NACHRUF

Der Koggenkapitän ist von uns gegangen

Kaum einer prägte den Segelsport in der Haff-Region so sehr wie Werner Löwe. Seinen großen Traum, einmal die Pommernkogge „Ucra“ zu steuern, kann er sich nicht mehr erfüllen.
Mit Herz und Seele engagierte sich Werner Löwe für das Projekt Pommernkogge „Ucra”.
Mit Herz und Seele engagierte sich Werner Löwe für das Projekt Pommernkogge „Ucra”. Lutz Storbeck (NK-Archiv)
Zusammen mit Torgelows Bürgermeisterin Kerstin Pukallus (links) und Kapitän Andreas Meinhold (rechts) freute sich We
Zusammen mit Torgelows Bürgermeisterin Kerstin Pukallus (links) und Kapitän Andreas Meinhold (rechts) freute sich Werner Löwe im Dezember über die Ankunft der Pommernkogge im Ueckermünder Stadthafen. Es war Löwes letzte Fahrt mit der Kogge.
Die Pommernkogge wird immer mit dem Namen Werner Löwe verbunden bleiben.
Die Pommernkogge wird immer mit dem Namen Werner Löwe verbunden bleiben. Andy Bünning
Ueckermünde.

Die Pommernkogge „Ucra“ war das Lebenswerk von Werner Löwe. Mehr als 18 Jahre Bauzeit liegen hinter diesem Traditionsschiff, das zurzeit im Ueckermünder Stadthafen liegt und auf die Jungfernfahrt wartet. Die „Ucra“ bei einer richtigen Ausfahrt zu steuern, war Werner Löwes großer Traum. Doch der Tod machte Werner Löwe, der vor wenigen Wochen nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren verstarb, einen Strich durch die Rechnung.

Seit über 18 Jahren gab er viel Kraft und Zeit für die „Ucra”

Löwe war seit 2001, seit den Anfängen der Pommernkogge, mit dabei und als erster Kapitän eigentlich unverzichtbar. „Die Kogge, das Segeln und das Wasser – das waren seine drei Leidenschaften. Vor allem in die Kogge hat er sehr viel Kraft und Zeit investiert“, teilt seine Familie mit.

Der gebürtige Ueckermünder, der zuletzt in Liepgarten wohnte, entwickelte schon als Kind die Leidenschaft zum Segeln. Nach Angaben des Seesportclubs (SSC) Ueckermünde war er 48 Jahre lang Vereinsvorsitzender. „Er hat das Segeln in der Region geprägt“, sagt Detlef Krumrück, der Werner Löwe schon seit Ewigkeiten kannte und mittlerweile selbst Chef des SSC Ueckermünde ist. Vor allem das Wettkampfsegeln und die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen im Verein hatten zu seinen Kernaufgaben gehört, sagt Detlef Krumrück.

Ein Wunsch erfüllte sich noch kurz vor Weihnachten

Ein Wunsch ging für Löwe kurz vor Weihnachten 2019 in Erfüllung. Nach letzten Arbeiten auf der Werft in Barth kehrte die Pommernkogge in den Ueckermünder Stadthafen zurück. Obwohl Werner Löwe da schon gesundheitlich angeschlagen war, konnte man ihm die Freude bei der Ankunft in Ueckermünde ansehen. Werner Löwe ging auf der letzten Etappe von Swinemünde nach Ueckermünde an Bord – zusammen mit Torgelows Bürgermeisterin Kerstin Pukallus. „Es war ein großer Traum von ihm, noch einmal mit der Kogge zu fahren“, sagt Kerstin Pukallus und fügt hinzu: „Der Tod von Werner Löwe macht mich tief betroffen.“

Auch der Verein „Pommernkogge – die Ucra“ trauert: „Wir vermissen ihn. Ohne Werner Löwe wäre das Projekt Pommernkogge nicht so weit gekommen. Die Pommernkogge war sein Baby“, sagt Lothar Hoffmann, der als Vereinschef tätig ist und bereits einen Tag nach dem Tod von Werner Löwe ein Trauerbild von ihm auf der Kogge angebracht hat. Werner Löwe war der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, den er bis zuletzt in allen Dingen unterstützt hat. „Er bleibt für immer mit der Kogge verbunden“, sagt Lothar Hoffmann.

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