Marc Rambow aus Torgelow hat im September eine Ausbildung zum Augenoptiker bei Knut Weise (Mitte) in Ueckermünde begonnen
Marc Rambow aus Torgelow hat im September eine Ausbildung zum Augenoptiker bei Knut Weise (Mitte) in Ueckermünde begonnen. Auch Virginie Bartlitz (links) hat vor 20 Jahren hier gelernt und kann so manchen Tipp geben. Simone Weirauch
Ausbildung

Eigenes Schicksal brachte 16-Jährigen zur Optiker-Lehre

Schulabgänger scheuen sich vor handwerklicher Arbeit? Nicht der 16-jährige Marc Rambow. Durch ein Erlebnis in der Schule war für ihn der Berufswunsch klar.
Ueckermünde

Man sagt, die Augen sind das Fenster zur Seele. Aber wenn sie schwächer werden und die Sehkraft nachlässt, dann helfen Optiker dabei, wieder ihre volle Sehkraft zu bekommen. Marc Rambow will genau das können: Die Welt für Menschen wieder scharf stellen. Der 16-Jährige hat in diesem Herbst in Ueckermünde mit der Ausbildung zum Augenoptiker begonnen. Ausschlaggebend für seinen Berufswunsch war ein Aha-Erlebnis in seiner Schulzeit: „Ich saß in der Klasse ganz hinten und stellte fest, dass ich gar nicht mehr richtig sehen konnte, was vorn passiert, also brauchte ich eine Brille.“ Mit großem Interesse verfolgte er dann, wie der Optiker für ihn die passende Brille fand – durch die er seitdem den richtigen Durchblick hat.

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Medizinisches und technisches Wissen vereinen sich mit Ästhetik

Nun lernt er selbst, für andere die passende Brille zu finden. Präzision, Geduld und handwerkliches Geschick braucht man dafür, erklärt Marc Rambow. Aber auch einen Blick für Gesichter, Proportionen und modischen Chic, ergänzt Optiker Knut Weise, der den jungen Mann ausbildet. In diesem Beruf vereinen sich medizinisches und technisches Wissen mit Ästhetik. Denn natürlich geht es nicht nur darum, wieder richtig sehen zu können, sondern auch darum, eine stylische Brille zu finden. Marc Rambow wird das alles lernen. Aber auch das kleine Team von „Haffoptik“ in Ueckermünde, das sich jetzt um einen Azubi kümmert, muss diese Herausforderung meistern.

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400 Kilometer bis zur Berufsschule

Virginie Bartlitz, die vor 20 Jahren selbst bei Knut Weise gelernt hat und heute noch bei „Haffoptik“ arbeitet, kann Marc Rambow so manchen Tipp geben. Auch sie musste damals schon zur Berufsschule bis nach Hankensbüttel in Niedersachsen fahren. Das sind fast 400 Kilometer mit dem Auto beziehungsweise fast sechseinhalb Stunden Zugfahrt. Die duale Ausbildung in diesem Handwerksberuf dauert drei Jahre, alle sechs bis acht Wochen fährt Marc Rambow für zwei Wochen nach Hankensbüttel. Diese Aussicht scheint den 16-Jährigen aber nicht zu schrecken. Zurzeit ist er jedoch vor Ort im Optikergeschäft, darf unter Aufsicht schon kleinere Reparaturen an Brillengestellen vornehmen und lernt, mit der Schleifmaschine die Ränder von Gläsern zu bearbeiten. „Er soll schließlich von Anfang an etwas lernen“, sagt Weise, der mit seinem Lehrling zufrieden ist.

„Wer ausbildet, sorgt für die Zukunft des Betriebes“

Zuspruch gibt es auch von Kunden. Knut Weise weiß: Wer ausbildet, sorgt nicht nur für die Facharbeiter von morgen, sondern sichert auch die Zukunft seines Unternehmens.

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