Anfeindungen beim Spiel

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Einheit-Fans sollen Dunkelhäutigen beschimpft haben

Auf dem Spielfeld verloren die Ueckermünder gegen Wismar mit 1:2. Neben dem Spielfeld soll es außerdem zu rassistischen Ausfällen gekommen sein.
Auf dem Spielfeld verloren die Ueckermünder gegen Wismar mit 1:2. Neben dem Spielfeld soll es außerdem zu rassistischen Ausfällen gekommen sein.
Christian Johner

Eigentlich hatten sich die Ueckermünder Fans am Sonnabend auf ein spannendes Fußballspiel ihrer Einheit-Elf gegen FC Anker Wismar gefreut. Doch am Rande des Spiels kochten die Emotionen hoch. Es geht um Stinkefinger und rassistische Beleidigungen.

Falsch gemacht haben die Einheit-Elf aus Ueckermünde am Wochenende nicht viel, sagt Trainer Thorsten Bergin. Gut, sie haben das Duell gegen Anker Wismar 2:1 verloren - ein Spiel von vielen, da kommen auch wieder bessere. Dramatisch scheint eher, was jetzt über die Mannschaft im Internet verbreitet wird.

Da heißt es in einem Sportforum: „Der 2:1-Sieg des FC Anker Wismar beim FSV Einheit Ueckermünde hatte einen faden Beigeschmack. Nachdem die Wismarer in der 87. Minute den Ausgleich durch Ivanir Abelha Pais Rodrigues erzielten, wurde es turbulent. Die dunkelhäutigen Anker-Kicker Rodrigues und Abdoul Baraka Traore mussten sich rassistische Anfeindungen vonseiten der Hausherren gefallen lassen.“

Rassismusskandal in Ueckermünde?

Natürlich weiß auch Einheit-Trainer Thorsten Bergin längst um diesen Beitrag und kann dazu nur sagen: „Das sind haltlose Unterstellungen, die wir so nicht stehen lassen können. Wir werden uns am Montag in einer Vorstandssitzung darüber unterhalten und beraten, wie wir damit umgehen.“

Damit ist der Trainer sicher gut beraten, immerhin steht die Frage im Raum: Gibt es einen Rassismusskandal im Ueckermünder Fußball?

„Ein Grund, warum die Gemüter so hochgekocht waren, soll möglicherweise auch der Jubel von Rodrigues in Richtung der Ueckermünder Trainerbank gewesen sein, indem sich der Torschütze zu einer provozierenden Geste hinreißen haben lassen soll“, heißt es in dem Internet-Beitrag weiter.

Laut Einheit-Trainer Thorsten Bergin und Vereinspräsident Peter Ruhnau soll Rodrigues nach seinem Torjubel die Fans auf der Tribüne als auch Einheits Auswechselbank angestichelt haben, erzählt Thorsten Bergin. „Ich meine, er hat sogar den Stinkefinger hochgehalten“, sagt Peter Ruhnau.

Doch was soll der Verein gegen derart dumme Ausbrüche tun? Das fragt sich auch Trainer Thorsten Bergin: „Wir können das kaum beeinflussen, erst recht nicht, wenn die Leute ein paar Biere zu viel getrunken haben.“ Nur eines ist für den Coach klar: „Wir sind keine Rassisten. In unserer Mannschaft spielen seit Jahren Polen und Deutsche zusammen.“