Das Castrum Turglowe: Mittelalterliche Wohn-, Handwerker- und Kaufmannshäuser geben einen authentischen Einblick ins Mitt
Das Castrum Turglowe: Mittelalterliche Wohn-, Handwerker- und Kaufmannshäuser geben einen authentischen Einblick ins Mittelalter. Eckhard Kruse
Sven Utegh zeigte den Kindern, wie Kettenhemden aus Ritterzeiten angefertigt werden.
Sven Utegh zeigte den Kindern, wie Kettenhemden aus Ritterzeiten angefertigt werden. Eckhard Kruse
In der Villa neben dem Castrum ist die multimediale Ausstellung „Markgraf Otto IV“ zu bestaunen, zeigt Wolfgang Sc
In der Villa neben dem Castrum ist die multimediale Ausstellung „Markgraf Otto IV“ zu bestaunen, zeigt Wolfgang Schubert. Eckhard Kruse
In der Villa neben dem Castrum wird die multimediale Ausstellung „Markgraf Otto IV” gezeigt.
In der Villa neben dem Castrum wird die multimediale Ausstellung „Markgraf Otto IV” gezeigt. Eckhard Kruse
Castrum Turglowe: Blick in die Schänke.
Castrum Turglowe: Blick in die Schänke. Eckhard Kruse
Saison beginnt

Die Torgelower Ukranen laden Besucher wieder ins Mittelalter ein

Für den Ukranenverein in Torgelow war es nicht so einfach, durch die Corona-Zeit zu kommen. Das lag auch an den fehlenden Schulgruppen. Nun sind wieder Klassen zu Gast. Und auch die Saison beginnt.
Torgelow

Wenn der Chef des Torgelower Ukranenvereins in die Terminbücher schaut, dann kann er ziemlich zufrieden sein. Denn es gibt keinen Vergleich mehr mit den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021, in denen Schulklassen nur in wenigen Monaten in der Herberge zu Gast sein, in den beiden Freilichtmuseen Castrum Turglowe und Ukranenland in die Historie eintauchen und auch die „Ucra“ des Koggenvereins bewundern konnten. „Wir haben einen guten Anmeldestand“, sagt Schubert. An die 8.000 bis 10.000 Schulkinder im Jahr aus der Vor-Corona-Zeit werden die beiden Freilichtmuseen zwar 2022 noch nicht herankommen, schätzt er. Doch bisher lägen schon 50 bis 60 Prozent der Klassen-Anmeldungen aus „normalen“ Jahren vor. „Bis zu den Sommerferien haben wir regelmäßig ein bis zwei Schulklassen hier“, sagt Schubert. Im Sommer gebe es einzelne Anmeldungen. Er hofft, dass dann bis zum Herbst noch etwas geht.

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Die zweite Schulklasse in diesem Jahr begrüßt

In dieser Woche waren zum zweiten Mal in diesem Jahr Schulklassen zu Gast. „Es sind zwei vierte Klassen aus Berlin-Pankow“, so Schubert. Die Lehrer hörten über Mundpropaganda vom Castrum und vom Ukranenland. „Die Tochter einer Kollegin war total begeistert“, erzählt die Pädagogin Christine Knoll. So schaute man selbst. Und weil auch die Eltern dafür waren, dass den Kindern etwas handwerkliches Geschick und dann noch aus der Vorzeit nicht schaden könnte, stand das Ziel der Reise fest. „Wir sind rundweg begeistert“, sagt sie. Die Kinder waren im Ukranenland, wo sie viel über das Leben und Arbeiten zur Slawenzeit lernten. Sie konnten die Torgelower „Ucra“ im Ueckermünder Hafen besichtigen. Und am vorletzten Tag werkelten die Kinder an Kettenhemden, in der Schmiede und mit Holz in der Siedlung aus dem Hochmittelalter.

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Elf Vollzeibeschäftige kümmern sich um die Besucher

Dass es die Kinder in Torgelow toll finden, ist auch gar kein Wunder. Denn der Verein hat 1995 den Betrieb im Ukranenland begonnen, wo direkt an der Uecker eine nachempfundene Slawensiedlung entstanden ist. 2001 begannen die Arbeiten für das Castrum Turglowe, erläutert der Chef des Ukranenvereins. Es entstand gleich neben der Villa und der Burgruine der Brandenburgischen Markgrafen. Heute sind dort viele mittelalterliche Handwerkerhäuser, ein Wohnturm des Kaufmanns, eine Schänke, Lagerhäuser und vieles mehr zu bestaunen. Begeistert waren die Kinder unter anderem dabei, Kettenhemden selbst zu fertigen. Das zeigte ihnen Sven Utegh vom Castrum.

Aktuell hat der Ukranenverein elf Vollzeitbeschäftigte, die für die Schulklassen und auch für die anderen Besucher da sind, zählt der Vereinschef auf. Dazu kommen vier Mini-Jobber und vier Bufdis (Bundesfreiwilligendienst). Dann gibt es noch einen Pool von etwa zehn ehrenamtlichen Helfern, die ein bis zwei Mal in der Woche dabei sind. Weitere Vereinsmitglieder unterstützen punktuell.

Schulklassen sind wichtig für den Verein

Warum die Schulklassen so wichtig für den Verein sind? „Zum einen sind die Kinder laut Satzung unsere wichtigste Zielgruppe“, sagt Wolfgang Schubert. Zum anderen wäre es ohne Schulklassen nicht möglich, die beiden Freilichtmuseen in der gewohnten Form zu betreiben. Das Geld fehlte einfach. Mit der Belegung der Herberge und den Schülerproprammen finanziere der Verein 60 Prozent seiner Eigenleistungen. Vor allem die Stadt unterstütze den Verein. Auch der Landkreis helfe, das Land gebe Geld bei einigen Projekten.

Am Dienstag beginnt nun die Saison für die beiden Freilichtmuseen. Sie haben dann von Dienstag bis Sonnabend zwischen 12 und 16 Uhr für jeden geöffnet. Das gilt auch für die von der Stadt und dem Verein gemeinsam betriebene Tourismus-Information in der Villa neben dem Castrum. Das Castrum plant vom 1. bis 3. Juni ein Kinderfest, vom6. bis 7. August ein Burgfest.

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