Drogenbeichte
Entscheidet sich am Donnerstag die Zukunft des Bürgermeisters?

Am Donnerstag entscheiden die Stadtvertreter von Ueckermünde, ob Bürgermeister Gerd Walther (links) eine amtsärztliche Diensttauglichkeitsbescheinigung vorlegen muss.
Am Donnerstag entscheiden die Stadtvertreter von Ueckermünde, ob Bürgermeister Gerd Walther (links) eine amtsärztliche Diensttauglichkeitsbescheinigung vorlegen muss.
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Nach der Drogen-Beichte wollen in Ueckermünde die CDU-Stadtvertreter von Bürgermeister Gerd Walther eine Bescheinigung über dessen Tauglichkeit verlangen. Dieser ist derweil krank geschrieben.

Es ist der 15. März 2018, ein Tag, der womöglich in die Geschichte Ueckermündes eingeht. 17 Uhr, Stadtvertretung! Die Sitzung wird sicher von vielen Einwohnern des Seebads mit Spannung erwartet. Immerhin geht es um einen Antrag der CDU-Fraktion für den nicht öffentlichen Teil der Sitzung, wonach Bürgermeister Gerd Walther (Linke) eine „amtsärztliche Diensttauglichkeitsbescheinigung“ vorlegen solle. Hintergrund dieses Antrags ist die Drogen-Beichte Walthers im Nordkurier. CDU-Fraktionschefin Kathleen Fleck hat gegenüber dem Nordkurier bestätigt, dass ihre Fraktion den Antrag einbringen will.

Nachdem der Bürgermeister offen über seinen einige Zeit zurückliegenden Drogenkonsum gesprochen hatte, begann auch die Staatsanwaltschafft zu ermitteln. Es gab auch eine Hausdurchsuchung.

Von den Linken ist derzeit niemand zu sprechen. Fraktionschefin Irina Rimkus war ebenso wenig erreichbar wie Bürgermeister Gerd Walther. Ueckermündes Stadtsprecher Sven Behnke teilte mit: „Herr Walther ist nicht im Dienst.“ Nach Nordkurier-Informationen soll sich der Rathauschef krankgemeldet haben.

SPD hofft auf "Gesundung der Situation"

Unterdessen hofft SPD-Fraktionschef Carsten Seeger, dass die Stadtvertretersitzung für alle Beteiligten Sicherheit schafft und Bürgermeister Gerd Walther die Möglichkeit gibt, sich zu erholen. „Ich erwarte, dass während der Sitzung die Richtung zur Gesundung der gesamten Situation, des Bürgermeisters und auch der Arbeitsweise der Stadtverwaltung vorgegeben wird“, sagt Carsten Seeger.

Es könnte aber auch ganz anders kommen: Da die Punkte der Tagesordnung für Donnerstag im Hauptausschuss nicht geklärt werden konnten, weil er eben abgebrochen worden war, könnte Stadtpräsident Andreas Texter (CDU) eine geänderte, womöglich recht kurze Tagesordnung aufrufen. Ob er das machen wird, ist unklar. Auch, ob der nicht öffentliche Sitzungsteil vorverlegt wird, in dem es um den CDU-Antrag gehen soll. So oder so wird der Abend des 15. März 2018 zukunftsweisend.

Kommentare (1)

Warum Walther eine Drogenbeichte im bestehenden Dienstverhältnis ablegt, ist sonderbar. Will er den neuen Typus linker Politiker kreieren, der mit dem Alltag nicht klar kommt und drogenabhängig wurde? Wegen seines Bürgermeisteramtes begann sein Drogenkonsum nicht. So zumindest seine Darstellung. Ein Drogentest beinhaltet eine Diensttauglichkeitsbescheinigung für Bürgermeister nicht, solange die Abhängigkeit keine diagnostizierte Krankheit ist. https://www.arbeitsrechte.de/betriebsarzt-drogentest/