OLEANDER, MAMMUTBLATT, GINGKOBAUM

Diese drei Pflanzen-Giganten machen jeden Gärtner neidisch

Drei exotischen Pflanzen, drei Erfolgsgeschichten: Gigantische Ausmaße haben sie inzwischen angenommen. Wie machen das ihre Besitzer nur?
Katja Richter Katja Richter
So groß wie in diesem Jahr war das Mammutblatt Werner Hackbarth noch nie.
So groß wie in diesem Jahr war das Mammutblatt Werner Hackbarth noch nie. Katja Richter
Auf bis zu zwei Metern Durchmesser kommt ein einzelnes Blatt des Mammutblattes.
Auf bis zu zwei Metern Durchmesser kommt ein einzelnes Blatt des Mammutblattes. Katja Richter
Ueckermünde.

Tausende rote Blüten verströmen bereits ihren Duft. Unzählige andere werden in den nächsten Tagen noch aufbrechen. Was diesen Oleander von Silvia Wenzl und Jürgen Galitz aus Bellin jedoch so besonders macht, sind nicht allein seine duftenden Blüten, sondern die imposante Größe, wie man sie in unseren Breiten nur selten bewundern darf. „Ich habe nachgemessen“, sagt Jürgen Galitz. „Es sind etwas mehr als drei Meter, aber mehr geht dann wirklich nicht mehr, denn sonst bekommen wir ihn nicht mehr über den Winter.“

Für die Überwinterung steht dem Schmuckstück eine Werkstatt zur Verfügung, denn in die Wohnung oder einen Wintergarten würde die riesige mediterrane Schönheit schon längst nicht mehr passen. Hier wäre es auch zu warm, denn die Überwinterung von Oleander im beheizten Wohnraum sollte wegen der Gefahr von Schädlingsbefall vermieden, weiß der Hobbygärtner. Das eigentliche Geheimnis des vorpommerschen Riesenoleanders ist aber sein idealer Platz auf dem Innenhof in Bellin.

„Er steht in einer Ecke, die extra für ihn gemacht scheint“, sagen Silvia Wenzl und Jürgen Galitz. Wärmende Klinkerwände von drei Seiten schaffen ideale Bedingungen. Die Steine heizen sich auf und speichern die Wärme, so steht der Oleander immer warm und geschützt. „Ich gieße ihn nur mit Leitungswasser“, verrät der stolze Besitzer, der ab und an eine Kappe ganz einfachen Flüssigdüngers hinzufügt. „Demnächst müsste er auch mal umgetopft werden, denn der Kübel wird langsam zu klein.“ Der Belliner erklärt weiter, dass er im Sommer und Herbst absolut nichts abschneidet. „Alles bleibt so, wie es ist. Erst nach der Überwinterung entferne ich die Blütenstände und schneide den Oleander etwas zurück.

Das Mammutblatt aus Leopoldshagen

Auch im Garten von Werner Hackbarth aus Leopoldshagen wächst eine Pflanze gigantischen Ausmaßes. „So groß wie in diesem Jahr war mein Mammutblatt wirklich noch nie“, schwärmt der Bürgermeister der kleinen Gemeinde und Leiter des Ordnungsamtes beim Landkreis Vorpommern-Greifswald. Exotischer als in Leopoldshagen geht es wohl kaum, denn was hier in Vorpommern so prächtig gedeiht, hat seinen Ursprung in Brasilien.

„Ich habe vor circa fünf Jahren einen kleinen Ableger von einem Freund geschenkt bekommen“, berichtet der Mann mit dem grünen Daumen. Seitdem hegt und pflegt er die brasilianische Schönheit und wurde in diesem Jahr mit einer gigantischen Wuchshöhe von um die 400 Zentimeter belohnt – obwohl jedes Pflanzenlexikon von maximal 250 bis 300 Zentimetern ausgeht – und das auch nur bei optimalen Licht- und Bodenverhältnissen. „Es braucht viel Wasser“, verrät der Leopoldshagener. „20 bis 30 Liter pro Tag werden es wohl sein.“ Wenn im Herbst die Blätter verwelken, werden sie abgeschnitten und das Mammutblatt auf die Überwinterung vorbereitet. „Ich schütze den Wurzelbereich dann mit Heu, Stroh, Pferdedung und dickem Vlies“, verrät Werner Hackbarth. „Anschließend kommen noch ein paar Äste von den Nadelbäumen darauf.“

Der Ginkgobaum aus Ueckermünde

Für die Überwinterung ihrer exotischen Schönheit muss Kathleen Fleck dagegen nicht sorgen. „Ich weiß es noch ganz genau“, erinnert sie sich. „Im Jahr 2000 haben wir einen kleinen Ginkgobaum im Baumarkt gekauft. Exakt 17,99 DM hat er damals gekostet. Dass er irgendwann mal so groß wird, hätten wir nie für möglich gehalten.

Nach dem Messen steht fest: Stammumfang: 93 Zentimeter, Krone: circa 8,50 Meter, Höhe: circa 10,5Meter. „Erst war unser Ginkgo einfach nur ein kleiner Solitär. Mittlerweile ist er Schattenspender für die Gartenterrasse“, berichtet die Ueckermünderin, die ihren Lieblingsbaum eher unregelmäßig gießt. „Aber wenn es zu trocken wird, dann bekommt er eine Extraportion Wasser aus dem Gartenbrunnen.“ Kathleen Fleck freut sich schon jetzt auf den Herbst, denn dann färbt sich das Laub der ursprünglich aus China stammenden Baumart leuchtend gelb.

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