Prächtiger Anblick, auch in eisigen und für die Kommune finanziell schwierigen Zeiten: Der Eggesiner Walter Graupner
Prächtiger Anblick, auch in eisigen und für die Kommune finanziell schwierigen Zeiten: Der Eggesiner Walter Graupner hat vor wenigen Tagen, als noch alles verschneit war, ein wunderschönes Foto seiner Stadt gemacht. Walter Graupner
Der Haushaltsplan 2022/2023 stellt die Eggesinner vor Probleme.
Der Haushaltsplan 2022/2023 stellt die Eggesinner vor Probleme. Archiv
Haushalt

Eggesin spart und spart und wieder reicht das Geld nicht

Die Eggesiner haben ihren Doppelhaushalt für 2022/23 beschlossen. Aber mit einem unguten Gefühl.
Eggesin

Monat für Monat beschäftigen sich die Eggesiner Stadtvertreter und berufenen Bürger mit der schwierigen Haushaltsrechnung für die Randowstadt (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Allein der Umgang mit dem umfangreichen Zahlenwerk ist für Laien, die sich ansonsten nicht mit Buchhaltung beschäftigen, eine große Herausforderung. Kämmerin Bianca Schwibbe zollt darum allen ehrenamtlichen Kommunalpolitikern Respekt, die sich in den Fachausschüssen ernsthaft mit dem Zahlenwerk beschäftigt und dafür gesorgt haben, dass pünktlich zur Dezembersitzung der Stadtvertretung über die Haushaltssatzung abgestimmt werden konnte. Bis auf eine Enthaltung haben die Stadtvertreter dem Haushalt für 2022 und 2023 als Arbeitsgrundlage für die kommenden Monate zugestimmt. Allerdings mit einem unguten Gefühl.

Das hohe Defizit ist nicht einfach zu kompensieren

„Es ist uns zwar gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, aber wie es aussieht, werden wir wohl gleich Anfang nächsten Jahres eine Haushaltssperre verhängen müssen“, sagt die Kämmerin. Auch einige Stadtvertreter äußerten sich besorgt. Grund ist die Erhöhung der Kreisumlage von 42 auf 46 Prozent. Doch das ist nicht die einzige Hiobsbotschaft. Die Schlüsselzuweisungen des Landes für die Kommune wird um 127 000 Euro geringer ausfallen. Hinzu kommen Steuermindereinnahmen von 140 000 Euro, die in der Haushaltskasse fehlen werden. Alles in allem fehlen plötzlich knapp 400 000 Euro fürs nächste Jahr.

Haushaltssperre in Sicht

An welcher Stelle diese Summe eingespart werden könnte? Die Eggesiner wissen es nicht. „In den 15 Jahren, in denen ich hier arbeite, wird nur gespart, gespart, gespart“, sagt Kämmerin Bianca Schwibbe. „Dieser unerwartete Fehlbetrag lässt sich nicht mehr einsparen, indem diese oder jene Position im Haushalt gestrichen wird“, meint die Kämmerin.

Auch die Stadtvertreter waren sich einig: Sie geben diesem Haushalt ihre Zustimmung, auch wenn sie eine Haushaltssperre im nächsten Jahr hinnehmen müssen. Denkbar wäre, zehn Prozent der Aufwendungen in allen Positionen zu sperren. „Wir erwarten wie andere Kommunen auch, dass nach dem Kommunalgipfel die Handlungsfähigkeit der Kommunen wieder hergestellt wird“, sagt die Kämmerin. Zumindest die verkündete Erhöhung der Schlüsselzuweisungen für das Jahr 2022 um 102 Millionen Euro, womit etwa das Niveau des Jahres 2021 erreicht wird, stimme zuversichtlich.

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