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Für Rauchschwalben hält dieser Mann stets eine Tür offen

Gerhard Schröder bekommt von Ulf Bähker die Auszeichnung für ein „Schwalbenfreundliches Haus“ überreicht. [KT_CREDIT] FOTOs: ZVG

VonLutz StorbeckDass sich ein Schweriner in die Uecker-Randow-Region verirrt, kommt zwar vor, aber eher selten. Doch neulich hatte es einen Mann aus der ...

VonLutz Storbeck

Dass sich ein Schweriner in die Uecker-Randow-Region verirrt, kommt zwar vor, aber eher selten. Doch neulich hatte es einen Mann aus der Landeshauptstadt
in die Gemeinde Heinrichswalde verschlagen. Dort ist ein engagierter Naturschützer ausgezeichnet worden.

Heinrichswalde.Gerhard Schröder heißt nicht nur der Ex-Bundeskanzler, sondern auch ein äußerst engagierter Naturfreund aus Heinrichswalde. Erst vor kurzem ist er 80 Jahre alt geworden. Und noch immer kümmert er sich um vieles, was da so kreucht und fleucht. Vor allem schlägt sein Herz für die Geschöpfe, die man zwar nicht immer sieht, aber gut hört. Die Sing- und anderen Vögel haben es dem Heinrichswalder angetan.
Seit Jahren beobachtet er zum Beispiel genau, wann die Rauchschwalben aus ihren Winterquartieren zurück nach Vorpommern kommen. Und er weiß, dass diese emsigen Vögel Hilfe beim Nestbau brauchen. Ihre Nester legen sie in Gebäuden an, in Scheunen und Ställen. Und das, sagt Gerhard Schröder, ist heutzutage gar nicht so einfach. Denn früher standen Stalltüren meistens offen, fanden sich auch immer geöffnete oder defekte Fenster, die den Rauchschwalben das Ein- und Ausfliegen ermöglicht haben. Heute ist das nicht mehr ganz so. Die Leute halten ihre Gebäude in Schuss und die Öffnungen verschlossen. Gerhard Schröder appelliert deshalb an die Naturfreunde, den Rauchschwalben die Chance zum Nestbau und Brüten zu geben und die Türen und Fenster geöffnet zu halten.
Und der Heinrichswalder tut noch viel mehr. Er hat ganz unterschiedliche Vogel-Quartiere angefertigt, in denen sich Sperlinge, Meisen und andere Arten niederlassen können. Zudem ist der Heinrichswalder auch Imker. „Und das schon in dritter Generation“, sagt Gerhard Michalik, Vorsitzender des Heinrichswalder Kultur- und Heimatvereins, zu dessen Mitgliedern Gerhard Schröder gehört. Als Imker, sagt Michalik, ist Gerhard Schröder ja durchaus auch so eine Art Naturschützer, denn die Bienen sorgen dafür, dass alles blüht und grünt. Auf das Engagement des Heinrichswalder Naturfreundes ist auch der NABU-Landesverband MV aufmerksam geworden. Die Naturschützer haben, um den Heinrichswalder besonders zu ehren, Ulf Bähker nach Vorpommern geschickt. Der hatte die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ mit im Gepäck. Und die wurde Gerhard Schröder überreicht, der sich gefreut hat – ganz still und bescheiden, so wie man ihn kennt und schätzt. Und ganz nebenbei konnte sich der NABU-Mann auch ansehen, welche originellen Nisthilfen der Heinrichswalder bereits gebaut und angebracht hat.

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l.storbeck@nordkurier.de