SCHNELLE GEBURT

Frau aus Ueckermünde bekommt Baby noch im Rettungswagen

Als der Notruf einging, ahnte niemand, dass dieser Einsatz so enden würde: Mia-Marie erblickte das Licht der Welt an Bord eines Rettungswagens.
Stefanie Conradt hält stolz ihre kleine Mia-Marie im Arm. Als die Fruchtblase platzte, wusste auch sie, dass sie es nicht
Stefanie Conradt hält stolz ihre kleine Mia-Marie im Arm. Als die Fruchtblase platzte, wusste auch sie, dass sie es nicht bis ins Krankenhaus schaffen werden. Sie ist dankbar für die Hilfe des Rettungsteams und ihrer Gynäkologin und fühlte sich zu jeder Zeit sicher aufgehoben. Katja Richter
Rettungssanitäter Kai Scholz (links) ist immer noch überwältigt vom freudigen Ereignis.
Rettungssanitäter Kai Scholz (links) ist immer noch überwältigt vom freudigen Ereignis. Katja Richter
Der Baby-Koffer ist immer an Bord.
Der Baby-Koffer ist immer an Bord. Katja Richter
Auf dem Innenhof des Medizinischen Versorgungszentrums des Ameos Klinikums Ueckermünde unterstützte die dort ans&aum
Auf dem Innenhof des Medizinischen Versorgungszentrums des Ameos Klinikums Ueckermünde unterstützte die dort ansässige Gynäkologin das Rettungsteam im Rettungswagen. Katja Richter
Ueckermünde.

Ruhig und zufrieden liegt die kleine Mia-Marie im Arm ihrer Mutti Stefanie Conradt. Der kleine Ueckermünder Sonnenschein ahnt jedoch nichts von der Aufregung, die gerade um ihn herrscht. Mit einem Gewicht von 4090 Gramm und einer Größe von 51 Zentimeter liegt die süße Puppe völlig im Durchschnitt – und doch wird in ihrer Geburtsurkunde etwas recht Seltsames stehen: „Geburtsort: Ueckermünde“.

Was früher noch völlig normal war, ist heute eine Seltenheit, denn im Seebad werden schon lange keine Kinder mehr geboren. Es sei denn, die werdenden Eltern entscheiden sich für eine Hausgeburt – oder schaffen es schlicht nicht bis ins nächst gelegene Klinikum.

Notärztin: „Schaffen es nicht bis zum Klinikum”

Stefanie Conradt war fest entschlossen, ihr viertes Kind im Klinikum in Anklam zur Welt zu bringen. „Ich hatte schon irgendwie so ein komisches Gefühl“, erinnert sich die 25-Jährige, die sich nach dem Eintritt der Wehen eigentlich privat ins Krankenhaus fahren lassen wollte. Glücklicherweise entschied sich die junge Frau dafür, den Notruf zu wählen. Danach zog sie sich an, ging die Treppe hinunter und wollte vor der Haustür auf den Rettungswagen warten.

In diesem Moment platzte die Fruchtblase. „Da war es 9.35 Uhr“, erinnert sie sich. Wenige Sekunden später traf der Rettungswagen ein. „Als ich im Rettungswagen bei der werdenden Mutti saß, war mir klar, dass wir es bis zur Geburt auf keinen Fall ins Klinikum nach Anklam schaffen werden“, sagt Notärztin Dr. Jana Fastnacht-Böttcher. In diesem Moment stand fest: Das Baby wird das Licht der Welt in diesem Rettungswagen und wahrscheinlich in Ueckermünde erblicken.

Sanitäter: „Hätten es noch bis ,Cafe 70‘ geschafft“

Eine Geburt im Rettungswagen war allerdings auch Neuland und Premiere für die erfahrene Notärztin, die ohne zu zögern sofort telefonisch eine gynäkologische Kollegin im medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Ueckermünder Klinikums alarmierte und um Hilfe bat. „Wir sind gleich da und brauchen Hilfe“, an diese Worte der Notärztin kann sich die in den Wehen liegende Patientin noch gut erinnern.

Die wenigen Kilometer durch die Haffstadt zum MVZ kamen dem Team und der werdenden Mutter vor wie eine Ewigkeit, doch dann war es geschafft. „Wir hätten es vielleicht noch bis zur Kreuzung ,Cafe 70‘ geschafft, aber nicht weiter“, schätzt Rettungssanitäter Kai Scholz ein. Er ist selbst erst vor einem halben Jahr Vater geworden und noch immer überwältigt vom Erlebnis der letzten Woche. „Wir sind sodann auf den Hof des ehemaligen Lazarettes gefahren, in dem Barbara Kottenhahn praktiziert und wurden dort bereits von ihr und ihrem Team empfangen.“

Fachärztin: „Frau war beim vierten Kind sehr souverän”

Mitten in der Sprechstunde und einem vollen Wartezimmer verließ die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe zusammen mit ihren Medizinischen Fachangestellten die Praxis und übernahm die wertvolle Fracht im gerade mit Blaulicht eintreffenden Rettungswagen. Dann wurde es eng im Wagen: Notärztin, Gynäkologin, drei Rettungssanitäter und eine Schwester aus der Praxis kümmerten sich um die sich bereits in der Austreibungsphase befindenden Mutter.

„Glücklicherweise kannte ich die Patientin, die dort im Krankenwagen in den Wehen lag, sehr gut, hatte ich sie doch tags zuvor noch untersucht. Sie war als ,Profi‘ in Sachen Geburt beim vierten Kind sehr souverän und man könnte fast sagen entspannt kooperativ, so dass es medizinisch gesehen trotz der unverhofften Umstände, am Ende doch eine Traumgeburt war“, berichtet Barbara Kottenhahn.

„Ich bin wirklich glücklich über diese tolle Zusammenarbeit“, fasst Notärztin Dr. Jana Fastnacht Böttcher die Ereignisse zusammen: „Wir waren ein tolles Team.“

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