als Zielscheibe. Ja, aber ganz so schlimm war‘s doch nicht, und auch das Riesenkatapult erwies sich beim Erntefest in Leopoldshagen als relativ harmlos. Richtig lang hingegen war der bunte Umzug durch die Haffgemeinde, und am Rande hat ein Neuer zugesehen.

Nein, Pitti ist nicht tot. Er ist ein Stehaufmännchen, das trotz Treffern mit fingerlangen, ganz weichen Bolzen immer wieder aufsteht. Und dabei zeigte der freche Fernsehkobold auch keine Ermüdungserscheinungen. Das jedenfalls war am Stand der Schützengilde aus Leopoldshagen zu beobachten. „Auf Pitti würde ich nie schießen“, beteuerte Doreen Stuth, die Chefin der Leopoldshagener Gilde. Schließlich sei sie mit Pittiplatsch und Co. aufgewachsen. Wenn überhaupt, dann würde sie sich den Fuchs vornehmen oder Frau Elster, sagte Doreen Stuth ganz ernsthaft, aber mit einem Augenzwinkern. Und dass sie es nicht bei Worten belässt, zeigte sie gleich darauf mit einem super Armbrust-Schuss – zing, und schon lag der Fuchs. Donnerwetter, gut gezielt.

Die Idee, Pitti, Schnatterinchen, den Fuchs , Frau Elster und all die anderen zu Zielscheiben zu machen, wurde übrigens nicht in Leopoldshagen ausgebrütet, sondern in Hoppenwalde. Gerlinde Kriewitz hatte die Idee, die sie dann auch umsetzte. „Es ist also eine Leihgabe“, sagt die Schützengilden-Chefin.

Genau wie der Riesenkatscha – ein großes, aus einer Astgabel gefertigtes Katapult. Um die Tennisbälle aufzunehmen, mit denen Blechdosen umgeschossen werden müssen, haben die Ueckermünder von der dortigen Schützengilde einen Sport-BH mit eingebaut, war zu erfahren. Beim Erntefest in Leopoldshagen allerdings zeigte sich, dass die Spannkraft der Katapult-Gummis schon etwas nachgelassen hat. Wie zum Beispiel Bürgermeister Werner Hackbarth beim Probeschuss erfahren musste.

Noch viel mehr als nur Geballer

Doch es wurde natürlich nicht nur geschossen. Weit umfangreicher war das Programm des Festes, und so hatten Cheforganisator Maik Drescher und sein kleiner Trupp vom Dorfclub allerhand zu tun. Nach dem Gottesdienst zum Erntedank rollte der Umzug über die Dorfstraße. Viele machten mit, die Agrarunternehmen des Dorfes, die Reiter, der Karnevalsclub, die Musiker, die Schützen, die Feuerwehr natürlich und auch Gäste, wie Jürgen Gröschl aus Lübs auf seinem Famulus-Oldtimer-Traktor. „Den Umzug hat wieder der Herr Grunefeld organisiert – wie schon seit Jahren, und er hat da wirklich alles im Griff“, lobte Maik Drescher. Übrigens: Eines zeigte, dass man in Vorpommern durchaus sparsam ist. In Leopoldshagen wurde dieselbe Erntekrone verwendet wie schon zuvor im Nachbardorf Lübs. Gut gewirtschaftet hat der Dorfclub auch mit dem, was viele Sponsoren zum Gelingen des Festes beigesteuert hatten. Ein Spanferkel oder auch je ein Sack Kartoffeln beziehungsweise Getreide für den, der sein Grundstück am schönsten fürs Fest geschmückt hatte.

An der Radlerraststätte versammelten sich die Erntefest-Gäste, dort gab es Musik, zu trinken und zu essen. Und nebenan ging es auf einer Hüpfburg hoch her. Auch ein kleiner Markt mit regionalen Produkten war dort zu finden.

Übrigens gibt es seit dem Wochenende einen Neuen in der Haffgemeinde. Der heißt Leo, ist aus Holz und steht am einstigen Gemeindehaus. Geschnitzt hat ihn Heinz Reinke. In der Werkstatt des Leopoldshageners sind ja bereits einige Figuren entstanden, die am Radlerweg die Pedalritter begrüßen. Nun also ist es ein größerer Mann, und der könnte, sagte Bürgermeister Werner Hackbarth, durchaus zu einem Treffpunkt werden. So nach dem Motto: Treffen wir uns doch bei Leo…