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Einer, der in die Natur zum Malen aufbricht

„Chor der Kreidefelsen“ – dieses Bild von Manfred Prinz ist unter anderem in der Ausstellung in Torgelow zu sehen.

Dass Kunstliebhaber mit dem Namen Prof. Manfred Prinz auch in Torgelow und Umgebung durchaus etwas anfangen können, bewies die selbst für die Mitglieder des ...

Dass Kunstliebhaber mit dem Namen Prof. Manfred Prinz auch in Torgelow und Umgebung durchaus etwas anfangen können, bewies die selbst für die Mitglieder des Kunstvereins erstaunlich hohe Resonanz bei der Vernissage zur Ausstellung „Magie des Motivs“.

Torgelow.Die angebotenen Sitzplätze in den drei Räumen in der Villa an der Uecker waren mit Beginn der Veranstaltung bis auf den letzten Stuhl belegt. Marlen Kötteritzsch eröffnete seitens des Gastgebers die Veranstaltung, begrüßte die Gäste und ließ gleich zu Beginn keinen Zweifel daran, dass diese Vernissage auch gewissermaßen als ein Freundschaftstreffen verstanden werden kann. Denn Manfred Prinz, 43 Jahre lang mit Leib und Seele Kunsterzieher, hat seine Erfahrungen und Erkenntnisse nie verschlossen, sondern freimütig weitergegeben, zunächst an seine Schüler, später an seine Studenten der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, im Rahmen der Fortbildung an Lehrerkollegen und nicht zuletzt an die Mitglieder seines Malkurses und des Pommerschen Künstlerbundes, dessen aktives Mitglied er noch immer ist.
Unvergessen sind offenbar die gemeinsamen Maltouren mit Kunsterziehern im In- und Ausland, aus denen sich bis heute tiefe Freundschaften entwickelten, die sich über die vielen Jahre durchaus als Seelenverwandtschaften verstehen lassen. Eine solche Freundschaft verbindet den Künstler auch mit der Doktorin für Kunstpädagogik Gisela Oertel aus Brohm Friedland, die es sich an diesem Abend nicht nehmen ließ, die Laudatio zu halten. Fachlich fundiert, sehr detailliert und, was den ganz besonderen Charme der Laudatio ausmachte, durch das überaus enge Verhältnis zu Manfred Prinz als ihren Doktorvater, auch sehr persönlich, brachte Gisela Dr. Oertel die Analyse zu den ausgestellten Landschaftsmalereien offenbar genau auf den Punkt. Manfred Prinz zumindest zeigte sich außerordentlich gerührt und zutiefst ergriffen. Er, der stets „bepackt wie ein Infanterist mit schwerem Malrucksack, Acrylfarben, Staffelei und Malpappe“, ähnlich wie einst Van Gogh in die Natur zum Malen aufbricht, sagt dazu von sich selbst „Das Arbeiten vor der Natur verbindet mich mit ihr, lässt mich selbst Teilhaber dieses Zusammenklangs der Naturkräfte werden. So lange es geht, werde ich mir diesen Quell offenhalten“. Gisela Oertel sieht in Manfred Prinz den kritischen, liebevollen und zugleich nachdenklichen Beobachter, der die Natur und die gesellschaftlichen Ereignisse um sich herum stets als Einheit betrachtet. Einem seiner markantesten Werke, dem „Chor der Kreidefelsen“, das auch in der Ausstellung in Torgelow zu sehen ist, widmet sie in ihrer Laudatio besonders umfangreichen Raum und beschreibt ihre Eindrücke zum Spiel der Farben.
Ein besonders liebevolles musikalisches Bonbon überreichten schließlich noch Gerald Rusch und Silvia Bliesener mit einer textlichen Adaption des 50er-Jahre-Schlagers „Marina“, der nun als „Oh Manfred, dein Chic und dein Charme, der gefällt“ in die regionale Musikgeschichte eingehen wird, was den Ehrengast des Abends sichtlich amüsierte. Dass die Besucher nach dem offiziellen Teil der Vernissage nicht gleich zu ihren Mänteln griffen, sondern den Abend noch im gemeinsamen Gespräch ausklingen ließen, dürfen die Mitglieder des Kunstvereins sich für das Ambiente, den ausgewählten Wein und die hausgemachten Schnittchen auf die Fahnen schreiben.ub