FISCHEREIGENOSSENSCHAFT

Endlich wieder frischer Zander aus dem Haff

Nach dem Fangstopp im Juni sind die Fischer in Ueckermünde und Altwarp wieder auf dem Haff. Doch der Fang reicht für die große Nachfrage nach Fisch nicht aus.
So sieht es aus, wenn Torsten Freimuth an guten Fangtagen zurück in den Hafen kommt.
So sieht es aus, wenn Torsten Freimuth an guten Fangtagen zurück in den Hafen kommt. Simone Weirauch
Blick auf den beschaulichen Fischerhafen in Neuendorf.
Blick auf den beschaulichen Fischerhafen in Neuendorf. Simone Weirauch
Ueckermünde.

Die Tische vor der kleinen Fischgaststätte an der Kirchgasse/Ecke Ueckerdamm sind um die Mittagszeit gut besetzt, vor dem Verkaufstresen hat sich schon eine Schlange bis nach draußen gebildet: Wer in Ueckermünde frischen Fisch essen will, stellt sich an. An der schwarzen Tafel steht, was die Fischer gefangen haben: Es gibt wieder Haffzander, Aal, Barsch.

Kein Absatz wegen Corona

Seit gut zwei Wochen fahren die Fischer der Fischereigenossenschaft Haffküste wieder raus aufs Haff. Dabei war die Schonzeit für Zander schon am 22. Mai vorbei. Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass der Haffzander auch 30 Tage im Juni eine ruhige Zeit hatte. Keine Stellnetze, keine Fischerboote – die 24 Fischer blieben an Land. „Durch Corona hatten wir schon seit Mitte April keinen Absatz mehr für unseren Fisch“, sagt Genossenschafts-Chef Torsten Freimuth. Die Gaststätten hatten dichtgemacht, die Grenze zu Polen auch, die Leute blieben zu Hause – der unverkaufte Fisch musste entsorgt werden. „Vor allem auf dem Weißfisch blieben wir sitzen, vier Tonnen haben wir entsorgt“, sagt Torsten Freimuth. Den Zander aus dieser Zeit haben die Fischer selbst verarbeitet und tiefgefroren.

Unterstützung beantragt

30 Tage Fangstopp bedeuteten aber auch 30 Tage ohne Verdienst. Die Genossenschaft hat bei der oberen Fischereibehörde finanzielle Hilfe beantragt. Doch ob und wann das Corona-Ausfallgeld gezahlt wird, darüber gibt es noch keine offiziellen Angaben, sagt Torsten Freimuth.

Große Nachfrage

Seit dem 1. Juli sind die Fischer wieder draußen auf dem Wasser. „Die Nachfrage nach frischem Fisch ist so groß, da kommen wir mit unserem Fang gar nicht hinterher“, sagt der Genossenschafts-Chef. Zehn bis 15 Kilogramm Zander pro Tag reichen nicht aus. Aber im Sommer, wenn das Haffwasser warm ist, sei die Ausbeute schon immer geringer gewesen, sagt Freimuth. Anders als im Frühjahr und Herbst. „Im Herbst 2019, als es reichlich Fisch gab, die Nachfrage aber gering war, mussten wir mit fallenden Preisen klarkommen.“ Wer jetzt einen küchenfertigen Zander kauft, zahlt 13,50 Euro je Kilogramm, Zanderfilet küchenfertig kostet 20 Euro. Der so beliebte Aal schlägt mit 23,50 Euro je Kilogramm zu Buche (Aal grün), küchenfertig kostet dieser Fisch sogar 28 Euro pro Kilo.

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