Damit nichts nach Diesel schmeckt, wurde die Küche auf Holzbefeuerung umgebaut.
Damit nichts nach Diesel schmeckt, wurde die Küche auf Holzbefeuerung umgebaut. ZVG
Ursprünglich hatte die Feldküche noch kein Dach. Dies wurde erst später montiert.
Ursprünglich hatte die Feldküche noch kein Dach. Dies wurde erst später montiert. ZVG
Das Eggesiner Feldküchenteam feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag.
Das Eggesiner Feldküchenteam feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Katja Richter
Anke Zielke ist von Anfang an im Team.
Anke Zielke ist von Anfang an im Team. NK-Archiv
Auch 1995 wurde zum Eggesiner Randowfest gekocht.
Auch 1995 wurde zum Eggesiner Randowfest gekocht. ZVG
Feldküche

Diese Gulaschkanone war schon bei der NVA im Einsatz

Diese Gulaschkanone war bereits bei der NVA im Einsatz und versorgt heute hungrige Gäste bei Stadt- und Dorffesten und privaten Feiern.
Eggesin

Einst versorgte die Gulaschkanone noch die NVA-Soldaten. Heute ist sie bei Stadtfesten, Dorffesten und bei privaten Feiern im Einsatz – und das seit gut 30 Jahren. Feuerwehrmann Frank Zielke, der von allen nur „Zille“ genannt wird, kann sich noch gut an den Tag erinnern, als sich die Eggesiner Wehr die damals erst vier Jahre alte Gulaschkanone im Zuge der „NVA-Auflösung“ abholen durfte. Denn damit begann die Eggesiner Feldküche.

„Das erste Mal haben wir dann 1992 Erbsensuppe zum Randowfest gekocht“, erzählt Zielke, der zusammen mit seiner Ehefrau von Anfang an dabei ist und auch heute noch zum Küchenteam gehört. Vor vielen Jahren hat er die NVA-Küche von Diesel auf Holzbefeuerung umgebaut, damit nichts nach Diesel schmeckt. Seit 27 Jahren schwingt er sogar den großen Kochlöffel und muss am Ende dafür geradestehen, dass die gut 360 Portionen den Gästen auch schmecken.

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Das Kochen auf der Gulaschkanone wird zelebriert

Das große Kochen wird bei den Eggesinern regelrecht zelebriert und beginnt bereits zwei Tage zuvor mit dem riesigen Einkauf. „Bevor es dann am nächsten Tag ans Schnippeln geht, wird erst einmal richtig schön gefrühstückt“, berichtet das Küchenteam. Das sei nicht immer so gewesen, das Frühstücken hätten sie sich von den Torgelower Kameraden abgeschaut.

„Das ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagt Ruth Kasel. Die 81-jährige Eggesinerin ist ebenfalls von Anfang an dabei. „Wenn hier gekocht wird, dann ist das immer schön“, schwärmt sie. Seit ein paar Jahren könne sie es wegen ihrer angeschlagenen Gesundheit nicht mehr schaffen, ihre Kameraden aktiv beim Schnippeln zu unterstützen. Dafür versuche sie, sich bei den Frühstücksvorbereitungen einzubringen.

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Anheizen der Gulaschkanone um 5.30 Uhr

Spannend und auch ein bisschen ungewiss wird es am Kochtag. „Wir heizen um 5.30 Uhr an“, sagt Frank Zielke. Es gab auch schon Tage, an denen der Eintopf gerade so bis 12 Uhr fertig wurde. „Manchmal ist es schneller gar, manchmal braucht es länger.“

Bei der Frage nach dem Rezept, winkt das Küchenteam schmunzelnd ab. „Das bleibt natürlich geheim!“ Nur so viel: Das Rezept hätten sie nach und nach verbessert und so ihre eigene Note hineingebracht.

Dass die Suppe am Ende auch schmeckt, wird natürlich nicht dem Zufall überlassen, denn bevor die Kanone den Hof des Gerätehauses verlässt, genehmigt sich das Küchenteam die ersten Kellen zum Probieren, Abschmecken und Stärken.

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Feldküche feiert 30. Geburtstag

Sie ist lang, die Liste mit den Namen, die Frank Zielke da zusammengestellt hat. Dem Eggesiner Feuerwehrmann und seinen Kameraden bedeutet es viel, wenn sie hier alle schwarz auf weiß stehen.

Viola Wittke, Olaf Krüger, Horst Rieck, Dieter Schubert, Klaus Elkin, Christiane Schepat, Hans Otto Bühlow, Lore Bühlow, Roland und Mariane Staat, Bertram Fehland, Helga und Helmut Hampe, Karl und Ruth Kasel, Christian Dörnbrak, Uwe Schiebel, Frank und Anke Zielke, Steffen Arndt, Klaus Wustmann, Isabell Birkhahn, Torsten Wende – Sie alle haben nämlich eines gemeinsam. Sie sind oder waren im Feldküchenteam der Freiwilligen Feuerwehr Eggesin, das in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert.

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