EINWOHNERZAHLEN

Die Haff-Region verliert seit Jahren Einwohner

Eine Negativ-Entwicklung in fast allen Kommunen. Allerdings ist der Trend in den vergangenen zehn Jahren etwas abgeflacht. In einer Gemeinde ist die Einwohnerzahl aber auch gewachsen.
Die Einwohnerzahl ist in fast allen Städten und Gemeinden am Haff in den letzten Jahren weiter gesunken, wenn auch nicht
Die Einwohnerzahl ist in fast allen Städten und Gemeinden am Haff in den letzten Jahren weiter gesunken, wenn auch nicht mehr so stark wie zuvor. Simone Weirauch/NK-Archiv
Auch die Wohnungsgenossenschaften, wie hier in Ueckermünde, versuchen auch neue Einwohner  mit neu gebauten Wohnhäus
Auch die Wohnungsgenossenschaften, wie hier in Ueckermünde, versuchen auch neue Einwohner mit neu gebauten Wohnhäusern ans Haff zu locken und wieder für mehr Zuzug zu sorgen. Christian Johner/NK-Archiv
Ueckermünde ·

Die Statistiken sprechen eine eindeutige Sprache: Die Einwohnerzahlen in den Kommunen am Stettiner Haff, genauer im Bereich Ueckermünde, sinken. Seit Jahren werden die entsprechenden Werte kleiner. Jedes Dorf, jede Stadt hat seit dem Jahr 2000 mehr Einwohner verloren – auch wenn es zwischenzeitlich ein Anwachsen der Bevölkerung in diesem oder jenem Ort gegeben hat. Doch insgesamt sind die vergangenen zwei Jahrzehnte in dieser Region durch Verluste bei den Einwohnerinnen und Einwohnern gekennzeichnet.

Perle am Haff mit fünf Einwohnern zu 2010 mehr

Die einzige Abweichung von diesem Trend ist in der Gemeinde Mönkebude zu beobachte, der Perle am Haff. Dort ist die Zahl der Einwohner im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 2010 gestiegen. Zwar nur ganz minimal von 769 (2010) auf 774 im zurückliegenden Jahr. Aber immerhin.

Bei den anderen Kommunen sieht es dagegen so aus, als ob der Schwund bei den Einwohnerzahlen in den vergangenen Jahren sich als Trend etabliert hat. Beispiel Ueckermünde: Im Jahr 2000 zählte die Haffstadt zum Jahresende 11.526 Bürgerinnen und Bürger. Zehn Jahre später war die Zahl auf 9.984 gesunken. Ein nochmaliges Absacken ist dann im Jahr 2020 (Stand 30. Juni) festzustellen, da lag die Einwohnerzahl bei 8.466.

Weniger Einwohner in Eggesin

Noch deutlicher ist der Trend bei der Stadt Eggesin mit dem Ortsteil Hoppenwalde in den zurückliegenden Jahren zu beobachten. Zum Jahresende 2000 wurden dort 6.658 Einwohner gezählt. Zehn Jahre später, 2010, waren es zum Jahreswechsel noch 5.198. Ende September 2020 lag der Wert dann bei 4.706. Ein trauriger Tiefststand angesichts der Tatsache, dass Eggesin noch Anfang der 1990er Jahre fast 9.000 Einwohner hatte.

Ähnlich sieht die Entwicklung in der Stadt Torgelow aus, auch die Eingemeindung der Gemeinden Heinrichsruh und Torgelow-Holländerei im Mai 2014 hat daran nichts ändern können. 12.235 Einwohner zählte die Stadt Ende September 2000. Im Jahr 2010 waren Ende September 9.978 Bewohner gelistet, und noch einmal zehn Jahre später lag der Wert dann bei 8.975.

Eine Tendenz, die sich auch in den Gemeinden der Amtsbereiche „Am Stettiner Haff“ und „Torgelow – Ferdinandshof“ erkennen lässt. Diese Zahlen belegen, dass die Kommunen – bis auf Mönkebude – in den vergangenen 20 Jahren zum Teil massiv an Einwohnern verloren haben.

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Corona als Chance für Zuzug und Heimkehrer?

Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein. Allerdings lässt sich auch erkennen, dass der Abwärtstrend sich in den vergangene Jahren in einzelnen Kommunen zum Teil deutlich verlangsamt hat. Könnte es womöglich auf längere Sicht zu einer Trendwende kommen? Das ist vorstellbar. Unter anderem, weil wegen der Corona-Pandemie durchaus Großstädter, die es sich finanziell und auch arbeitsmäßig leisten können, daran denken, der Stadt zu entfliehen und sich auf dem Land niederzulassen. Vorausgesetzt, die Infrastruktur stimmt – vor allem geht es da um einen guten Zugang zu einem schnellen Internet.

Die kommunale Politik hat natürlich auch diese Zahlen im Blick und versucht, mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern. Unter anderem in Ueckermünde, wo in den vergangenen Jahren neu gebaut und attraktiver Wohnraum geschaffen wurde. Auch in Eggesin und in Torgelow sind Anstrengungen in diese Richtung erkennbar. Was möglicherweise auch ein Signal sein könnte an jene, die vor Jahren ihrer Heimat am Haff den Rücken gekehrt haben und sich nun überlegen, ob sie wieder dorthin zurückkehren wollen.

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