UECKERMÜNDER NEUJAHRSEMPFANG

Usedom-Fähre und Tierpark sorgen für Gerüchte

Mit großen Hoffnungen auf ein gutes Jahr 2020 sind die Ueckermünder zum Neujahrsempfang des Gewerbevereins gekommen. Und diese Hoffnung ist berechtigt, wie sich zeigte.
Beim Ueckermünder Neujahrsempfang gab es traditionell einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf
Beim Ueckermünder Neujahrsempfang gab es traditionell einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf das kommende. Das Interesse war so groß, dass kein Platz leer blieb. Simone Weirauch
Vereinschef Joachim Westphal und Vorstandsmitglied Madlen Brückner überreichen dem Jugendwart Ronny Pohl den Fö
Vereinschef Joachim Westphal und Vorstandsmitglied Madlen Brückner überreichen dem Jugendwart Ronny Pohl den Förderpreis für die Nachwuchsarbeit bei der Ueckermünder Feuerwehr. Simone Weirauch
Ueckermünde.

Der Neujahrsempfang des Ueckermünder Gewerbevereins und der Stadt Ueckermünde mit mehr als 120 Gästen stand unter einem guten Stern: So harmonisch wie an diesem Abend im Belliner Haffhus geht es im Alltag selten zu. „Politik und Wirtschaft sprechen nicht immer die gleiche Sprache“, sagte Madlen Brückner vom Vorstand des Gewerbevereins. Da sei es um so wichtiger, einen entspannten, geselligen Abend gemeinsam mit so vielen engagierten Ueckermündern zu verbringen.

Vereinsvorsitzender Joachim Westphal erinnerte daran, dass die gute Tradition des gemeinsamen Neujahrsempfangs dereinst unter Alt-Bürgermeister Peter Westphal ins Leben gerufen wurde. Der Alt-Bürgermeister habe weitsichtig so viele wichtige Entwicklungen in seiner Stadt angeschoben, dass sein Tod ein großer Verlust für Ueckermünde sei. Auch Bürgermeister Jürgen Kliewe erinnerte an die Verdienste Peter Westphals. Mit einer Schweigeminute gedachten die Gäste seiner. Der Alt-Bürgermeister, der am Jahresende verstorben ist, wird am Freitag beigesetzt, die Trauerfeier findet in der Kreuzkirche statt.

Bürgermeister blickt zurück auf Highlights 2019

Zu den Gepflogenheiten von Neujahrsempfängen gehören der Rückblick auf das vergangene ebenso wie ein Ausblick aufs neue Jahr. Gar nicht so einfach für die beiden Redner – Vereinschef Joachim Westphal und Bürgermeister Jürgen Kliewe – sich auf zwölf Minuten für zwölf Monate zu begrenzen. Sie haben es beide nicht geschafft, aber 2019 hat sich ja auch einiges bewegt in Ueckermünde: Netto-Markt in der Belliner Straße eröffnet, Kurabgabe neu geregelt, großer Wahlsonntag, neue Stadtvertretung, neuer Bürgermeister, Großbrand in Ueckermünde-Ost, Jugendherberge gegen den Widerstand der Stadt geschlossen und vieles mehr. Das Jahr gipfelte – wie alle Jahre wieder – in dem wunderbaren Ueckermünder Weihnachtsmarkt, der übrigens 2020 vom 18. bis 20. Dezember und damit wieder am vierten Adventswochenende veranstaltet wird, kündigte Joachim Westphal bereits an. Auch der gewohnt großartige Party-Sommer ist den Ueckermündern in diesem Jahr wieder gewiss. Nach dem Umbau von Ueckerpark und Bühne kann dort wieder gefeiert werden. Mit der Haffsail vom 5. bis 7. Juni geht es los, versprach Bürgermeister Kliewe.

Ein Thema, das die Ueckermünder das ganze Jahr 2019 begleitete, wird auch in diesem Jahr aktuell bleiben: Der Hotelneubau am Strand rückt näher, im März sollen die Stadtvertreter den Vorentwurf für den Bebauungsplan auf dem Tisch haben. Auch ein Entwurf für die Verkehrsführung liegt vor, sagte Jürgen Kliewe. Die gesamten Planungen für die 300-Betten-Anlage könnten dieses Jahr abgeschlossen werden. Damit ist die Stadt ihrem Traum vom Hotel am Strand, den es nun schon fast 30 Jahre gibt, so nah wie noch nie.

Dahlemann machte Andeutungen zu Fähre und Tierpark

Aber auch ein anderer Traum könnte noch Wirklichkeit werden. Nachdem Joachim Westphal in seiner Ansprache schon bedauert hatte, dass die Pläne von einer Fähre nach Usedom 2019 geplatzt sind, ließ Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann die Gäste im Haffhus aufhorchen. Jeder Förder-Euro ist in Vorpommern besser angelegt als in Mecklenburg, gab sich Dahlemann rebellisch. Auch das Fährprojekt sei nicht gestorben. „Wir müssen nur realistischer vorgehen und in kleineren Strukturen planen, aber die Anbindung, die brauchen wir.“ Es gebe bereits Gespräche, mehr wollte er aber noch nicht verraten. Dahlemann beschränkte sich auch auf Andeutungen, als er vom Ueckermünder Tierpark und einem neuen polnischen Bewohner sprach. Er kündigte für Ostern eine besondere Überraschung an. Insider vermuten, dass es für Löwin Luna endlich einen neuen Partner geben wird.

Gründe zur Freude gibt es in diesem neuen Jahr einige. Die Stadt arbeitet nach langer Zeit wieder mit einem ausgeglichenen Haushalt und wird in diesem Jahr 1,84 Millionen Euro mehr in der Kasse haben – beste Voraussetzungen also, um sich nicht mehr darüber zu streiten, wo ein Euro eingespart wird. Vielmehr bleibt Zeit, um zu überlegen, wofür das Geld ausgegeben wird.

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Kommentare (1)

Keine Frage, Ueckermünde hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt! Sicher auch mit dem einen oder anderen Förder-Euro, egal aus welchem Ministerium. Soll natürlich auch weiter so sein!
Aber in einem Punkt, kann der Artikel nicht unkommentiert bleiben. Sollte der junge rebellische (?) Staatssekretär Dahlemann tatsächlich den Knall nicht gehört haben, wenn er sagt:"Jeder Förder-Euro ist in Vorpommern besser angelegt als in Mecklenburg", Da hat wohl jemand Höhenflüge bekommen. Ein wenig auf dem Teppich bleiben tut manchmal ganz gut junger Mann!
Kein Neid, aber ich kann nur sagen, leider sind nach wie vor alle Kommunen, zumindest auch im Osten des Landesteils Mecklenburg auf Fördermittel angewiesen. Um z.B. das Grundzentrum Woldegk i/M im Amt Woldegk zukunftssicher aufzustellen, bedarf es noch so einiger Fördermittel. Bekanntermaßen grenzt der Amtsbereich an Vorpommern und hat die in den vergangenen Jahren erhaltenen Fördermittel ebenfalls sehr gut angelegt und sich entsprechend entwickelt, viel besser wie manch Nachbargemeinde in Vorpommern!!!