Marlis Bexten hat ein 10.000 Quadratmeter großes Grundstück geerbt, auf dem sich ein Teil des Hinterseer Friedhofs
Marlis Bexten hat ein 10.000 Quadratmeter großes Grundstück geerbt, auf dem sich ein Teil des Hinterseer Friedhofs befindet. Jetzt erwartet sie von der Gemeinde ein angemessenes Angebot. Lutz Storbeck
Heinz Bexten schlägt Pfostenhülsen auf dem Friedhof ein, der sich zum Teil auf dem Land seiner Frau befindet.
Heinz Bexten schlägt Pfostenhülsen auf dem Friedhof ein, der sich zum Teil auf dem Land seiner Frau befindet. Lutz Storbeck
Das ist der Abschnitt des Hinterseer Friedhofes, der Privatland ist.
Das ist der Abschnitt des Hinterseer Friedhofes, der Privatland ist. Lutz Storbeck
Zoff

Friedhof-Erbin schlägt Kaufangebot aus – Gerichtsstreit bahnt sich an

Weil ihr geerbtes Grundstück zum Teil als Friedhof genutzt wird, will die Gemeinde es der Eigentümerin abkaufen. Die findet den Preis zu niedrig und schickt Anwaltspost.
Hintersee

Im Hinterseer Friedhofs-Streit ist nun ein Anwalt eingeschaltet worden. Marlis Bexten aus Rietberg in Nordrhein-Westfalen als Eigentümerin eines etwa 10.000 Quadratmeter großen Grundstückes, auf dem sich ein Teil des Hinterseer Friedhofes befindet, macht Ansprüche an die Gemeinde geltend.

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Denn die habe den Friedhof seit mehreren Jahrzehnten unrechtmäßig genutzt, sagt die Eigentümerin. Was ihr unverständlich sei, denn den Grundbuchunterlagen sei zu entnehmen, dass der Gottesacker, um den es geht, sich auf Privatland befindet.

Eigentümerin wartet auf ein angemessenes Angebot

Sie wolle kein Kapital aus dem Grundstück schlagen, sondern eine vernünftige Lösung, betont die Grundstückseigentümerin. Zu der gehört ihrer Auffassung nach auch, dass die Gemeinde ihr einen angemessenen Kaufpreis für das Stück Land anbiete, auf dem sich der Friedhofsteil befindet. Dass an einem Vorschlag gearbeitet wird, hatte das Amt „Am Stettiner Haff“ vor etwa vier Wochen bestätigt. Bislang sei ein solcher Vorschlag bei ihr aber nicht eingegangen, sagt jetzt die Eigentümerin.

Wie ihre finanziellen Forderungen im Einzelnen aussehen, das hat Marlis Bexten nicht erläutert. „Die Gemeinde hat für die Fläche, auf dem sich der Friedhof befindet, zwölf Euro pro Quadratmeter angeboten, für den Rest der Fläche 60 Cent“, sagt Marlis Bexten. Ein Angebot, das sie zu niedrig findet und deshalb auf eine angemessene weitere Offerte wartet.

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Die sei bislang nicht angekommen. Aus dem Grund habe sie einen Rechtsanwalt beauftragt, ein entsprechendes Schreiben an den Hinterseer Bürgermeister Wolfgang Urbanek zu verfassen und auf den Weg zu bringen. Das Schreiben dürfte inzwischen beim Bürgermeister eingegangen sein, sagte Marlis Bexten am Montag. Es habe aber noch keine Reaktion gegeben.

Das Thema Friedhof habe für erheblichen Wirbel gesorgt, sagt der Hinterseer Bürgermeister. „Das hat sehr viele Wellen geschlagen und für ein großes Interesse bei den Medien gesorgt“, so Wolfgang Urbanek. Etwas, was natürlich viele Hinterseer mit Sorge erfüllt. Was eine mögliche Einigung angeht, so wird es wohl zuvor eine anwaltliche Auseinandersetzung geben. Zu unklar sei die derzeitige Lage.

Nach Auskunft des Bürgermeisters habe es vor etlichen Jahren eine Absprache zur Nutzung der besagten Fläche als Friedhof gegeben. „Leider eben nur mündlich“, sagt der Bürgermeister. Immerhin soll es einen Zeugen für diese Abmachung geben. Dennoch wird aller Voraussicht nach wohl ein Gericht das letzte Wort in dieser Sachen haben, so der Bürgermeister, der inzwischen das Schreiben vom Anwalt der Grundstückseigentümerin erhalten hat.

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