Unsere Themenseiten

:

Ein Wildapfel zwischen Küsschen und Kiefern

Reimund Ritzrow (l.), Sachbearbeiter für Holzvermarktung, und Jürgen Abendroth, Revierleiter in Meiersberg, haben jetzt einen Wildapfel auch hier gepflanzt.  FOTO:ZVG

VonKatja MüllerSie sind nicht nur stille Beobachter, sondern wichtig für das tägliche Leben: Bäume. In diesem Jahrsteht der Wildapfel anerster ...

VonKatja Müller

Sie sind nicht nur stille Beobachter, sondern wichtig für das tägliche Leben: Bäume. In diesem Jahr
steht der Wildapfel an
erster Stelle.

Torgelow.Die Menschen in der Region werden immer älter – der Wald aber nicht. Und damit das auch weiterhin so bleibt, gibt es regelmäßige Verjüngungsmaßnahmen. Und auch zum Tag des Baumes haben die Mitarbeiter des Forstamtes in ihrem Amtsbereich wieder einen Baum gepflanzt. Aber diesmal ist es keine Tanne, Kiefer oder Buche. Es ist der Baum des Jahres 2013: eine Wildapfel, der Malus sylvestris. Den Baum des Jahres 2013 werden aufmerksame Waldbesucher am August-Bartelt-Pfad finden, wenn sie bei einem Ausflug die Schönheit der Wälder unserer Region genießen.
„Es gibt so vieles, was auch Menschen direkt mit Bäumen verbindet. Nicht nur für die Umwelt sind sie unverzichtbar. Sie bieten Schutz vor Unwetter, Schatten an einem heißen Sommertag und geben auch immer wieder die Möglichkeit für Tierbeobachtung. Und mit zu den schönsten Erinnerungen gehört der erste Kuss unter einem Baum“, sagt Reimund Ritzow und ruft die Vorpommern auf, den heutigen Tag des Baumes zu feiern. „Das ist doch ein schöner Anlass für einen Spaziergang durch den Wald oder zu einem besonderen Baum auf einer Wiese“, fügt er hinzu. Doch das ist keine Erfindung der Neuzeit. Der amerikanische Journalist Julius Sterling Morton (1832 - 1902) hatte diesen Brauch ins Leben gerufen. „Der Tag des Baumes soll alljährlich die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft in den Fokus rücken. Denn was wären wir Menschen ohne unsere Wälder und ihre Bäume? Die vielschichtigen Ansprüche an unsere Wälder und ihre Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen zeigen ihren hohen Stellenwert für die Gesellschaft“, erklärt Reimund Ritzrow. Der Wunsch, die Wälder zu erhalten, bestehe daher schon sehr lange. „So können wir 2013 auf 300 Jahre forstliche Nachhaltigkeit zurückblicken, die der sächsische Berghauptmann Carl von Carlowitz 1713 beschrieb“, sagt der Sachbearbeiter für Holzvermarktung.
Das Forstamt Torgelow ist mit seinen sieben Revieren auf insgesamt 31868 Hektar Wald für die hoheitliche Betreuung des Waldes aller Besitzarten des Amtsbereiches zuständig. Die darin enthaltenen 8423 Hektar Landeswald werden darüber hinaus auch in Eigenregie forstlich bewirtschaftet. „Hier nimmt die Kiefer mit 67 Prozent den größten Flächenanteil ein. Dementsprechend ist die Kiefer auch beim jährlichen Holzeinschlag von rund 30000 Festmetern am stärksten vertreten“, weiß Ritzrow. Um aber die Waldfläche dauerhaft zu sichern, werden allein in diesem Jahr 23 Hektar Wald mit standortsgemäßen Baumarten verjüngt. „Dabei werden Entscheidungen für die nächsten Generationen getroffen, wenn man bedenkt, dass ein Baum meist weit mehr als 100 Jahre wächst, bis er wieder gefällt wird“, betont der Holzvermarkter.