Der Ueckermünder Bürgermeister Jürgen Kliewe teilte mit, dass die Kündigung vom Energieversorger Eon rechtens sei - aufgrund einer bestimmten Vertragsklausel.
Der Ueckermünder Bürgermeister Jürgen Kliewe teilte mit, dass die Kündigung vom Energieversorger Eon rechtens sei - aufgrund einer bestimmten Vertragsklausel. Eckhard Kruse, Mona Wenisch/dpa, NK-Montage
Kerstin Pukallus ist Bürgermeisterin in Torgelow.
Kerstin Pukallus ist Bürgermeisterin in Torgelow. Eckhard Kruse
Der Stadtverwaltung Eggesin steht in dieser Situation besser da. Sie hat keinen Stromliefervertrag mit Eon. „Wir haben die Verträge im vergangenen Jahr ausgeschrieben“, erläuterte Bürgermeisterin Bianka Schwibbe.
Der Stadtverwaltung Eggesin steht in dieser Situation besser da. Sie hat keinen Stromliefervertrag mit Eon. „Wir haben die Verträge im vergangenen Jahr ausgeschrieben“, erläuterte Bürgermeisterin Bianka Schwibbe. Eckhard Kruse
Energiepreise

Energieversorger Eon kündigt auch Ueckermünde die Verträge

Nach Torgelow sind nun auch in Ueckermünde Kündigungen von Eon ins Haus geflattert. Eggesin dagegen hat einen ganz anderen Anbieter und nur beim Eigenbetrieb Probleme.
Uecker-Randow

Torgelow hat schon eine Kündigung vom Energieversorger Eon für die Gas- und Stromverträge erhalten. Zum 1. Januar ist man dann im Ungewissen, wie es mit der Versorgung und den Preisen weitergeht. Der Stadt Ueckermünde geht es dabei nicht anders, teilte Bürgermeister Jürgen Kliewe mit. Die Kündigung sei auch rechtens. Es gebe dort eine Klausel im Vertrag, dass der Versorger kündigen darf, wenn sich Einkaufsbedingungen gravierend verändern.

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Bürgermeister rechnet mit 500.00 Euro Mehrkosten im Jahr

„Wir werden dann ab Januar in die Grundtarife fallen“, sagte Kliewe. Dann zahlen Kunden die in der Regel teureren Preise der Grundversorgung, wenn sie keinen Sondervertrag geschlossen haben. Die Verträge neu auszuschreiben, um einen anderen Anbieter zu gewinnen, mache derzeit keinen Sinn. Denn dann müsste man sowieso utopische Preise bezahlen, weil auch andere Anbieter ihr Gas und ihren Strom zu aktuellen Marktpreisen einkaufen müssten. Kliewe geht von einer Verdoppelung der Preise aus und rechnet mit jährlichen Mehrkosten in einer mittleren sechstelligen Summe. Das könnten etwa 500.000 Euro sein. Die Summe komme bei den 43 städtischen Einrichtungen, einschließlich Tourismusinfo, Sporthallen und Stadttoilette, zusammen.

Der Bürgermeister hofft auf einen Energiepreisdeckel. Dann könnten alle Bürger, Unternehmen und Behörden mit einer bestimmten Summe rechnen und hätten dennoch einen Anreiz zum Sparen. Wenn der Energiepreis nicht gedeckelt werde, werde die Wirtschaft gegen den Baum gefahren.

Eggesin steht besser da

Seine Bürgermeister-Kollegin aus Torgelow, Kerstin Pukallus, war am Dienstag nach Essen unterwegs, wo sie an einem kommunalen Dialogforum teilnimmt. Dort hoffe sie, Antworten zu bekommen. Denn beim Strompreis seien alle Gemeinden des Amtes und die Stadt Torgelow von der Eon-Kündigung betroffen. Das Thema Gas-Kündigung beschäftige indessen nur einen Teil der Gemeinden. Wie hoch die Mehrausgaben für Strom und Gas sein könnten, dazu könne sie noch nichts sagen.

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Der Stadtverwaltung Eggesin steht in dieser Situation besser da. Sie hat keinen Stromliefervertrag mit Eon. „Wir haben die Verträge im vergangenen Jahr ausgeschrieben“, erläuterte Bürgermeisterin Bianka Schwibbe. Stromversorger sind seitdem die Neubrandenburger Stadtwerke. Eine Kündigung habe die Stadt nicht erhalten. Bei Gas habe man kleinere Verträge mit unterschiedlichen Anbietern. Auch von ihnen habe die Stadt noch keine Informationen bekommen.

Anders ist es in Eggesin mit dem Eigenbetrieb, der auch die städtischen Wohnblöcke bewirtschaftet. Denn die Stadt wollte die Energieverträge gerade in diesem Herbst für drei oder vier Jahre neu ausschreiben, sagte Schwibbe. Doch das mache derzeit keinen Sinn: „Man bekommt ja keine Verträge.“ So werde der Vertrag wohl auslaufen und der Eigenbetrieb in die Grundversorgung fallen. In den Wohnhäusern seien aber nur die Außenbeleuchtung und das Licht in den Treppenhäusern betroffen. Die Mieter hätten jeweils eigene Stromverträge mit Anbietern. Die Fernwärmeerzeugung laufe zu großen Teilen über Holzhackschnitzel.

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