Ueckermünder Baupläne
Eine neue Seebrücke am Haff?

Badetrubel im Ueckermünder Haffbad. Die Seebrücke war Ende der 1920er-Jahre ein kleines Kunstwerk aus Holz.
Badetrubel im Ueckermünder Haffbad. Die Seebrücke war Ende der 1920er-Jahre ein kleines Kunstwerk aus Holz.
ZVG

So kennen die Ueckermünder ihr Haffbad nur noch von alten Postkarten: Badetrubel auf der Seebrücke vor der Strandhalle. Doch warum soll es nicht wieder so schön werden?

Die Pläne liegen in der Schublade. Von der Strandhalle aus führt ein Steg bis zum Wasser und dann hinaus aufs Haff. Eine Seebrücke für das Ueckermünder Haffbad – das wäre doch wunderbar. Aber noch besser wäre es, wenn in der Schublade auch 800 000 Euro liegen würden. So viel kostet nämlich der Bau einer solchen Seebrücke. Ohne Hilfe kann Ueckermünde das nicht stemmen.

Vize-Bürgermeister Jürgen Kliewe träumt trotzdem davon, dass es irgendwann bis 2020 gelingt, wieder eine Seebrücke im Haffbad zu bauen. Und nicht nur er. Vor einer großen Zuhörerschaft beim Heimatbund „August Bartelt“ hat nun auch Bürgermeister Gerd Walther davon gesprochen. Zum Seebad Ueckermünde soll demnach in absehbarer Zeit – von 2017 war die Rede – ein Kurdirektor gehören, der sich um den Tourismus am Haff kümmert, und eine Seebrücke im Haffbad. Da staunten selbst die heimatkundigen Zuhörer.

Vereinsvorsitzender Hans-Eberhardt Albrecht jedenfalls gefällt diese Idee. Die Zeiten, als zum Badespaß im Ueckermünder Haffbad noch der Promeniersteg vor der Strandhalle gehörte, hat er selbst nicht miterlebt. Gebaut wurde die Seebrücke Mitte der 20er-Jahre. In dieser Zeit ist auch die Strandhalle errichtet worden. Als Albrecht gleich nach dem Krieg als Junge nach Ueckermünde kam, war das hölzerne Kunstwerk im Haffbad bereits zerstört. Nur einige Pfähle im Wasser zeugten davon, dass es hier eine Seebrücke gegeben hat. „Eine neue Seebrücke wäre eine Attraktion“, sagt Albrecht.

Jürgen Kliewe kann da nur zustimmen: Kein anderer Badeort am Haff kann sich mit so einem Bauwerk schmücken, auch auf polnischer Seite nicht. Dass ein solches Bauwerk nicht auf dem aktuellen Bauplan der Stadt steht, ist wohl in erster Linie eine Frage des Geldes. Im vorigen Juli hatte die Stadt beim Wirtschaftsministerium angefragt, ob die touristische Entwicklung der Haffstadt mit Fördermitteln für eine Seebrücke unterstützt werden könnte. Bisher sind die Reaktionen zurückhaltend, musste der Vize-Bürgermeister erfahren. Er vermutet, die Ostseebäder stehen in Schwerin gerade wegen der teuren Reparaturen ihrer hölzernen Seebrücken Schlange.

„Das wird uns nicht passieren, wenn wir bauen, dann eine Brücke aus Stahlbeton und unzerstörbarem Recyclingmaterial“, sagt Jürgen Kliewe. Im langfristigen Investitionsplan von Ueckermünde, der alle machbaren Bauvorhaben bis 2020 auflistet, steht darum auch die Seebrücke im Haffbad. Und irgendwann wird sie auch gebaut. Dann können die Touristen tatsächlich schwärmen: In Ueckermünde ist es wie an der Ostsee.