Die Investoren des Ueckermünder Resort-Hotels setzen auf grüne Energie. Dafür müsste ein Solarpark in der
Die Investoren des Ueckermünder Resort-Hotels setzen auf grüne Energie. Dafür müsste ein Solarpark in der Stadt gebaut werden. NK-Archiv
Strom

Ein Solarpark für das Resort-Hotel am Haff? Es wird spannend

Die Investoren des Ueckermünder Resort-Hotels setzen auf grüne Energie. Dafür müsste ein Solarpark in der Stadt gebaut werden. Doch das schmeckt nicht jedem in den städtischen Ausschüssen. Die Entscheidung liegt bei den Stadtvertretern.
Ueckermünde

Dass der Investor des Resort-Hotels in Ueckermünde den Bebauungsplan etwas ändern will, dagegen hatten die Mitglieder des Ueckermünder Bauausschusses nichts. Sie stimmten in ihrer Sitzung darüber ab und gaben fast einhellig ein klares Ja zu dem Projekt. Denn es soll nur die Wegführung verändert werden, damit die Grundstücke für die 50 Ferienhäuser und 20 Dauerwohnungen besser und vor allem auch weiter voneinander entfernt platziert werden könnten. So hatten es Bürgermeister Jürgen Kliewe und Jürgen Schiffels vom Investor Sybac-Immobilien gerade dem Nordkurier erläutert. Nur ein Mitglied votierte gegen die Änderung.

Stadteigene Fläche für Solarpark abgelehnt

Bei einer anderen Beschlussvorlage zum Resort-Hotel sah es anders aus. Der Ausschuss stimmte mit sieben Gegen- und nur zwei Ja-Stimmen gegen einen Solarpark, damit das Resort-Hotel am Strand mit grüner Energie versorgt werden kann. Das sei Teil des Medienkonzeptes für den Hotelbau, erläuterte Bauamtsleiter Sven Behnke. Die Stadtvertreter hätten den Beschluss dazu am 28. Oktober 2021 gefasst.

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Sybac habe zuerst Flächen an der Kamigstraße/am Grünen Weg mit Photovoltaik-Anlagen bestücken wollen. Das hätten Stadt und Stadtvertretung abgelehnt. Eine weitere Fläche südlich der früheren Mülldeponie in Berndshof sei zu zerstückelt. Man schaffe es nicht, alle Eigentümer zu überzeugen. Nun hatte die Stadt eine stadteigene Fläche im Gewerbegebiet am Industriehafen Berndshof angeboten, um dort einen Solarpark zu errichten. Das lehnte der Ausschuss aber ohne weitere Diskussion ab. Doch auch der Hauptausschuss votierte gegen einen Erbbaupachtvertrag und die Errichtung eines Solarparks für grünen Hotel-Strom, informierte Bürgermeister Jürgen Kliewe.

„Kann man Solaranlagen heutzutage noch ablehnen?“

Damit würden die beiden Ausschüsse auf eine Gesamtpacht von mindestens107.069 Euro verzichten. Denn es hätte einen Pachtzins von etwa 2500 Euro pro Hektar und Jahr gegeben. Dazu wären eine Gewinnbeteiligung von drei Prozent im Jahr und Gewerbesteuereinnahmen für 25 bis 30 Jahre zu erwarten gewesen. Und nach Ablauf des Erbaupachtvertrags stünde das Grundstück am Ende der Stadt wieder zur Verfügung. Bei einem Verkauf würde die Stadt 17.131 Euro einnehmen. Das Grundstück wäre dann aber nicht mehr verfügbar.

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Der Bürgermeister ist aber ganz klar für eine Unterstützung der grünen Hotel-Energie. Die Solarfirma bräuchte eine Fläche von etwa zwei Hektar. In Berndshof stünden 1,5 Hektar zur Verfügung. Das Areal liegt gegenüber von Haff-Dichtungen und damit mitten im Gewerbegebiet. Wenn auch die vorderen Grundstücke bebaut sind, wäre der Solarpark von der Landesstraße nicht wahrnehmbar, argumentiert die Stadt. Kliewe hofft nun, dass die Stadtvertreter in ihrer Sitzung am Donnerstag, 29. September, um 17 Uhr dafür stimmen. Er stellt auch die Frage, ob man Solaranlagen in Zeiten von enormen Gas- und Strompreisen noch ablehnen kann. Andernfalls gäbe es weitere Flächen im Gewerbegebiet. Drei Hektar davon wären auch privat.

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