Auf der Werft

Deutschlands erster Rollisegler braucht Geld für die Erneuerung

Die „Wappen von Ueckermünde“ wird derzeit auf der Schiffswerft in Barth überholt. Mithilfe von Zuschüssen aus verschiedenen Töpfen sind die Instandhaltungsarbeiten möglich geworden, dennoch werden weitere Mittel für die Unterhaltung des Rolli-Seglers benötigt – Spenden sind deshalb erwünscht, sagt Fördervereinschef Marcus Zeipelt.

Die „Wappen von Ueckermünde“ wird in Barth repariert und gewartet. Die Arbeiten an dem behindertengerechten Segler, der auf Haff, Ostsee und Bodden unterwegs ist, werden teurer als gedacht.

Wer derzeit in Ueckermünde nach dem Rollisegler „Wappen von Ueckermünde“ Ausschau hält, wird enttäuscht. Das Schiff ist nicht an seinem Liegeplatz. Aus gutem Grund. Die „Wappen“ wird gerade in Barth instandgesetzt. Der Segler wurde für dringende Reparatur- und Wartungsarbeiten in die dortige Schiffswerft verlegt, teilt Marcus Zeipelt mit, der Vorsitzende des Fördervereins. Ein Pluspunkt: Für die Schiffswerft Barth ist der Rollisegler aus Ueckermünde kein unbekanntes Schiff. So kann sich der Förderverein Rollisegler über einen erfahrenen Partner freuen.

Einst extra für Jugendarbeit ohne Barrieren entwickelt

Für die Arbeiten am Segler sei es auch Zeit geworden. Immerhin hat die „Wappen“ schon ein paar Dienstjahre absolviert. Das 22 Meter lange Schiff mit 230 Quadratmetern Segelfläche ist 2007 in Dienst gestellt worden. Es wurde eigens für die inklusive Jugendarbeit ohne Barrieren entwickelt und wird vom Verein für bewegungs- und sportorientierte Jugendsozialarbeit (BJS) zum Selbstkostenpreis vermarktet. 15 Dienstjahre auf den Boddengewässern und der Ostsee sind also um, und eine Überholung des Überwasserschiffes und die Erneuerung der Betriebsanlagen wie beispielsweise der Treppenlifte machen sich nun erforderlich.

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Seit vier Jahren auf Werftaufenthalt hingearbeitet

Solche Arbeiten am ersten rollstuhlgerechten Großsegler in Deutschland sind aufwendig und müssen sorgfältig vorbereitet werden. Seit vier Jahren arbeitet der Förderverein deshalb auf diesen Werftaufenthalt hin. Wegen der Krisen der vergangenen Jahre hatte sich das Vorhaben jedoch immer wieder verzögert. Mitte November dieses Jahres war es dann endlich soweit, und mit dem ersten Schneefall konnte eine achtköpfige Crew aus Ehrenamtlichen das Schiff zur Schiffswerft Barth überführen. Dort stehen unter anderem Arbeiten am Überwasserschiff, dem Deck und den technischen Systemen an.

Ermöglicht wird die Instandsetzung durch Spenden sowie durch die Einbindung von Fördermitteln aus dem Strategiefonds, dem Vorpommernfonds sowie dem Fonds zur Unterstützung ländlicher GestaltungsRäume (LGR). Das Wirtschaftsministerium hat 255.000 Euro aus dem Fonds zur Unterstützung der Ländlichen Gestaltungsräume beigesteuert. Die Arbeiten werden insgesamt 350.000 Euro kosten. Zuvor waren 25.000 Euro aus dem Strategiefonds des Landes und 45.000 Euro aus dem Vorpommernfonds geflossen.

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Auf Spenden angewiesen

Der Förderverein freut sich über die Zuschüsse, denn der Betrieb des Schiffes mit inklusiven Crews und jungen Menschen selbst erzielt keine Gewinne, sondern wird zum Selbstkostenpreis angeboten. Dass es Förderung aus verschiedenen Töpfen gab, sei für die „Wappen“ gut. Aber es haben sich wegen der Verzögerung des Werftaufenthaltes „neue Baustellen“ ergeben, sagt Vereinschef Zeipelt. Die Preise für Materialien und Dienstleistungen sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Das mache das Vorhaben zunehmend schwieriger, sodass der Rollisegler auch weiterhin auf Spenden angewiesen ist. „Der Förderverein freut sich über jede noch so kleine Hilfe, damit der Rollisegler auch kommendes Jahr wieder im Heimathafen Ueckermünde barrierefreies Segeln ermöglicht“, sagt Zeipelt.

Spendenkonto:  IBAN: DE16 1505 0400 3210 0156 00, BIC: NOLADE21PSW

www.rollisegler.de

 

Lutz Storbeck

 

 

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