Lisa Matweva, Albina Rasueva und Anne Gottwald helfen in ihrer Freizeit gern im „Lindenhof“ aus und verdienen sich
Lisa Matweva, Albina Rasueva und Anne Gottwald helfen in ihrer Freizeit gern im „Lindenhof“ aus und verdienen sich dort ein gutes Taschengeld. Foto: ZVG Christin Zeh
Herausforderungen für Gastronomen gab es in letzter Zeit reichlich: Christin Zeh (rechts) und ihre Mitarbeiter vom Linden
Herausforderungen für Gastronomen gab es in letzter Zeit reichlich: Christin Zeh (rechts) und ihre Mitarbeiter vom Lindenhof in Liepgarten haben in der Corona-Zeit auch Essen außer Haus verkauft.
Negativ-Image nervt

Gastronomin macht sich für schöne Seiten ihres Berufes stark

Die Touristikerin aus Liepgarten fordert statt Panikmache vom Berufsverband Dehoga ein Plädoyer für das Gastgewerbe. Die Personalnot macht allerdings auch ihrer Pension zu schaffen.
Liepgarten

Immer wieder Horrormeldungen über die Gastronomie! Explodierende Preise, ausbleibende Gäste, existenzielle Personalnot, drohende Schließungen – der Untergang wird geradezu heraufbeschworen, meint die Liepgartener Gastronomin Christin Zeh. So eine zermürbende Negativ-Stimmung sei wie Gift für eine Branche, in der es eigentlich darum gehe, Menschen mit einer Dienstleistung froh und zufrieden zu stimmen. „Ich fordere alle Branchenkollegen und auch meinenBranchenverband, den Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), auf, laut und hörbar für das Schöne in unserem Beruf zu streiten“, sagt Christin Zeh.

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Gegen negative Stimmungsmache

Christin Zeh leitet seit 2009 den Restaurant- und Pensionsbetrieb ihrer Eltern, den „Lindenhof“ in Liepgarten mit zehn Zimmern, die vermietet werden, mit Gaststube, Bauernstube, Saal und großer Terrasse, wo auch gern Familienfeste gefeiert werden. Seit Kurzem gehört die Liepgartenerin auch zum Vorstand des Ueckermünder Gewerbevereins. Von mieser Stimmungsmache hält sie gar nichts, ihrer Meinung nach sind die Hochs und Tiefs in der Branche immer wieder eine Herausforderung. „So viele Menschen arbeiten mit Freude und Leidenschaft in der Gastronomie, und sie tun etwas, damit es weiter geht – wie auch immer“, sagt die Lindenwirt-Chefin. Sie wünsche sich, dass vielmehr von all denen die Rede sei, die in den Hotels, Restaurants und Küchen eine erfüllende Tätigkeit gefunden haben, damit der „verzerrte Blick“ auf die Branche wieder in die richtige Relation gebracht wird.

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Junge Leute als Aushilfskräfte

Personalprobleme gebe es auch im „Lindenhof“. Dort arbeiten zurzeit sieben Vollzeitkräfte, sie könnte sofort drei Leute einstellen, sagt Christin Zeh. Die Lücke schließt sie mit Schülern und Studenten, die in den Ferien und auch darüber hinaus eine große Hilfe sind. „Sie haben großen Spaß an der Arbeit und verdienen auch als ungelernte Kräfte Mindestlohn“, sagt die Gastronomin. Die 16-jährige Albina jobbt schon in den Ferien in der Gastronomie, seit sie 14 ist. Sie ist froh und stolz, ihr eigenes Geld verdienen zu können. Lisa fühlt sich in dem Team wohl und schöpft Freude daraus, wenn die Gäste zufrieden sind. Anne wiederum ist in der Küche glücklich und fühlt sich im „Lindenhof“ wie in einer zweiten Familie.

Verdienst nicht so schlecht?

„Die Gastronomie bietet auch in den kleinen Betrieben tolle Jobs, die trotz harter Arbeit und gewöhnungsbedürftiger Arbeitszeiten Zufriedenheit geben können“, wirbt Christin Zeh für ihre Branche. Übrigens sei auch der Verdienst nicht so schlecht wie oft dargestellt. Zum Mindestlohn, der bei 10,40 Euro liegt und ab Oktober auf 12 Euro ansteigt, kommt das Trinkgeld.

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