Tätowierer Ralf Mentzel

Er geht den Vorpommern so richtig unter die Haut

Die Vorpommern stehen auf Tattoos. Zu keiner Jahreszeit ist das besser feststellbar als im Sommer: Die Leute zeigen Haut. Und die ist mitunter ziemlich bunt. Arme, Beine, Rücken – überall zieren kleine Kunstwerke die Körper der Menschen. Wer befriedigt diese pure Lust, sich zu schmücken?

Vorpommern ist eine ziemlich bunte Ecke. Dieser Eindruck täuscht nicht, was den Schmuck der Leute angeht. Und damit sind keine hübschen Ohrringe oder auffällige Ketten gemeint. Die Rede ist von Tattoos, die den Körper der Menschen zieren. Inzwischen scheinen sie genauso „normal“ geworden zu sein wie Modeschmuck, den die Leute für gewöhnlich um den Hals oder an den Händen tragen. Aber eine Kette oder einen Ring kann man ablegen, wenn man die Nase voll hat. Ein Tattoo nicht – oder jedenfalls nicht so leicht. Doch das schreckt die Vorpommern überhaupt nicht ab. Im Gegenteil: Sie stehen zu ihren Tattoos.

Einer der es wissen muss, wieso das so ist, ist der Ueckermünder Tätowierer Ralf Mentzel. Kurz: Ralfi genannt. Lange überlegen muss der Mann vom Fach nicht, um auf diese Frage zu antworten. „Die Qualität hat sich über die Jahre einfach verbessert“, sagt er. Die Klischees, dass Tattoos Knastis oder Seefahrern vorbehalten sind, sind längst überholt.

Kleine Kunstwerke mit großer Bedeutung

„Heute tätowieren wir keine Striche mit ein paar Schatten mehr. Es entstehen mitunter richtige Bilder. Ja, kleine Kunstwerke.“ Und diese kleinen Kunstwerke haben oft eine große Bedeutung. „Menschen bewältigen damit Lebensabschnitte. Positive oder negative“, erklärt der Tätowierer. „Außerdem sind die Tattoo-Techniken heute ganz andere. Die Nadeln sind viel feiner.“ Kurzum: Weniger Schmerzen?! Zudem ist Tinte längst nicht mehr zeitgemäß. Ralf Mentzel arbeitet mit zertifizierten Farben. Wichtig! Schließlich geht ein Tattoo unter die Haut. Bürokraten-Deutschland sei Dank.

"Irgendwann kriegen wir Euch alle!"

Und jetzt kommt‘s: Ralfi liefert noch eine andere Erklärung für den Tattoo-Trend in Vorpommern. „Die Menschen sind ganz einfach selbstbewusster geworden.“ Schließlich macht ein hübsches Tattoo den Menschen noch einmaliger als er sowieso schon ist, meint der Mann. Auch ihn schmücken Tattoos. So ist sich Ralf Mentzel ziemlich sicher: „Irgendwann kriegen wir Euch alle!“

Schaut man dem Tätowierer in die Augen, weiß man: Der meint das ernst. Was ihn so sicher macht? Tattoos sind heute weder eine Frage des Alters, des Geschlechts noch irgendwelcher sozialen Schichten. Wobei der Tätowierer nicht gern Unterschiede macht. Für ihn sind die Vorpommern alle gleich. Seine Pflicht, seine Kunden aufzuklären, sie aufzufordern, sich selbst zu hinterfragen, nimmt Ralf Mentzel übrigens sehr ernst. Fällt im Gespräch also auf, dass jemand nicht bereit ist für ein Tattoo, sticht der Ueckermünder es ihm schlichtweg nicht. Wird also bald jeder in Vorpommern ein Tattoo haben? Schaut man sich unsere Haffgirl-Kandidatinnen an, lautet die Antwort: Ja! Die Mädels ohne Tattoo sind in diesem Jahr die absolute Ausnahme.  

dpa

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